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Gerichtsunterlagen aufgetaucht: Yahoo gegen Microsoft: Suchmaschinen-Streit in Asien

Gerichtsunterlagen aufgetaucht : Yahoo gegen Microsoft: Suchmaschinen-Streit in Asien

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat versucht, die Suchmaschinen-Allianz mit Microsoft in zwei asiatischen Ländern zu verzögern. Microsoft leitete daraufhin rechtliche Schritte ein - und gewann.

Kampf der Internet-Giganten: Wie die Nachrichten-Agentur "Reuters" berichtet, ist es in Taiwan und Hongkong zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen Yahoo und Microsoft gekommen, die erst durch ein US-Gericht gelöst werden konnte. Yahoo-Chefin Marissa Mayer missachtete in diesen Ländern demnach ein 2009 geschlossenes Abkommen zwischen den beiden Konzernen, laut dem sich Yahoo verpflichtete, weltweit auf Such-Technologien von Microsoft umzustellen.

"Reuters" zufolge wollte Yahoo die für Oktober vorgesehene Umstellung in Taiwan und Hongkong noch bis Anfang 2014 hinauszögern. In den restlichen 14 Märkten, auf denen Yahoo global agiert, arbeitet die Yahoo-Suchmaschine bereits mit Microsoft-Technologie. Laut dem Gerichtsurteil, zu dem "Reuters" Dokumente vorliegen, muss sich Yahoo jedoch an den Zeitplan halten.

Als Grund für die Zögerlichkeit von Yahoo in Taiwan und Hongkong nannte ein Mitarbeiter aus Yahoos Führungsebene den bevorstehenden Wechsel auf dem Chef-Posten von Microsoft. Man hätte abwarten wollen, ob der oder die Neue genauso viel Engagement mitbringe wie der noch amtierende Vorstandschef Steve Ballmer.

Ziel der Allianz zwischen Microsoft und Yahoo war es ursprünglich, die Dominanz von Marktführer Google auf dem Suchmaschinen-Sektor zu untergraben. Dies ist jedoch nicht gelungen: Noch immer hält Google knapp zwei drittel Marktanteil, Microsoft und Yahoo kommen zusammen auf nicht ganz 30 Prozent. Yahoo-Chefin Marissa Mayer, eine ehemals langjährige Google-Mitarbeiterin, kritisierte die Suchallianz bereits öffentlich.