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Gestohlene Promi-Fotos: Apple weist Schuld an Hacker-Angriff von sich

Gestohlene Promi-Fotos : Apple weist Schuld an Hacker-Angriff von sich

Nach dem Auftauchen dutzender Nacktfotos von Stars wie Schauspielerin Jennifer Lawrence und Topmodel Kate Upton im Internet hat der US-Technologiekonzern Apple die Schuld von sich gewiesen. Der Service iCloud sei aber nicht attackiert worden.

Apple räumte am Dienstag (Ortszeit) zwar ein, dass Hacker sich gezielt Zugriff auf die Nutzerkonten der Promis verschafft hätten. Der Onlinespeicherdienst iCloud sei aber nicht attackiert worden, betonte der Konzern. Der Datendiebstahl sei gleichwohl "empörend".

"Nach mehr als 40-stündigen Ermittlungen haben wir herausgefunden, dass bestimmte Konten von Prominenten durch eine sehr gezielte Attacke auf Nutzernamen, Passwörter und Sicherheitsfragen geknackt wurden", erklärte Apple. Sicherheitslücken bei iCloud und bei der App "Find my iPhone", die verlegte oder gestohlene iPhones aufspüren soll, seien im Zusammenhang mit den untersuchten Fällen nicht festgestellt worden.

"Wir arbeiten weiter mit den Justizbehörden zusammen, um dabei zu helfen, die darin verwickelten Kriminellen zu identifizieren", versicherte der Konzern. Die Bundespolizei FBI hat sich mittlerweile in den Fall eingeschaltet, äußerte sich aber zunächst nicht zu den laufenden Ermittlungen.

Zu den Opfern des Hackerangriffs zählen neben Lawrence und Upton auch die Hollywoodstars Scarlett Johansson und Winona Ryder. Auch die kanadische Sängerin Avril Lavigne, Schauspielerin Hayden Panettiere und die US-Fußballspielerin Hope Solo sollen betroffen sein.

Während "Tribute von Panem"-Star Lawrence rechtliche Schritte gegen jeden ankündigen ließ, der die "gestohlenen Bilder" im Internet weiterverbreite, quittierte Schauspielerin Kirsten Dunst den Diebstahl via Twitter lediglich mit einem sarkastischen "Danke, iCloud". Der immense Umfang des Foto-Diebstahls wurde am Montag vorübergehend sichtbar, als immer mehr Nutzer die Aufnahmen auf der umstrittenen Internetplattform 4chan teilten.

Mehrere US-Medien schalteten zunächst Links zu den Nacktfotos, löschten diese angesichts der drohenden Strafverfolgung und der öffentlichen Empörung aber schnell wieder. 4chan gilt als Heimstatt der weltweit agierenden Hackergruppe Anonymous, der von Kritikern immer wieder Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wird. Von dem Nacktfoto-Diebstahl sind offenbar ausschließlich Frauen betroffen.

Die Promi-Anwältin Gloria Allred sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Stars müssten sich der Risiken der modernen Kommunikationstechnologien besser bewusst werden: Wer seine Fotos "nicht auf der morgigen Titelseite sehen möchte", der solle sie "nicht unverschlüsselt mailen oder in öffentlichen Cloud-Diensten oder auf dem Handy speichern".

Der Computerexperte Chris Morales vom Sicherheitsanbieter NSS warnte, dass die Hacker auch in Accounts von Freunden und Bekannten der Prominenten eingedrungen sein könnten. Die gestohlenen Fotos stammten nicht nur aus den Privat-Archiven der Stars.

Hier geht es zur Infostrecke: Hackerangriff auf die Promis - "Danke, iCloud"

(DEU)