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Angela Merkel im Interview bei LeFloid: Kanzlerin entdeckt Neuland

Youtuber Le Floid interviewt die Kanzlerin : Merkel entdeckt endlich das "Neuland"

Angela Merkel gibt heute dem Videoblogger Le Floid ein Interview. Eine kleine Sensation, in zweierlei Hinsicht: Erstens, weil die Kanzlerin mit Interviews normalerweise sehr sparsam umgeht. Zweitens, weil sie mit der Ausstrahlung auf Youtube erstmals gezielt für sich bei einem jüngeren Publikum wirbt. Merkel hat es bitter nötig.

Angela Merkel gibt heute dem Videoblogger Le Floid ein Interview. Eine kleine Sensation, in zweierlei Hinsicht: Erstens, weil die Kanzlerin mit Interviews normalerweise sehr sparsam umgeht. Zweitens, weil sie mit der Ausstrahlung auf Youtube erstmals gezielt für sich bei einem jüngeren Publikum wirbt. Merkel hat es bitter nötig.

Tipps vom YouTube-Star LeFloid: So wird man im Netz erfolgreich

Die Kontaktaufnahme zu den Jugendlichen wird unter Politikern gerne als wichtiger Schritt gepriesen. So mancher Minister tut alles dafür, jung und internetaffin zu wirken. Doch bewegen sich die meisten Politiker im Dialog mit der jüngeren Generation wie Elefanten in einem Porzellanhaus. Meist dauert es nicht lange, bis das alte Klischee der Politikverdrossenheit angeführt wird.

Freilich sind Mütterrente und Krankenhausreform nicht die gängigsten Gesprächsthemen auf dem Schulhof. Es sind andere Bereiche der Politik, die aber nicht weniger wichtig sind (auch, wenn es so mancher Politiker anders darstellt). Gerade beim Datenschutz sind Jugendliche hellhörig. Auch stehen die meisten von ihnen für eine gerechte Welt ein. Jugendliche rebellieren, wenn ihnen erzkonservative Schulleiter vorschreiben, was sie zu tragen haben oder wenn Neonazis in der heutigen Zeit, 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, immer noch Dörfer terrorisieren.

Ihr Sprachrohr ist das Internet. Der Videoblogger Le Floid beweist das eindrucksvoll. Jede Woche versammelt der 27-Jährige mehr Zuschauer vor den Bildschirmen als die "Tagesschau". Es sind vor allem die 16- bis 24-Jährigen, die Le Floid folgen und unter jedem seiner Videobeiträge die Kommentarleisten füllen (das zum Thema Politikverdrossenheit). Okay, auch die Kanzlerin hat einen eigenen Youtube-Kanal. Ihr Channel hat mit 13.000 Abonnenten allerdings 2.587.000 weniger als der von Le Floid.

Es gab schon einmal eine Aktion, bei der über Youtube Fragen an die Kanzlerin gestellt wurden, doch blieben diese bis heute unbeantwortet. Nun scheint Merkel eingesehen zu haben, dass der wertvolle Dialog mit den Jugendlichen nur dort stattfinden kann, wo Jugendliche auch anzutreffen sind. Egal wie das Interview nun aussehen wird, es sollte ein Weckruf für andere Politiker sein.

Hier geht es zur Infostrecke: #NetzFragtMerkel – die witzigsten Fragen an die Kanzlerin

(RP)