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Weltweiter Aktionstag gegen Netz-Überwachung: Das Internet schlägt zurück

Weltweiter Aktionstag gegen Netz-Überwachung : Das Internet schlägt zurück

Im Internet regt sich Widerstand: Die Nutzer des World Wide Web möchten sich nicht mehr alles gefallen lassen und protestieren gegen den Zugriff von Geheimdiensten. Ein Aktionsbündnis hat den heutigen 11. Februar zum Tag des Widerstands ausgerufen.

Martialischer kann eine Ankündigung wohl kaum klingen: "The day we fight back" - der Tag, an dem wir zurückschlagen. Nein, es handelt sich hierbei nicht um den Titel des neuesten Science-Fiction-Films aus Hollywood.

Der heutige Dienstag steht ganz im Zeichen des Widerstands. Der Widerstand findet jedoch nicht auf der Straße statt. Er rekrutiert sich in der grenzenlosen Weite des Internets. Viele Nutzer haben den 11. Februar ausgerufen, um gegen die massenhafte Überwachung im Internet durch Geheimdienste zu protestieren.

Schwarzes Banner auf den Seiten

Den gesamten Tag über haben die Unterstützer ein schwarzes Banner auf ihrer Website, um ihren Protest zu verdeutlichen.

Hintergrund der Aktion sind die Enthüllungen im Fall Edward Snowden vor acht Monaten. Viele User sind seither beunruhigt, weil sie fürchten, dass Institute und Behörden Zugriff auf ihre persönlichen Daten haben und diese für interne Zwecke nutzen und weitergeben.

Unter dem NSA&src=typd&f=realtime" target="_blank">Hashtag #stopthensa fließen im Kurznachrichtendienst Twitter unzählige Nachrichten ein, ebenso formiert sich der Widerstand über Facebook. Der Protest wird weltweit begangen, den gesamten Tag über. Veranstaltungen finden unter anderem in Los Angeles, San Francisco und Stockholm sowie vielen weiteren Städten statt.

Vortrag in Karlsruhe

In Deutschland gibt es ebenfalls eine Veranstaltung, die das Augenmerk auf den Widerstand im Netz richten soll. Um 18.30 Uhr gibt es einen Vortrag mit dem Thema: "NSA - Nützliche Strategische Antworten". Weitere Infos gibt es auf der Facebook-Seite.

Unterzeichner sind internationale Schwergewichte wie Amnesty International, Reddit oder Tumblr. In Deutschland sind unter anderem die Deutsche Aids-Hilfe, der Chaos Computer Club, die Piratenpartei und die Deutsche Vereinigung für Datenschutz mit von der Partie.

Snowden setzte sich nach Hongkong ab

Snowden war als Angestellter des Beratungsunternehmens Booz Allen Hamilton für den US-Geheimdienst NSA tätig gewesen und hatte Zugriff auf vertrauliche Informationen über die Spähprogramme.

Ende Mai 2013 setzte er sich mit den Geheimdokumenten von seinem damaligen Dienstort Hawaii in die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong ab. Dort begann er, Unterlagen über die systematische Überwachung des Internets und das Ausspähen von Telefonaten an Medien weiterzugeben.

Die Enthüllungen sorgten weltweit für Empörung über das Ausmaß der US-Spähprogramme. Die US-Justiz erließ gegen Snowden einen internationalen Haftbefehl wegen Spionage. Der Ex-Geheimdienstmitarbeiter floh nach Russland, das ihm Anfang August für ein Jahr Asyl gewährte.

(nbe)