Ankauf-Portale im Netz: Ausmisten durch Online-Verkauf

Ankauf-Portale im Netz: Ausmisten durch Online-Verkauf

Gebrauchtes im Internet zu verkaufen, liegt im Trend, für viele Artikel gibt es spezielle Ankauf-Portale. Doch das Geschäft kann zur Enttäuschung werden, wenn der Abnehmer den Wert der Ware geringer einschätzt als der Verkäufer.

Das neue Handy ist ausgepackt und in Betrieb genommen, der neue Bildband ins Bücherregal einsortiert und der Pullover im Kleiderschrank verstaut. Doch wird - nachdem nun alle Weihnachtsgeschenke ausgepackt sind - jedes alte Gerät noch benötigt? Und ist in den Schränken und Regalen überhaupt noch genug Platz?

Gerade jetzt lohnt es sich, mal wieder im Haushalt auszumisten. An Abnehmern wird es nicht mangeln. Denn während man sich früher mit seinen ausrangierten Büchern, CDs oder Kleidungsstücken auf einen Flohmarkt stellte, gibt es heute die bequeme Möglichkeit, seine Sachen auf Online-Ankaufportalen loszuwerden.

Mithilfe des Barcode-Scans oder einer eigenen Bewertung erhalten Verkäufer auf den entsprechenden Internetseiten einen ersten Preis zugeschickt. Wer damit einverstanden ist, packt seine Sachen in ein Paket und verschickt es an den Abnehmer, der wiederum bei Abschluss des Geschäfts das Geld auf das Konto überweist.

Manche Händler bieten dabei zur Zusendung auch kostenlose Versandscheine oder sogar Abholungen an. Re-Commerce heißt dieser Handelszweig, der stetig wächst und sich großer Beliebtheit erfreut. Doch welcher der vielen Anbieter im Internet ist für meine Artikel der richtige Abnehmer? Und welcher Online-Verkauf ist lohnend?

"Als lohnend würde ich keine dieser Verkaufsmöglichkeiten bezeichnen, denn letztlich wollen auch die Abnehmer damit ein Geschäft machen. Gut sind die Portale vor allem für jene, die viele Artikel möglichst schnell loswerden wollen und für die der Preis eher zweitrangig ist. Wer sich etwas mehr Mühe machen will, sollte es über Kleinanzeigen etwa bei Ebay oder Amazon versuchen, zumal dort auch höhere Erlöse zu erzielen sind", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale NRW.

Die unabhängige Anlaufstelle für Verbraucher hat nicht nur Erfahrungen mit Kundenberichten gemacht, sondern selbst Stichproben bei mehreren Portalen durchgeführt. "Jedem muss klar sein, dass es auch Risiken gibt. Vor allem ist problematisch, dass es keine einheitlichen Bewertungsmaßstäbe hinsichtlich des Zustandes der zu verkaufenden Artikel gibt. Und das kann zu Enttäuschungen führen", sagt Tryba.

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Auch wenn der Verkäufer selbst davon überzeugt ist, dass seine Ware noch in einem tadellosen Zustand ist, muss das der Abnehmer längst nicht so sehen. Und dann wird es nichts mit dem anvisierten Verkaufspreis. Ein zusätzliches Problem kann auftreten, wenn der Artikel zurückgesendet wird, sollte es nicht zum Geschäft gekommen sein. Im ungünstigsten Fall müssen die Versandkosten selbst übernommen werden.

"Verkäufer sollten sich deswegen im Vorfeld genau über die Bedingungen der einzelnen Portale informieren und sich auf jeden Fall mehrere Anbieter anschauen", rät Tryba. Spezielle Vergleichsportale wie bonavendi.de können gegebenenfalls beim Preisvergleich helfen. "Es ist auch so, dass Produkte preislich von Abnehmer zu Abnehmer sehr unterschiedlich bewertet werden können", sagt Tryba.

Manche Ankauf-Portale haben sich auf bestimmte Warengruppen spezialisiert. Momox ist bei Büchern der Marktführer, auch wenn das Unternehmen ebenso Kleidung aufkauft. Wirkaufens und reBuy sind auf Elektronikartikel wie CDs, DVDs, Computerspiele oder Fernseher spezialisiert. Und clevertronic ist ein Abnehmer von gebrauchten Handys oder Tablets.

Beliebt ist die "Kleiderkreisel"-App, zumal die Kleidung nicht zwingend verkauft werden muss, sondern auch zum Umtausch angeboten werden kann. Ein guter Gesamtauftritt mit den höchsten Ankaufpreisen wurde Zoxs im vergangenen Februar bei einem Test des Deutschen Instituts für Service-Qualität im Auftrag von n-tv attestiert.

Für alles Ausrangierte lässt sich also bestimmt ein Abnehmer finden. "Nur muss der Verkäufer genau wissen, was er anbietet. Sonst kann ein solches Geschäft auch zum Ärgernis werden", sagt Tryba.

(togr)