Weihnachten 2018 - Apple fürchtet Produktionsengpässe im Weihnachtsgeschäft

iPhone, iPad, Macbook : Apple fürchtet Produktionsengpässe im Weihnachtsgeschäft

Weihnachten ist die wichtigste Zeit für das Geschäft von Apple. Aber nun warnt der Hersteller vor Produktionsengpässen. Eventuell könne die Nachfrage nach iPhone, iPad und Macbook nicht bedient werden, meint Konzernchef Cook.

Das Unternehmen sei sich nicht sicher, ob es bei der Herstellung der jüngst vorgestellten neuen iPhones, iPads, Computer-Uhren und Mac-Rechner mit der erwarteten Nachfrage mithalten könne, sagte Apple-Chef Tim Cook am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Er machte deshalb die Anleger darauf gefasst, dass der Umsatz in dem Ende Dezember ablaufenden ersten Geschäftsquartal auch unter den Markterwartungen liegen könnte. Cook peilt 89 bis 93 Milliarden Dollar an, während Analysten im Schnitt mit 93 Milliarden rechnen.

Apple hatte erst vor kurzem eine ganze Reihe neuer Modelle seiner Geräte vorgestellt. Dabei baut der Konzern in seine iPhones und iPads verstärkt eine Gesichtserkennungs-Funktion ein, für die nur eine Handvoll von Zulieferern Spezialbauteile herstellen. Zuletzt waren gerade die hochpreisigen iPhone-Modelle immer besonders gefragt. Apple enttäuschte die Börse mit seiner Umsatzprognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel am Donnerstag um mehr als vier Prozent. Nach der Ankündigung zu den Absatzzahlen weitete sich das Minus auf über sechs Prozent aus.

Der Konzern wird künftig keine Absatzzahlen mehr zu seinen Geräten veröffentlichen. Die Zahl binnen drei Monaten verkaufter iPhones, iPads und Mac-Computer sei kein guter Gradmesser für den Erfolg des Apple-Geschäfts, sagte Finanzchef Luca Maestri zur Begründung der Maßnahme. Konzernchef Tim Cook griff zu einem Alltagsbeispiel: An der Supermarkt-Kasse werde man auch nicht gefragt, wie viele Artikel im Einkaufswagen liegen.Vor allem die iPhone-Verkaufszahlen wurden stets sehr aufmerksam beobachtet. Es ist das mit Abstand wichtigste Produkt von Apple und die Absatzentwicklung galt als Indikator dafür, wie neue Modelle - und deren Preise - bei den Verbrauchern ankamen. Zugleich wurde ihre Aussagekraft in der Vergangenheit auch schon durch Lieferengpässe relativiert.

Mit der Änderung bereits ab dem laufenden Weihnachtsquartal wird Apples Geschäft ein großes Stück weniger transparent für Beobachter und Konkurrenten. Viele Rivalen - wie etwa Smartphone-Marktführer Samsung - veröffentlichen bereits keine Absatzzahlen für ihre Geräte mehr. Es gibt lediglich Schätzungen von Analysten.

Im vergangenen Quartal waren die iPhone-Verkäufe im Jahresvergleich kaum gewachsen. Apple setzte rund 46,9 Millionen iPhones ab - das waren nur gut 200.000 mehr als im Vorjahresquartal. Die Erlöse des iPhone-Geschäfts sprangen aber um 29 Prozent auf rund 37,2 Milliarden Dollar hoch. Das liegt daran, dass im vergangenen Jahr das neue iPhone X erst im November auf den Markt kam - und jetzt schon seit September das Nachfolgemodell XS und die größere und teurere Version XS Max verkauft wurden. Der durchschnittliche Preis eines verkauften iPhones stieg auf 793 Dollar von 618 Dollar vor einem Jahr.

(wer/rtr/dpa)
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