Drohnen: Google und Amazon entwickeln Luftraumkontrolle

Google, Amazon & Co. : US-Firmen forschen an Luftraum-Kontrolle für Drohnen

Google, Amazon und die Deutsche Post: Sie alle forschen an Drohnen, etwa um Pakete auszuliefern. Völlig offen ist allerdings noch, wie in der Luft Zusammenstöße der Flugobjekte verhindert werden können. Die Unternehmen entwickeln deshalb Kontrollsysteme für den Drohnen-Luftraum.

Mindestens 14 Firmen - darunter Google, Amazon und der US-Mobilfunkanbieter Verizon - forschen an einer Lösung, den kleinen Fluggeräten in der Luft eine Ordnung zu geben. Darüber berichtet das Wirtschaftsmagazin Bloomberg. Federführend koordiniert das Projekt demnach die US-Raumfahrtbehörde Nasa. Auch mehr als 100 andere Firmen und Universitäten sollen Interesse angemeldet haben, sich zu beteiligen.

Luftraumkontrolle soll längere Strecken ermöglichen

Bisher ist der Betrieb von Drohnen im Luftraum stark eingeschränkt. So darf der Warenhändler Amazon seine Paket-Drohnen zwar im Freien testen, allerdings nur bis zu einer Höhe von 120 Metern und in Sichtweite des Piloten.

Das NASA-Projekt mit dem sperrigen Namen "Unmanned Aerial System Traffic Management", zu Deutsch "Verkehrsmanagement für unbemannte Luftsysteme", soll dieses Problem nun lösen und auch längere Flüge von Drohnen zur Auslieferung von Paketen oder zur Inspektion von Stromleitungen ermöglichen und dabei Zusammenstöße verhindern.

Auf einer Konferenz der Nasa für unbemannte Flugobjekte wollen die beteiligten Firmen in dieser Woche die Details eines Kontrollsystems für den neu entstehenden Luftraum besprechen. Ob dieses System von einer Behörde oder einer Firma betrieben wird, ist laut dem Bloomberg-Bericht noch offen. Es soll aber offenbar voll automatisiert funktionieren.

Drohnen-Startup in Leichlingen

Jede Drohne muss sich identifizieren und ihre Position freigeben

"Hier wird nicht eine Instanz oder eine Organisation die Führung übernehmen können", wird Dave Vos zitiert, der verantwortliche Leiter von Google Drohnen-Projekt "Project Wing". Er spricht sich dafür aus, dass jeder eine Lösung entwickeln kann und nicht ein Unternehmen das System für alle anderen vorgibt. Seine Vision: Eines Tages könnten Drohnen große Teile des Lieferverkehrs am Boden ersetzen und so Emissionen reduzieren.

Grundvoraussetzung müsse dabei sein, dass jede Drohne ihre Position und eindeutige Identität an das System übermittle. Jeder, der sich an die Regeln halte, müsse den Luftraum für Drohnen nutzen können, so Vos laut dem Bericht auf einer eigenen Konferenz von Google im Juni.

Die Drohnen würden weiter von Piloten gesteuert und nicht etwa automatisch fliegen. Allerdings müssten sich die Piloten bei ihren Entscheidungen auf die Berechnungen des Systems verlassen - anders als Piloten von Flugzeugen, die im Zweifelsfall auch auf Sicht fliegen können.

Erste Systeme sind schon im Einsatz

Wie ein solches System aussehen könnte, zeigt der Drohnen-Anbieter PrecisionHawk, der für seine Kunden bereits ein Luftraum-Kontrollsystem entwickelt hat. Dem Bericht zufolge erkennt das System etwa, wenn sich eine Drohne einem gesperrten Luftraum nähert - etwa über einem Flughafen - und zwingt sie automatisch zur Umkehr, falls der Pilot nicht reagiert.

Einen anderen Ansatz verfolgt das kalifornische Unternehmen Skydio, das mit kleinen an der Drohne angebrachten Kameras Hindernisse wie Bäume und Stromleitungen und das Fluggerät automatisch um diese herum steuert. Dieses Werbevideo vermittelt einen kleinen Eindruck davon:

Mehr Details zur künftigen Kontrolle des Luftraums von Drohnen sollen auf einer dieswöchigen Konferenz der NASA auf dem Moffett Federal Airield in Kalifornien besprochen werden.

Hier geht es zur Infostrecke: Freizeitspaß Drohne - was Hobbypiloten wissen müssen

(RPO)
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