Stiftung Warentest: Multifunktions-Drucker von Epson siegt bei Modell-Vergleich

Stiftung Warentest untersucht Multifunktions-Drucker : Drucken für 0,2 Cent pro Seite

Stiftung Warentest hat 14 Multifunktions-Drucker getestet. Mit „gut“ schnitten zwei Modelle mit großen Tintenbehältern ab sowie drei mit kleineren Patronen. Vor dem Kauf sollten die Folgekosten des Modells geprüft werden.

Der Drucker ist längst zum Massenprodukt geworden. Besonders hoch im Kurs stehen seit längerem die Multifunktions-Drucker. Sie können auch scannen, kopieren und zum Teil sogar faxen. 2018 wurden knapp 2,9 Millionen Multifunktions-Drucker verkauft, die meisten davon als Tintendrucker. Sie unterscheiden sich von den Laserdruckern dadurch, dass sie nicht mit Toner (ein sehr feines Pulver), sondern mit Tinte drucken.

Stiftung Warentest hat 14 Multifunktions-Tintendrucker der Marken Epson, Brother, Canon und HP getestet, fünf Modelle mit großen Tintenbehältern und neun mit kleineren Patronengrößen („test“-Ausgabe April, fünf davon wurden bereits 2018 gestestet). Das Ergebnis: Zwei Modelle mit großen Tintenbehältern und drei Drucker mit normalgroßen Tintenpatronen schnitten mit „gut“ ab. Testsieger wurde ein Epson-Drucker mit einem großen Tintenbehälter. (Modell „Workforce Pro WF-C5790DWF, Note 2,1). Fünf Mal verteilten die Tester die Note „ausreichend“.

Der Druckpreis: Um Druckkosten sparen zu können, bieten die Hersteller Modelle mit großen Tintentanks und -behältern an. Die Untersuchungen von Stiftung Warentest bestätigten, dass die Tintenkosten pro Seite bei allen fünf untersuchten Multifunktions-Druckern mit großen Tintenbehältern niedriger waren als bei den Modellen mit normalgroßen Patronen. Beim Testsieger-Modell „Workforce Pro WF-C5790DWF“ betrug der Tintenpreis pro Seite 1,5 Cent. Dieses Modell überzeugte zudem bei der Druckgeschwindigkeit und der Textschärfe.

Am niedrigsten lag der Preis hingegen beim Epson-Modell „Ecotank ET-2750“ (Note 2,2), der für 0,2 Cent pro Seite druckt. Sehr günstig drucken mit 0,3 Cent pro Seite zudem der Canon „Pixma G3501“ (Note 3,3) und der Epson „Ecotank ET-2710“ (Note 3,7). Beim Brother-Modell „DCP-J1100DW“ (Note 3,9) lagen die Tintenkosten pro Seite bei 0,8 Cent.

Der Unterschied zu den getesteten Druckern mit kleineren Tintenpatronen ist deutlich: Beim Epson-Modell „Workforce Pro WF-3720DWF“ (Note 2,5) lagen die Druckkosten pro Seite bei 4,0 Cent, beim Canon „Pixma TR8550“ (Note 2,4) sowie beim Epson „Expression Premium XP-7100“ (Note 2,4) bei 4,5 Cent. Die höchsten Druckkosten verursacht der HP „Deskjet 3710“ (Note 4,3) mit zehn Cent.

Preis Drucker: Bevor ein Drucker gekauft wird, sollte sich jeder Käufer erst einmal die Frage stellen, wie oft und in welchem Umfang er den Drucker benötigt. Zwar sind die Druckkosten eines Modells mit großem Tintentank geringer als bei einem Drucker mit normalgroßen Patronen. Demgegenüber stehen jedoch die höheren Anschaffungskosten. Stiftung Warentest zahlte für das Testsieger-Modell von Epson 385 Euro (Einkaufspreis, im Internet ist das Modell auch schon für knapp 260 Euro erhältlich, Stand 2. Mai). Die Sieger-Modelle unter den Druckern mit normalgroßen Patronen, Canon „Pixma TR8550“ (Einkaufspreis 106 Euro) und Epson „Expression Premium XP-7100“ (154 Euro) waren in der Anschaffung deutlich günstiger. Diese Modelle punkteten im Übrigen mit einer hohen Qualität beim Fotodruck. Laut Stiftung Warentest könnten für die Preisdifferenz zwischen dem Epson- und dem Canon-Modell rund 1900 Farbseiten gedruckt werden. Der Kauf eines Druckers mit großem Tintentank rechnet sich mithin nur für diejenigen, die auch regelmäßig in großen Mengen drucken.

Qualität Unabhängig von der Patronengröße wurden bei mehr als der Hälfte der getesteten Drucker Qualitätsmängel festgestellt. Die beiden Großtank-Geräte von Canon („Pixma G3501“) und Brother („DCP-J1100DW“) wiesen beispielsweise Schwächen beim Textdruck auf. Der Epson „Ecotank E-T2710“ schwächelte beim Fotodruck und Kopieren.

Tintenverbrauch Drucker verbrauchen auch Tinte, wenn der Druckkopf gespült wird, damit dieser nicht eintrocknet. Am wenigsten Tinte verbrauchten zum Spülen die Großtankmodelle Epson „Ecotank ET-2750“ und Canon „Pixma G3501“.

Nachfüllen: Unbedingt zu beachten sind bei einem Druckerkauf die Folgekosten. Beim Kauf eines neuen Druckers ist meist nur ein Starterpatronen-Set enthalten. Diese Patronen sind nicht voll befüllt, sodass schnell nachgekauft werden muss. Die Händler können auf diese Weise ihre Modelle günstig anbieten, da sie an der Patronenfüllmenge sparen.

Sind die Patronen leer, können entweder neue Originalpatronen gekauft werden oder je nach Hersteller die leeren Patronen nachgefüllt werden, was oftmals die günstigere Variante darstellt. Patronen von Canon können zum Beispiel von einem Fachhändler leicht nachgefüllt werden, anders es ist bei Epson.

Es gibt aber auch Modelle von Epson oder Canon, die einen festen Tintentank haben, für die es Nachfüllflaschen oder Tintenbeutel gibt und die selbst aufgefüllt werden können.

Mehr von RP ONLINE