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Mitten in Second Life (4): Auf dem Weg zum großen Reichtum

Mitten in Second Life (4) : Auf dem Weg zum großen Reichtum

Düsseldorf (RPO). Ich will endlich Geld verdienen in Second Life - mit Minijobs. Die Gitarre habe ich nun umgehängt. Und jetzt? Wie kriege ich da einen Ton raus? Ich schaue mich um, doch auf dem ganzen Marktplatz ist weit und breit niemand, der mir helfen könnte. Etwas ratlos setze ich mich auf den Brunnenrand, Gitarre noch immer vor dem Bauch. Ich habe es nämlich satt, mir nichts kaufen zu können.

Denn Geld regiert auch die virtuelle Welt — und ich bin komplett mittellos. Bei Second Life handelt es sich nämlich keinesfalls um das Paradies, in dem es jedem gut geht und jeder machen kann, was er will. Second Life ist knallharter Kapitalismus: Nur mit Geld lässt es sich hier etwas werden. Dafür gibt es sogar eine ganz eigene Währung, den Linden Dollar, benannt nach Linden Lab, dem Betreiber von Second Life. Und die kann man gegen ganz reales Geld kaufen oder eben in Second Life selbst verdienen.

Mein erster Minijob

Ich bin gerade dabei, mir meine ersten Linden Dollar zu erarbeiten — als Straßenmusikerin. Doch so ganz gelingt es mir nicht. Der Erschaffer des Marktplatzes, auf dem ich gerade ratlos mit Gitarre vorm Bauch sitze, bezahlt pro zehn Minuten Gitarre spielen einen Linden Dollar. Aber eben nur, wenn man die Saiten auch zum Klingen bringt. Und das bekomme ich einfach nicht hin. Als Straßenmusikantin bin ich offenbar ungeeignet.

Mein erster Linden Dollar

Herumsitzen bringt auch Geld

Kurz darauf komme ich an einem Camping-Schild vorbei — die nächste Möglichkeit, Geld zu verdienen. Und das auch noch ohne schwere Arbeit. Der Besitzer eines Cafés möchte, dass bei ihm viel los ist. Daher bezahlt er jedem, der sich in seinem Café aufhält, Bares dafür. Das ist ja nett, denke ich mir und setze mich an einen freien Tisch. Hier ist zwar ziemlich viel los, doch fast alle Avatare lassen ihre Köpfe hängen. Das ist nicht etwa eine Gefühlsäußerung wie im echten Leben. Sondern heißt einfach, dass die Spieler gerade mit etwas anderem beschäftigt sind. Dann taucht unter dem Namen der Hinweis "Away" auf. Sobald die Maus oder der Cursor wieder bewegt wird, richtet sich der Avatar auf und der Away-Hinweis verschwindet.

Am Abend lasse ich meinen Avatar noch einige Zeit als Straßenkehrerin arbeiten. Was nicht schwierig ist, aber sehr ungelenk aussieht. Offenbar ist so ein Avatar nicht speziell zum Fegen einer Straße programmiert, weswegen er hin und wieder neben den Besenstiel greift oder der Bestenstiel plötzlich Teil der Hose wird.

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Stolze 25 Linden Dollar sind es am Ende. Eigentlich gar nicht so schlecht für den ersten Arbeitstag. Wenn man nicht auf die dumme Idee kommt, das Ganze in Euro umzurechnen. 8 Cent sind dann doch eher eine entmutigende Bilanz.

Wie es in meinem zweiten Leben weitergeht, erfahren Sie in den nächsten Tagen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Geld verdienen in Second Life