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Unternehmen soll digitale Währung etablieren helfen: Bitcoin-Investmentgesellschaft geplant

Unternehmen soll digitale Währung etablieren helfen : Bitcoin-Investmentgesellschaft geplant

Die Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss, international bekannt vor allem wegen ihres Streits mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, wollen der digitalen Währung Bitcoin zum Durchbruch verhelfen. Die Brüder stellten am Montag in einem Antrag bei der US-Börsenaufsicht Pläne für eine Bitcoin-Investmentgesellschaft vor, die den Handel mit der digitalen Währung erleichtern soll. Für ihr Vorhaben müssen sie aber noch die Zustimmung der US-Behörden gewinnen.

Der geplante Bitcoin-Trust würde Aktien im Wert von insgesamt 20 Millionen Dollar (rund 15 Millionen Euro) ausgeben - jeder Anteilsschein für 20 Dollar echtes Geld hätte bei der Ausgabe einen bestimmten Wert in Bitcoins. Derzeit würde eine Bitcoin-Einheit ungefähr fünf Aktien des Winklevoss-Trust entsprechen.

Mit dem Gang an die Börse soll die digitale Währung, die bislang nur von Eingeweihten auf Handelsplätzen im Internet gekauft und verkauft werden kann, für einen breiteren Investorenkreis attraktiv werden. Anleger könnten dann mit Bitcoins handeln wie mit Aktien.

Die Investmentgesellschaft werde dem "Durchschnittsanleger" den Zugang zu der digitalen Währung ermöglichen, sagte Tyler Winklevoss der "New York Times". In dem Konzept der Zwillingsbrüder heißt es: "Die Aktien sind für Anleger gedacht, die eine kosteneffiziente und bequeme Methode suchen, an Bitcoins zu kommen."

Auf den 74 Seiten nennen sie vorschriftsgemäß auch die Risiken: "Da die Geschäftsführung keine Erfahrung mit der Leitung einer Investmentgesellschaft wie dem Bitcoin Trust hat, könnten ihre Fähigkeiten nicht ausreichend oder unpassend dafür sein."

Antwort auf die Finanzkrise

Bitcoins wurden 2009 als Antwort auf die internationale Finanzkrise erfunden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte.

Nutzer können die Währung als virtuelle Guthaben erwerben. Der Wechselkurs zu echtem Geld wird täglich errechnet - und kann teils extrem schwanken. Es gibt aber nur wenige Onlineshops und Websites, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren.

Die Winklevoss-Zwillinge sind große Fans der digitalen Währung. Laut "New York Times" besaßen sie im April ein Prozent aller Bitcoins im Umlauf.

Bekannt wurden die Brüder vor allem durch den Film "The Social Network", in dem geschildert wird, wie sie Mark Zuckerberg wegen Ideenklaus verklagen. Die Einigung in dem Rechtsstreit brachte ihnen Millionen ein - in bar und in Facebook-Anteilen.

Ihr Vorhaben eines Bitcoin-Trusts ist allerdings mit einigen Risiken behaftet. Staatliche Aufsichtsbehörden und Notenbanken fürchten, dass digitale Währungen zur Geldwäsche genutzt werden könnten. Ende Mai hatte die US-Justiz Anklage gegen die Betreiber der Digitalwährung Liberty Reserve erhoben.

Das Online-Zahlungsmittel soll im großen Stil für die Abwicklung illegaler Geschäfte verwendet worden sein. Liberty Reserve sei zur "weltweiten Drehscheibe der Cyberkriminalität" geworden, hieß es in der Anklageschrift.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Internet-Währung Bitcoin

(AFP)