Tänze, Challenges und Songs 10 (fast) vergessene Internet-Trends aus diesem Jahrzehnt

Düsseldorf · 2020 steht vor der Tür, das aktuelle Jahrzehnt ist fast vorbei. Im Netz gab es in den vergangenen Jahren unzählige virale Trends. Wir haben einige der größten Hypes gesammelt - erinnern Sie sich noch daran?

 Mehrere Social-Media-Apps auf einem Smartphone-Bildschirm (Symbolbild).

Mehrere Social-Media-Apps auf einem Smartphone-Bildschirm (Symbolbild).

Foto: dpa/Yui Mok

Die Jahre 2010 bis 2019 waren dominiert vom starken Einfluss des Internets. Während im Jahr 2010 noch viele Kinder und Jugendliche am heimischen Computer auf SchülerVZ, StudiVZ und Myspace kommunizierten, besitzt heute fast jeder Jugendliche ein eigenes Smartphone und ist ständig erreichbar. Und das meist auf zahlreichen Kanälen: WhatsApp, Facebook, Instagram, Messenger, Twitter sowie insbesondere bei Jüngeren Snapchat und TikTok haben sich etabliert.

Viele Online-Trends haben sich ihren Weg in die reale Welt gebahnt und wurden nachgemacht, nachgetanzt oder nachgesungen. Der Hype lässt allerdings auf den meisten sozialen Medien schnell nach. Nur wenige bleiben jahrelang im Gedächtnis. Wir zeigen zehn Online-Trends aus diesem Jahrzehnt, die schon (fast) wieder vergessen sind.

„Gangnam Style“

2012 gab es keine Party ohne Park Jae-sang. Der Südkoreaner, der unter dem Namen Psy Musik macht, sorgte mit seinem Lied „Gangnam Style“ für den Hit des Jahres. Das Musikvideo wurde bis heute rund 3,5 Milliarden Mal aufgerufen. Bis Juli 2017 war es das meistgesehene Video in der Geschichte von Youtube. Weil nur die wenigsten den Text verstanden, wurde nur „Eh, sexy lady“ und „Gangnam Style“ mitgesungen. Dazu gab es den markanten „Pferdetanz“ mitsamt Lasso- und Reitbewegung.

„Ice-Bucket-Challenge“

Im Sommer 2014 sorgte eine Internet-Challenge für Abkühlung: die „Ice-Bucket-Challenge“. Sie sollte auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren. Bei der Challenge kippten sich Menschen, darunter zahlreiche Prominente, einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf und nominierten anschließend weitere Menschen, es ihnen gleich zu tun. Zudem sollte jeder zehn Euro spenden; wer nicht an der Challenge teilnehmen wollte, sogar 100 Euro. ALS ist eine Erkrankung des motorischen Nervensystems und führt zu spastischen Lähmungen und Muskelschwäche. Die Idee der Challenge ist, dass Menschen für wenige Sekunden das Gefühl einer Lähmung am eigenen Leib spüren. Pete Frates, Mitinitiator der Challenge, starb im Dezember 2019 im Alter von 34 Jahren.

Pokémon Go

Pokémon Go: Monster-Jagd auf der Girardet-Brücke in Düsseldorf
7 Bilder

Pokémon-Jagd auf der Girardet-Brücke

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Seit fast 20 Jahren gibt es Pokémon in Deutschland. Die Fantasiewesen aus Japan gibt es als Video- und Kartenspiel, als Serie und Film sowie in Form vieler weiterer Merchandising-Produkte. Im Jahr 2016 schaffte es die Reihe mit Pokémon Go erstmals aufs Smartphone. Das Spiel wurde mehr als eine Milliarde Mal heruntergeladen. Per Augmented Reality („erweiterte Realität“) werden Pokémon in die reale Umgebung, die von der Handy-Kamera des Spielers erfasst wird, projiziert. Auch Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen werden in die Spielwelt einbezogen. An Orten, an denen es besonders viele oder seltene Pokémon gab, bildeten sich im Sommer große Menschenscharen. Die Girardet-Brücke an der Königsallee in Düsseldorf wurde aufgrund des großen Spieler-Andrangs sogar zeitweise für den Autoverkehr gesperrt. Bis heute gibt es treue Pokémon-Spieler: Im Sommer 2019 kamen Zehntausende zum „Go Fest“ im Dortmunder Westfalenpark.

„Harlem Shake“

Er dauert gerade einmal eine halbe Minute, doch die ist intensiv. Die Rede ist vom „Harlem Shake“. Das Phänomen flutete 2013 die Video-Plattformen und wurde zu einem viralen Hit. Das gleichnamige Lied des US-Musikers Baauer beginnt mit den Worten „Con los terroristas“, dann steigert sich das Tempo, bis bei Sekunde 15 der Bass einsetzt: „Do the Harlem Shake“. In tausenden Youtube-Videos bewegen sich Menschen dazu: Zu Beginn ist eine Alltagssituation zu sehen, etwa im Büro oder auf der Straße, in der sich eine Person immer schneller zum Beat bewegt, während die Umgebung unbeeindruckt bleibt. Nach der Textzeile „Do the Harlem Shake“ gibt es einen Schnitt und eine völlig andere Situation: Plötzlich gibt es in der Umgebung einen Flashmob mit vielen Menschen, die alle unkontrolliert herumzappeln. In vielen Videos werden Kostüme und Masken getragen.

Dab

Der eine Arm ist schräg in die Höhe gestreckt, der andere Arm als Verlängerung angehoben, der Kopf ist schräg nach unten gesenkt, sodass es aussieht, als würde man in die Armbeuge niesen – fertig ist der Dab. Diese Tanzfigur avancierte 2015 zum Internet-Trend und schaffte den Sprung in Memes, Alltagssituationen und den Sport. Ob nach erzieltem Tor oder coolem Move – der Dab ist ein Zeichen des Triumphs oder eines „lässigen Abgangs“.

„Mannequin-Challenge“

Der Hype ist benannt nach dem französischen Wort für Modellpuppe. Und genau das imitierten Menschen rund um den Globus im Jahr 2016: Eine Gruppe verharrt regungslos und wird dabei aus verschiedenen Perspektiven gefilmt. Der Song zur Challenge ist „Black Beatles“ vom US-amerikanischen HipHop-Duo Rae Sremmurd. Wie bei anderen Challenges nahmen sowohl Freundeskreise, Schulklassen als auch Sportvereine Videos auf. Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft fror für die Challenge ein.

„Happy“

Der US-Sänger Pharrell Williams veröffentlichte 2013 sein Lied „Happy“ und feierte damit einen großen Erfolg. Im Musikvideo sieht man den Sänger und zahlreiche Schauspieler lächelnd über die Straße tanzen. Dieses Szenario brachten tausende Menschen in ihre Heimatstädte und nahmen Videos auf, in denen sie zum Song durch die Gegend tanzen.

„Bottle Flip“

Eine Plastikflasche landet für gewöhnlich im Pfandautomat oder im Müll. Im Jahr 2016 wurde die Flasche jedoch zum Sportgerät. Unter anderem an Schulen und Universitäten begannen Kinder und Jugendliche, eine zum Teil gefüllte Plastikflasche so zu werfen, dass sie eine 360-Grad-Drehung macht, auf dem Boden landet und dort stehen bleibt.

„Kiki-Challenge“

Der kanadische Rapper Drake ist einer der größten Popstars dieses Jahrzehnts. Zu seinem Song „In My Feelings“ entstand die „Kiki-Challenge“, benannt nach der im Lied besungenen Frau. Millionen Menschen rund um den Globus tanzten im Jahr 2018 die Choreografie aus dem Musikvideo nach. Die Challenge machte jedoch auch negative Schlagzeilen: In manchen Videos waren Menschen während der Fahrt aus dem Auto gestiegen und tanzend nebenher gelaufen, wodurch es zu Unfällen gekommen war. Die Polizei hatte daher vor Gefahren für den Straßenverkehr gewarnt und von Nachahmungen abgeraten.

Hundefilter

 Cathy Hummels (r.), die Frau von Borussia-Dortmund-Spieler Mats Hummels, mit einem Hundefilter.

Cathy Hummels (r.), die Frau von Borussia-Dortmund-Spieler Mats Hummels, mit einem Hundefilter.

Foto: Snapchat / Cathy Hummels

Selfies haben in diesem Jahrzehnt ihren Durchbruch in den sozialen Medien geschafft. Selbstporträts, aus einer Armlänge Abstand selbst gemacht, sind auf Facebook und Instagram omnipräsent. Nicht zuletzt die gestiegene Anzahl an Influencern und Prominenten hat zu dieser Entwicklung beigetragen. Um den Bilder das „gewisse Etwas“ zu verleihen, wird häufig ein Filter darüber gelegt. Besonders beliebt ist der Hundfilter: Auch zahlreiche Prominente ließen sich zwei Schlappohren, eine Hundenase sowie eine lange Zunge zaubern.