11 inspirierende Social-Media-Kanäle

Klug, lustig, überraschend: 11 inspirierende Social-Media-Kanäle

Wer nach Hass und Blödsinn in den sozialen Netzwerken sucht, wird schnell fündig. Dabei gibt es auch zahlreiche Seiten und Personen, die unsere digitale Pinnwand schöner und besser machen. Wir stellen elf von ihnen vor.

1. Barbara ist dagegen

Von Barbara wissen wir fast nichts, wir wissen ja nicht einmal, ob sie überhaupt Barbara heißt und eine Frau ist - und doch hat Barbara viele Facebook- und Instagram-Freunde. Barbara leistet Widerstand in der Öffentlichkeit - in dem sie öffentlich angebrachten Botschaften einen eigenen Spruch entgegensetzt und den mit "Barbara." signiert. Wo "Beklebten verboten" steht, klebt sie ein Schild hin mit der Aufschrift "Dieser Befehlston verletzt meine Gefühle". Unter einem aufgemalten "Heil Hitler" schreibt sie "Und wenn ein blöder Wicht was Superdoofes spricht, dann kleb ich einen Kaktus, und der sticht, sticht, sticht." Und manchmal ist Barbara auch ziemlich albern.

2. Die Tiere sind nachdenklich

Mit Tuschezeichnungen von melancholischen Tieren setzt der Zeichner und Autor Robin Thiesmeyer einen Kontrapunkt im Alltag. Unter "Meta Bene" lässt er in seinen Zeichnungen Hirsche über die Unfähigkeit sprechen, sich auf eine Realität zu einigen, Pinguine über den Arbeitsstress sinnieren und Vögel feststellen: "Es gibt mehr Sterne als Idioten." Wer auf lakonische Ideen wie diese steht, wird an Meta Bene große Freude haben.

3. So schön ist Sprache

Nicht mehr und nicht weniger: Die Facebook-Seite "Schöne Texte" sammelt genau das - schöne Texte. "Sommer kommt - fuck the pullis" hat jemand anstatt "Fuck The Police" an eine Wand gesprayed. Neben einem Foto von Donald Trump steht: "Ich möchte nicht angeben, aber ich habe ein Puzzle in einer Woche gelöst, obwohl die Verpackung sagte: 2 bis 4 Jahre." Auch Überlegungen zur deutschen Sprache wie diese haben dort ihren Platz.

4. Diese Frau sieht hin

Linda Rachel ist eine Journalistin aus Berlin, die sehr genau hinsieht, was in ihrem Alltag passiert - und davon in Facebook-Miniaturen berichtet.

5. Frau Weßling will sich nicht festlegen

So schwierig es ist, Kathrin Weßlings Schaffen mit einem Wort zusammenzufassen, so schwierig ist es, ihren Facebook-Account auf den Punkt zu bringen. Die Journalistin, Autorin, Instagrammerin postet, was ihr gerade recht erscheint. Seltsame Fotos von Helmut und Hannelore Kohl zum Beispiel.

Oder sie beschwert sich über das Frauenbild von Germany's next Topmodel.

Oder sie teilt superlustige Postings anderer Menschen.

  • Name und Nachricht : Düsseldorf

6. Der Philosophie-Redakteur, der lachen kann

Wenn einer für ein Philosophie-Magazin arbeitet, denkt man zunächst an Schachtelsätze. Nils Markwardt ist Redakteur des Philosophie-Magazins "Philosophie-Magazin", aber sein Twitter-Account lässt gar keine Schachtelsätze zu. Dort arbeitet er exakt auf der Schnittstelle "nachdenklich/kurios", wie die folgenden Tweets zeigen.

7. Wichtig ist ihr das Unwichtige

Anja Rützel äußert sich nicht zu gesellschaftlich relevanten Themen, aber sie gibt sich bei den irrelevanten ziemlich viel Mühe. "Spiegel Online"-Leser kennen sie als TV-Kritikerin ("Dschungelcamp"), auf Twitter lässt sie uns an den kuriosen Abgründen ihrer Welt teilhaben. Kaum jemand formuliert in Deutschland so schön lapidar.

8. Der Mann für die Titelseiten

Christoph Niemann ist ein deutscher Illustrator, der nach vielen Jahren in New York City nach Berlin gezogen ist. Er hat mehrfach Titelseiten für den New Yorker und andere US-Magazine gestaltet. Und wer sich anschaut, was der Kerl bei Twitter raushaut, der hat keine Zweifel daran, warum der prominenteste Platz in einem Magazin gerade prominent genug für ihn ist.

9. Der moslemkritische Moslem

Der deutsche Moslem Eren Güvercin setzt sich am liebsten dorthin, wo es am unbequemsten ist - zwischen alle Stühle. Der Kölner mit türkischen Eltern stört sich via Facebook zwar auch an Leuten, die dem Islam die seltsamsten Dinge unterstellen, aber fast noch lieber stört er sich an Türken in Deutschland, die ihrem Präsidenten Erdogan hinterherrennen (er nennt sie liebevoll "AKP-Groupies").

10. Veganer beißt zu

Jan Hegenberg ist Veganer und vermutlich würde er das auch bei einer Party nicht lange verheimlichen. Seine Facebook-Postings, die er als "Der Graslutscher" veröffentlicht, kommen zwar nicht ohne Moral aus, sind aber dermaßen scharfzüngig und auf den Punkt, dass Widerstand zwecklos ist. Hier erklärt er zum Beispiel, für wen Kühe eigentlich ihre Milch geben.

11. Ein Herz für Düsseldorfs zweitbekanntesten Fluss

Dafür, dass die Stadt nach ihm benannt ist, führt die Düssel ein ziemliches Schattendasein in Düsseldorf. Zu mächtig ist der Rhein. Sebastian Brück wird das als "Düssel-Flaneur" zwar nicht ändern, versucht es aber trotzdem. Schon mehrere Jahre läuft sein Projekt, die Düssel von der Mündung bis zur Quelle abzulaufen. Doch manchmal kommt er auch vom Weg ab - und entdeckt dann den Ort, von dem aus man sowohl die Skyline von Düsseldorf als auch die von Köln sehen kann.

(seda)
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