Datenleck mit 773 Millionen Logins - So überprüfen Sie, ob Sie betroffen sind

773 Millionen Logins veröffentlicht: So überprüfen Sie, ob Sie vom Datenleck betroffen sind

Schon wieder sind im Internet Millionen Passwörter veröffentlicht worden. Wie konnte es zum großen Datenleak kommen? Wie viele User in Deutschland betroffen sind, ist noch nicht klar. Doch jeder kann selbst testen, ob seine Daten Teil des Lecks sind.

Im Internet ist ein gewaltiger Datensatz mit gestohlenen Log-in-Informationen aufgetaucht. Darin enthalten seien knapp 773 Millionen verschiedene E-Mail-Adressen und über 21 Millionen im Klartext lesbare unterschiedliche Passwörter enthalten, berichtete der IT-Sicherheitsexperte Troy Hunt in der Nacht zum Donnerstag. Der Datensatz bündele Informationen „aus vielen einzelnen Datendiebstählen und Tausenden verschiedenen Quellen“, schrieb Hunt in einem Blogeintrag am Donnerstag. Der Microsoft-Mitarbeiter betreibt eine Datenbank, in der Internet-Nutzer überprüfen können, ob ihre Log-in-Informationen von Datendiebstählen betroffen sind.

In den vergangenen Jahren hatte es diverse Hacker-Attacken gegeben, bei denen zum Teil Hunderte Millionen Kombinationen aus E-Mail-Adressen und Passwörtern erbeutet worden waren. Die Passwörter waren dabei aber größtenteils kryptografisch verschlüsselt gewesen.

Jetzt überprüfen, ob Sie vom Datenleck betroffen sind

Internetnutzer sollten jetzt prüfen, ob auch ihre Log-in-Daten ins Netz gelangt und dort mehr oder weniger frei auffindbar sind. Helfen können dabei Datenbanken, in die Sicherheitsforscher nach Hackerangriffen oder Datenlecks kompromittierte Zugangsdaten einpflegen. Troy Hunt selbst betreibt etwa die Abfrage-Dienste „Pwned Passwords“ und „Have I been pwned?“.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät Internetnutzern, kontinuierlich zu überprüfen, ob ihnen sensible Daten wie Benutzernamen und Passwörter bei bekannt gewordenen Datenabflüssen gestohlen worden sind - und empfiehlt neben Troys „Pwned“-Abfragen folgende Datenbanken:

  • Firefox Monitor: Der Abfragedienst von Mozilla greift auf die Datenbank von „Have I been pwned?“ zurück, arbeitet nahezu identisch, unterscheidet sich aber durch ein praktisches Detail: Weil das Ergebnis der Abfrage nur für den Moment gültig ist, kann man sich auf der Monitor-Seite auch mit einer Mailadresse registrieren und bekommt dann sofort Bescheid, falls eigene Daten im Netz auftauchen sollten. Ebenfalls praktisch für Firefox-Nutzer: Der Browser schlägt Alarm, wenn man auf einer Seite surft, die gehackt worden ist oder auf der es ein Datenleck gab. Unterhalb der Adressleiste öffnet sich dann eine Benachrichtigung, die etwa über den Zeitpunkt und das Ausmaß des Angriffs oder des Lecks informiert und zu einer Monitor-Abfrage rät.
  • Identity Leak Checker: eine weitere Abfragemöglichkeit, die das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI) anbietet. Auch hier müssen E-Mail-Adressen angegeben werden. Per Datenbankabgleich wird dann geprüft, ob die Mail-Adresse in Verbindung mit anderen persönlichen Daten wie Telefonnummer, Geburtsdatum oder Adresse im Internet offengelegt wurde und missbraucht werden könnte.
  • Breach Alarm: Dieser Dienst arbeitet ebenfalls mit E-Mail-Adressen. Die ad-hoc-Abfrage sowie der Monitor-Dienst mit einer Mail-Adresse sind gratis.

Gibt es bei einem der Dienste einen Treffer, sollte das verbrannte Passwort geändert und nicht weiter verwendet werden. Achtung: Die Tatsache, dass ein Passwort nicht in dieser oder einer der anderen Datenbanken steht, bedeutet nicht, dass es sicher ist.

Onlinekonten sollten nicht nur mit starken, sondern mit individuellen Passwörtern und möglichst einer Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt werden. Besonders wichtig ist ein gut abgesichertes E-Mail-Konto, weil es oft eine Art Generalschlüssel für viele weitere Dienste darstellt, die Links zum Zurücksetzen des Passwortes per Mail verschicken. Als Hilfsmittel zum Verwalten und Nutzen vieler verschiedener guter Passwörter rät das BSI zu Passwortmanagern.

(mja/dpa)
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