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Black Friday 2020 - darauf sollten Sie am "Shopping Tag" achten

Konsummagnet : Das sollten Sie zum Black Friday wissen

Besondere Angebote und echte Schnäppchen jagen viele Menschen hierzulande vor allem an speziellen Einkaufstagen, von denen der Black Friday wohl der bekannteste ist. Wir erklären, woher der Begriff stammt, was damit bezweckt werden soll und wie der Black Friday sich vom Cyber Monday unterscheidet.

Wann findet der Black Friday 2020 statt? Auf welche Verkaufstricks sollte man achten? Und welche Firmen mach eigentlich mit? Hier finden Sie alle Infos rund um den beliebten Shopping-Tag.

Was ist der Black Friday?

Als Black Friday bezeichnet man in den USA den Freitag nach Thanksgiving, dem vierten Donnerstag im November. Traditionell wird dieser Tag von den US-Amerikanern oft als Brückentag genutzt, um erste Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Die Händler geben etliche Rabatte auf ihre Waren. Zudem werden die Menschen wieder in die Geschäfte gelockt. Aber auch online findet ein Wettrennen um die Top-Angebote und besten Deals statt. Das Besondere daran: Diverse Angebote gibt es wirklich nur an diesem einen Tag (Black Friday Angebote bzw. Black Friday Deals), der für viele Menschen, die sich am Black Friday die besten Schnäppchen sichern wollen, zum Shopping-Event des Jahres wird. Tolle Angebote gibt es mittlerweile aber nicht nur am schwarzen Freitag selbst, sondern in der ganzen Black Friday Woche, die unter anderem auch den Cyber Monday beinhaltet. So mancher Konzern hat dem Black Friday Sale auch sein eigenes Label verpasst. So nennt Media Markt den Tag im Einklang mit seiner Hausfarbe Red Friday. Beim Autohersteller Opel hingegen ist der schwarze Freitag eher gelb. Jeder versucht möglichst viel Kapital und Nutzen aus der Konsumorgie zu ziehen.

Und das mit großem Erfolg. 2019 hat die Black Week in Deutschland mehr als drei Milliarden Euro Umsatz eingebracht. Im Jahr davor waren es noch 2,4 Milliarden Euro. Solche Summen sind die besten Argumente für den Erfolg dieses Konsum-Konstrukts und werden mit ziemlicher Sicherheit dafür sorgen, dass Black Friday, Black Friday Week, Cyber Monday und Cyber Week uns noch lange erhalten bleiben, was für die einen Fluch und für andere Segen bedeutet.

Da die Kundschaft jubelt, aber die Belegschaft im Einzelhandel und in den Lagern der Online-Shops zunehmend unter der immensen Belastung ächzt, werden diverse Geschäfte und vor allem Online-Händler von den Gewerkschaften in der Schnäppchenwoche bestreikt, um auf die Diskrepanz zwischen überflüssigem Konsumverhalten und schlechter Bezahlung der Angestellten aufmerksam zu machen. Gerade im Online-Handel wird sehr viel umgesetzt, teils die Black Friday Woche sogar auf elf Tage verlängert. Aber die Beschäftigten erhalten für das Plus an Arbeit nur in seltenen Fällen mehr Lohn. Dieses Missverhältnis ist immer wieder Gegenstand von gesellschaftlichen und politischen Debatten.

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Wann findet der Black Friday 2020 statt?

Der Black Friday 2020 findet am 27. November des Jahres statt. Der Shopping-Tag beginnt allerdings schon am Vorabend ab 18 Uhr. Ob und wie sich die Corona-Pandemie auf den Tag auswirken wird, an dem der Handel auf viele Millionen Euro extra hofft, bleibt sicherlich abzuwarten.

Seit wann gibt es den Black Friday?

Historisch gesehen hat der Black Friday weniger mit Konsum als mit Verlust zu tun, denn der Börsencrash im Jahr 1929 wurde ebenfalls so genannt. Allerdings gibt es ein Detail, das tatsächlich auf eine Wesensgleichheit hinweist und so den Namen Black Friday erklären könnte: die Menschenansammlungen auf den Straßen, die aus der Ferne wie ein schwarzer Fleck wirken. Als in den USA die Banken 1929 kollabierten, rannten viele Menschen los, um schnell noch ihre Ersparnisse abzuheben und zu retten. Groteskerweise sehen Leute, die sich im Kaufrausch durch die Straßen wälzen, aus der Ferne ganz ähnlich aus wie die Masse verzweifelter Menschen, die um ihre Existenz bangen. Der Begriff selbst scheint in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die Polizei von Philadelphia geprägt worden zu sein Da am Tag nach Thanksgiving regelmäßig große Menschenansammlungen durch die Stadt schoben, bezeichneten die Beamten ihn als Black Friday. Verantwortlich dafür war wohl, dass viele Amerikaner am Freitag nach Thanksgiving frei bekommen, um das Erntedankfest im Kreise ihrer Familie zu begehen. Nicht wenige Bürgerinnen und Bürger verbanden das mit ausgiebigen Weihnachtseinkäufen am Freitag. Zudem war am folgenden Samstag traditionell ein großes Footballspiel in der Stadt, dass viele Fans erleben wollten. Daher die große Menschenmenge in der Stadt. Der Einzelhandel stellte sich darauf ein und entwarf Aktion um Aktion, um den Kunden die Marke Black Friday näherzubringen und ihnen zu suggerieren, dass die besten Angebote und Schnäppchen auf sie warten würden.

Wieder andere vermuten hingegen, der Name Black Friday stamme daher, dass die zuvor schlechte Wirtschaftlichkeit des Einzelhandels an diesem Tag oder in dieser Woche aus den roten in die schwarzen Zahlen schießt. Man sagt auch, die Händler hätten vom vielen Geldzählen schwarze Hände, da die Druckerschwärze der vielen Banknoten abfärben würde.

Zur Gänze kann man nicht klären, wie lange es den Begriff schon gibt oder wer ihn erfunden hat. Alles, was man hat, sind ein paar mehr oder weniger schlüssige Theorien. Fest steht, dass der Sale im November 2020 den teilnehmenden Shops wieder einen großen Umsatzgewinn bescheren wird.

Ist der Black Friday in den USA schon lange eine Institution, so hat er sich in Deutschland nur langsam durchgesetzt. Erst seit 2013 findet er hierzulande regelmäßig statt. Seine Online-Variante ist allerdings älter. Bereits 2006 pries Apple den besten Deal in seinen Internet-Stores an, nutzte dabei aber nicht die Bezeichnung Black Friday, sondern pries die Aktion als eintägiges Shopping-Event an.

Warum gibt es den Black Friday?

Natürlich, um den Handel anzukurbeln. Gute Preise locken die Menschenmassen in die Läden. Die Angebote in den Online-Shops werden noch mehr genutzt, viele Kunden hoffen auf die Schnäppchen ihres Lebens. Weil gerade die Amerikaner seit jeher den Brückentag nach Thanksgiving für opulente Weihnachtseinkäufe genutzt haben, hat sich der Handel auf dieses Verhalten eingestellt und spezielle Rabatt-Aktionen entworfen, mit denen die Kunden in die Shops gelockt werden sollen. Gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten gibt es nicht wenige Händler, die sagen: günstigere Preise bei höherem Konsum? Deal!

Black Friday und Cyber Monday - was sind die Unterschiede?

Der Cyber Monday ist im Grunde eine Erfindung der Online-Händler, die als Reaktion auf den Black Friday des Einzelhandels ebenfalls einen Tag festlegen wollten, an dem die Kundschaft mit den besten Preisen zum Bestellen animiert werden soll. Ganz weit vorne ist der Online-Riese Amazon. So gibt es mittlerweile sogar eine Cyber-Week, ähnlich der Black Friday Week.

Weitere Infos zum Black Friday finden Sie hier.

Ganz konkret führte Amazon 2010 die Cyber Week ein. Sie startet am Montag vor dem Black Friday und endet mit dem Cyber Monday. Die teilnehmenden Händler bieten täglich Schnäppchen an und hoffen auf eine große Steigerung des Umsatzes. Im Grunde ist die Cyber Week nur ein Werbe-Gag, aber letztlich geht es genau darum.

Welche Firmen machen beim Black Friday mit?

Im Grunde kann jeder Händler beim Black Friday mitmachen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein kleines Geschäft oder einen großen Konzern handelt. Vorsicht ist nur bei der Werbung für den Schnäppchenjäger-Tag geboten. Denn der Begriff "Black Friday" ist geschützt und darf nicht verwendet werden. Daher sieht man oft Werbungen für den Super Black Sale oder ähnliche Wortkonstrukte. Firmen wie Media Markt oder Opel machen mit eigenen Slogans und eigener Farbgebung auf den Super Buy Day aufmerksam. So ist der Black Friday bei Media Markt rot und bei Opel gelb. Der Hintergrund bleibt allerdings identisch. Es geht darum, möglichst viel Geld einzunehmen.

Verkaufstricks - worauf sollte man achten?

Auf den ersten Blick brechen am Black Friday, Cyber Monday und in der gesamten Verkaufswoche rosige Zeiten für Geschäftsleute wie für Kunden an. Doch es gibt auch kleine Tricks und Fallen, auf die Verbraucher am Black Friday 2020 nicht hereinfallen sollten. So sind viele Rabatte in Wirklichkeit gar keine. Denn so mancher Händler setzt die Preise kurz vor der Schnäppchenwoche hoch, nur um dann damit zu prahlen, die betreffenden Produkte 80 oder 90 Prozent günstiger als sonst anzubieten. Überhaupt sind solche riesigen Preisreduzierungen eher unwahrscheinlich, denn auch die Händler möchten ja weiterhin Geld verdienen. Im Durchschnitt liegt die Preisreduzierung bei unter 40 Prozent.

Einige Online-Händler holen die gewährten Rabatte gerne über horrende Versandkosten wieder herein. So darf man sich nicht wundern, wenn die Versandkosten für den Pulli für sieben Euro plötzlich 19 Euro betragen. Der österreichische Verein "Mimika", der Internetmissbrauch nachgeht, schreibt dazu: "Betriebswirtschaftlich ergibt das Sinn. Für den Kunden kann es aber zum Nullsummenspiel werden, wenn hohe Versandkosten den anfänglichen Preisvorteil aufsaugen. Vor dem Kauf sollten Verbraucher die Versandkosten deshalb genau unter die Lupe nehmen. Sie werden meistens im letzten Schritt der Bestellung angezeigt."

Zudem sollte man sich nicht hetzen lassen. Nicht selten suggerieren Händler, dass der Preis nur für kurze Zeit gelte und das angepriesene Produkt nicht mehr lange vorrätig sei. In vielen Fällen ist das Unsinn. Mimika urteilt dazu: Den Effekt der „künstlichen Verknappung“ erzeugen Händler auch auf anderem Wege. Wenn ein Angebot nicht „nur für kurze Zeit“ gilt, dann ist zumindest der Hinweis „Nur solange der Vorrat reicht“ gut sichtbar im Online-Shop platziert. Neben ihm findet sich gelegentlich der altbekannte Countdown, der statt der verbleibenden Zeit anzeigt, wie viele Produkte noch verfügbar sind. Auch durch diesen Trick sollten sich Verbraucher nicht unter Druck setzen lassen. Erstens, weil Händler wettbewerbsrechtlich gehalten sind, wenigstens für die ersten Stunden ausreichend viele Produkte vorzuhalten. Und zweitens, weil kaum ein Angebot einmalig ist.

Zudem werden vor allem die Online-Preise meist über Algorithmen generiert, auf die auch die Anbieter keinen Einfluss haben, da die Preisentstehung sich an anderen Mitbewerbern und deren Angeboten orientiert.

Es macht stets Sinn, sich nach Lieferzeiten und Retourkosten zu erkundigen, bevor man ein Produkt erwirbt. Vor allem, wenn man nicht zu einhundert Prozent davon überzeugt ist, dass man eine bestimmte hochpreisige Ware auch wirklich braucht. Ist sie wirklich erste Wahl? Oder vielleicht ein günstigeres Sonderprodukt derselben Marke in abgespeckter Variante?

Natürlich haben vor allem in der Cyber Week Internet-Kriminelle intensive Arbeitstage. Zum Beispiel hat das Phishing Hochkonjunktur. Der Verein Mimika warnt: "Anhänge von E-Mails sollten Sie möglichst nicht öffnen und Links nur dann folgen, wenn Sie vorher geprüft haben, dass die E-Mail-Adresse auch wirklich die des angegebenen Absenders ist. Auch bei Internetseiten sollten Sie genau die Adresse prüfen, bevor Sie ihre Daten eingeben. Zudem sollte Sie darauf achten, dass die Verbindung verschlüsselt ist. Hierüber informiert ein „https“ zu Beginn der Internetadresse sowie bei manchen Browsern ein kleines geschlossenes Bügelschloss in der Adresszeile." Eine weitere Bedrohung stellt das sogenannte "Pharming" dar. Hierzu rät Mimika: "Genauso wie beim Phishing sollen Verbraucher beim Pharming auf eine scheinbar echte Internetseite gelotst und dazu gebracht werden, dort ihre persönlichen Daten anzugeben. Die Art, wie Verbraucher hierhin gelotst werden, ist aber besonders perfide. Cyber-Kriminelle manipulieren die Internetseite, die sie kopieren möchten, sodass Verbraucher automatisch zur gefälschten Seite umgeleitet werden. Statt beim eigentlich von ihnen aufgerufenen Online-Shop landen sie also bei einer täuschend echt aussehenden Kopie. Auch deshalb empfiehlt es sich, vor der Eingabe von Daten die Internetadresse genau zu prüfen und sicherzugehen, dass die Verbindung verschlüsselt ist."

Warum gibt es gegen den Black Friday Protestbewegungen?

In der westlichen Welt ist der Konsumgedanke ein bestimmender. Das hinterfragen seit Jahren immer mehr Menschen. Warum sollte man dazu getrieben werden, Dinge zu kaufen, die man nicht braucht? Um ein Glücksgefühl zu verspüren, würden nicht wenige Befragte antworten. Ob es sinnvoll ist, für ein kurzzeitiges Glück Umweltschäden oder Ausbeutung hinzunehmen, fragen sich nicht nur überzeugte Kauf-Gegner. Mittlerweile gibt es viele Protestbewegungen gegen den Kaufrausch. In Schweden hat sich beispielsweise im Jahr 2017 eine Initiative unter dem Namen "White Monday" gegründet. White Monday will nicht alles boykottieren, was mit Handel zu tun hat, sondern dazu aufrufen, bewusster einzukaufen. Oder auch mal Dinge zu reparieren, bevor man sie wegwirft. Motto: Vieles lässt sich recyclen und funktioniert danach mindestens genauso gut wie zuvor, wenn nicht besser.

In Vancouver wurde der "Buy Nothing Day" erdacht. Dabei soll – der Name sagt es bereits – am Samstag nach dem Black Friday einfach mal gar nichts gekauft werden. Die Menschen sollen Shopping-Centern und Online-Einkaufsplattformen fern bleiben und bewusst auf den Konsum verzichten.

Manche Hersteller verzichten ebenfalls bewusst auf den schwarzen Freitag der Schnäppchenjäger. Unter dem Motto "100% Off" schließen sie kurzfristig Ladenlokal und Online-Shop.

Letztlich geht es den Gegnern der Black Friday Week und der Cyber Week nicht um den völligen Boykott, sondern darum, dass die Menschen hinterfragen, zu welchem Preis sie sich in Wahrheit mit billigen Waren eindecken. Menschenrechtsverstöße durch Arbeit unter unzumutbaren Umständen, Umweltschäden durch Überproduktion und lange sowie unnötige Transportwege hängen an vielen Rabattschildchen mit dran. Ob die Proteste sinnvoll oder zielführend sind, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass die Umsätze der Händler an Black Friday, Cyber Monday und den dazugehörigen Verkaufswochen Jahr für Jahr steigen. Dass sich eine solche Umsatzorgie moralischen Bedenken beugen wird, ist auch im November 2020 eher zweifelhaft.

Vielleicht sollte jeder Mensch einfach mal zu Hause nachschauen, was er in den vergangenen Jahren am Black Friday oder am Cyber Monday erworben hat und wie oft er diese Dinge schon benutzt hat. Das Ergebnis dürfte auch eher Unentschlossenen eine ziemlich deutliche Antwort auf die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Schnäppchen-Woche liefern.