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Amateur-Regisseure auf Höhenflug: Anti-Schwerkraft-Video sorgt für Furore

Amateur-Regisseure auf Höhenflug : Anti-Schwerkraft-Video sorgt für Furore

München (RPO). Das Internet hat zwei neue Helden: Zwei junge US-Amerikaner sorgen im Web mit einem fünfminütigen, selbst gedrehten Video für Furore. "Tony vs. Paul" wurde komplett in guter, alter Stop-Motion-Technik gedreht, allein bei YouTube schon von mehr als drei Millionen Usern gesehen und hat inzwischen auch außerhalb der virtuellen Welt ganz reale Preise eingeheimst.

So mancher, der sein schnell gedrehtes Filmchen ins Internet stellte, träumte schon von einer viel versprechenden Karriere im Showbusiness. Doch auch im World Wide Web gilt die alte Regel von Thomas Alva Edison: "Genie ist ein Prozent Inspiration und 99 Prozent Transpiration." Das bewiesen jüngst eindrucksvoll die neuen Internet-Helden Paul Cummings und Tony Fiandaca, die mit "Tony vs. Paul", einem wahren Meisterwerk der Stop-Motion-Technik, als erbitterte Kontrahenten mit Superkräften für Furore sorgten. Allein auf YouTube hat eine Fangemeinde von rund drei Millionen Usern ihr fünfminütiges Video bestaunt, das den VH1-Wettbewerb "Show Us Your Junk" gewann und den beiden ein Preisgeld von 10.000 Dollar und ein Notebook einbrachte.

Transpiration ist im Fall der Hobby-Künstler wörtlich zu verstehen: Zwar ist es herrlich und vor allem beeindruckend anzusehen, wie sich Gegenstände wie von Geisterhand bewegen, die beiden Streithähne wie auf Eis über eine Wiese gleiten oder viele Sekunden lang durch die Luft schweben. Doch für die jungen Männer aus dem US-Bundesstaat Massachusetts waren die zweimonatigen Dreharbeiten äußerst schweißtreibend. Bei der Stop-Motion-Animation, die durch den Fortschritt der Technik bei professionellen Filmproduktionen heute meist nur aus nostalgischen Gründen zum Einsatz kommt, muss nämlich jedes Bild des Films einzeln aufgezeichnet und dann das Motiv für die nächste Aufnahme nur geringfügig verändert werden. So entstand bereits 1933 der legendäre Streifen "King Kong und die weiße Frau". Aber auch die "Star Wars"-Trilogie der 70-er und 80-er, "Terminator" (1984) oder "Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" (2005) bedienten sich dieser Technik.

Einen Eindruck, welche Kunststücke die beiden auf sich nehmen mussten, um die Schwerkraft zumindest im Film zu besiegen, vermittelt Paul Cummings, der sich im Internet mit den Worten "Ja, wir sind jedes einzelne Mal gesprungen" zu dem Projekt äußerte. Neben Unmengen an Zeit haben Fiandaca, der Kunst studierte und nun im Hauptberuf Sachverständiger ist, und Cummings, ein arbeitsloser Grafikdesigner, nur 200 Dollar in den Film gesteckt. Eine Investition, die sich wohl mehr als bezahlt machen wird. Denn vor Angeboten - Gespräche gab es unter anderem auch mit MTV - können sich die beiden derzeit nicht retten.