Google-Datenschutz: Das müssen Sie vor der Umstellung beachten

Google-Datenschutz : Das müssen Sie vor der Umstellung beachten

Google macht ernst: Ab Donnerstag setzt der Suchmaschinengigant seine umstrittenen neuen Datenschutzbestimmungen um. Sie dienen dem Ziel, so viele Informationen wie möglich über registrierte Google-Nutzer zu sammeln. Damit, so verspricht der Konzern, sollen die Suchergebnisse den Interessen der Anwender angepasst werden.

Natürlich dürften so aber auch personifizierte Werbeangebote deutlich leichter zu platzieren und für Google lukrativer sein als allgemeine Online-Werbeanzeigen. Um das zu bewerkstelligen, führt Google mehr als 60 verschiedene Datenschutzrichtlinien seiner einzelnen Dienste in einem etwa neun Seiten langen Dokument zusammen.

Darin ist geregelt, dass Google gesammelte Daten zwischen seinen Diensten tauschen darf. Bisher hatte Google Informationen über den selben Nutzer etwa aus dem Smartphone-Betriebssystem Android, dem sozialen Netzwerk Google+ und dem Videoportal Youtube getrennt verarbeitet. Fließen diese Informationen künftig in einer Sammlung zusammen, ergibt sich für Google ein Charakterbild seines jeweiligen Nutzers.

Datenschützer sind alarmiert

Vor allem, weil die Richtlinien schwammige Formulierungen enthalten und so unklar bleibt, welche Konsequenzen für die Nutzer aus der Kombination ihrer Daten folgen, sind Datenschützer skeptisch. So geht die französische Datenschutzbehörde CNIL davon aus, dass die neuen Bestimmungen gegen europäisches Recht verstoßen. Wer sich als registrierter Google-Nutzer gegen die Sammelwut des Konzerns schützen will, sollte erstens in seinem Google-Konto die Funktion "Webprotokoll" deaktivieren.

Darin werden sämtliche Suchanfragen gespeichert und ausgewertet. Alternativ können auch einzelne Einträge aus der Liste gelöscht werden. Zweitens sollte man sich vor der Nutzung der Suchmaschine aus seinem Google-Konto ausloggen. Und drittens sollte der Web-Browser so eingestellt werden, dass "Cookies" blockiert werden.

Bei Microsofts Internet Explorer geht das über die Felder Extras > Internetoptionen > Datenschutz > Erweitert. Im Feld "Automatische Cookiebehandlung" muss dann das Häkchen gesetzt, und die Option auswählt werden. In Mozillas Firefox funktioniert die Einstellung mit Klicks auf Extras > Einstellungen > Datenschutz. Darin kann ausgewählt werden, ob Firefox eine Chronik anlegen soll, oder ob diese nach "benutzerdefinierten Einstellungen" gewünscht ist. Das Häkchen bei "Cookies akzeptieren" muss dann gelöscht sein.

Außerdem dürfte es für registrierte Google-Anwender interessant sein, was der Konzern bereits über sie weiß. Dafür eignet sich das "Google Dashboard". Das Unternehmen listet dort alle bekannten Aktivitäten des Nutzers. Etwa welche Apps er zuletzt heruntergeladen hat, welche Einträge er bei Google+ geschrieben hat oder welche Fotos im Profil online stehen.

Bezüglich werberelevanter Informationen, die Google schon gesammelt hat, ist die Seite "Ads Preferences" aufschlussreich. Dort gibt Google an, welche Interessenkategorien für den jeweiligen Nutzer angelegt worden sind — und auch wie alt und welchen Geschlechts er oder sie sein dürfte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Google - neue Dienste und Services 2011

(RP/felt/csr/csi)