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Experten haben seit Wochen vor Lücke in Windows gewarnt: Blaster-Wurm: Ist das der große Angriff aufs Internet?

Experten haben seit Wochen vor Lücke in Windows gewarnt : Blaster-Wurm: Ist das der große Angriff aufs Internet?

Düsseldorf (rpo). US-Behörden warnen seit Ende Juli vor einem groß angelegten Hacker-Angriff auf das Internet. Dienstagnacht nun tauchte der Internet-Wurm Blaster beziehungsweise Lovsan auf, der eine DDOS-Attacke auf Microsoft vorbereitet. Dabei könnte es sich um besagten Großangriff handeln, urteilen Experten.

Bei DoS-Attacken greift der Täter mit sehr großen Datenmengen den Server einer Site an. Dieser kann die Flut nicht bewältigen und geht zu Boden. Ein "normaler" Computer kann solche Massen nicht erzeugen. Deshalb nutzen die Cyber-Vandalen oft unbemerkt die Maschinen ahnungsloser Dritter.

Diese werden damit zu so genannten "Zombie-Hosts", man spricht von einer Distributed-Denial-of-Service-Attacke, kurz DDOS. Die von den überwiegend amerikanische Experten befürchte Hackerattacke soll eine Mitte Juli gefundene Lücke in Windows ausnützten. Das US-Heimatschutzministerium rief Millionen Computernutzer dazu auf, sich das Sicherheits-Update möglichst schnell herunter zuladen.

Die Lücke, die von Microsoft umgehend eingestanden wurde, betrifft alle Windows-Betriebssysteme mit Ausnahme von Windows 95 und Windows 98. Das Heimatschutzministerium sprach von einer ernsten Gefahr. Sie erwarteten einen neuen Virus, der sich so schnell im Internet verbreiten könnte wie der Wurm "Code Red" vor zwei Jahren. Bei Blaster/Lovsan handelt es sich offenbar um besagten Virenwurm.

Dies bestätigen auch hiesige Fachleute: "Blaster hat die Absicht, die Microsoft-Website windowsupdate.com aus dem Internet zu werfen", berichtete Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos. "Da der Wurm für eine Denial-of-Service-Attacke auf windowsupdate.com programmiert ist, versucht der Virenschreiber ganz gezielt, Computer-Usern das Herunterladen von Sicherheits-Updates zu erschweren oder gar unmöglich zu machen. Indem die Anwender die Sicherheitslücke in ihrem System nicht schließen können, hat der Blaster Wurm freie Bahn ins Netzwerk. Ein recht gemeiner Trick vom Blaster-Autoren."

Der Wurm bereitet also den Boden für eine groß angelegte Zerstörungswelle. Das es soweit kommen hat können, ist in der Logik der Virenautoren alleine dem quasi-Monopolisten Microsoft zuzuschreiben. Weil der Softwarekonzern aus Redmond mit Windows und dem Internet Explorer sowohl den Desktop als auch das Internet beherrscht, ist das weltweite Netzwerk -- ähnlich einer Fichtenschonung - äußerst anfällig gegen Schädlinge.

Um auf diese als Missstand empfundene Tatsache hinzuweisen, verfassen sie immer neue Viren, die sich über den Explorer in Windows einnisten. Aus dem dadurch erzeugten Schaden sollen die Nutzer klug werden und auf andere Betriebssysteme und Zugangssoftware umsteigen. Es handelt sich also um eine Art versuchte Pädagogik mit der Brechstange. Sie wird vorzugsweise unter Teenagern mit einem Hang zum Computern praktiziert.