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Wie schön der Niederrhein im neuen Microsoft Flight Simulator aussieht

Flugsimulation von Microsoft : Wie schön der Niederrhein im neuen Flight Simulator aussieht

Microsofts neuer Flugsimulator legt die Messlatte für fotorealistische Darstellungen erneut ein gutes Stück höher. Wir haben uns hinter den Steuerknüppel geschwungen und eine Runde über den Niederrhein gedreht.

Microsoft hat seine neueste Auskopplung des Flight Simulators mit beeindruckenden Trailern beworben. Feine Wassertropfen, die sich auf der Cockpitscheibe niederschlagen; Sonnenstrahlen, die durch die Wolkendecke brechen; Stürme, die selbst am Monitor ein Frösteln erzeugen. Virtuelle Hobby-Piloten konnten noch nie in einer so schönen Welt abheben. Doch wie macht sich der über 100 Gigabyte schwere Simulationsbrocken, wenn der Pilot nicht gleich über den Himalaya fliegen will? Wenn er nur mal die Nachbarschaft und die eigene Heimat erkunden möchte. Unser Autor ist einfach mal „drauf losgeflogen“.

Wie schön die Welt im Flight Simulator aussieht

Los geht die Reise am Flughafen in Weeze. In nördlicher Richtung über Goch bis Kleve wird schnell klar: Von oben sieht der digitalisierte Niederrhein fantastisch aus. Windräder werfen ihre Schatten auf Felder und Weiden. Kleine Flüsse und Kanäle schlängeln sich ebenso wie Straßen und Feldwege durch die Landschaft. In einer Höhe ab etwa 1000 Fuß (300 Meter) und bei leichter Bewölkung sieht die Welt schon aus wie Spielzeug.

Ein Traum und ein entspannender obendrein. Im richtigen Verhältnis von Gas und Landeklappen lässt sich der kleine Sportflieger auf konstanter Höhe halten, ganz ohne ständige Korrekturen. Mit der Maus-gesteuerten Kamera kann während des Fluges die Welt erkundet werden. Wer sich seine Heimatstadt in Ruhe ansehen will, kann das Spiel auch in eine Art Live-Pause versetzen. Der Flieger hält dann in der Luft an, die Welt steht aber nicht still. Optimal für jene, die sich auch an Modelleisenbahnen nicht sattsehen können.

Wie hässlich die Welt im Flight Simulator aussieht

Die Welt des Microsoft Flight Simulators wurde mittels künstlicher Intelligenz aus Satellitendaten generiert. Das klappt ganz oft ganz hervorragend. Doch eine derart automatisch generierte Welt kann nur so gut sein wie die Ausgangsdaten, die dem Algorithmus dafür zugrunde liegen. An einigen durchaus entscheidenden Stellen waren diese Daten offenbar nicht gut genug. So sieht etwa der Fernsehturm in Düsseldorf aus wie ein großes zylinderförmiges Hotel. Der Schwanenburg in Kleve hingegen fehlt gleich jegliche Dreidimensionalität. Ebenso dem Dom in Xanten.

Auch wer sich sein eigenes Haus aus der Luft ansehen will, wird möglicherweise enttäuscht sein. Denn die künstliche Intelligenz hat die meisten Wohnhäuser, erst recht in ländlichen Gegenden, durch Platzhaltergebäude ersetzt. Auch sind Detailgrad und Auflösung der Texturen nicht für eine Betrachtung aus nächster Nähe gedacht. Wer also mit dem Sportflieger kurz über dem Boden die Bismarckstraße in Mönchengladbach entlangfliegen möchte, dürfte die Gebäude rechts und links wenig ansehnlich finden. Microsoft hat mit dem Flight Simulator die ganze Welt besuchbar gemacht, da fallen solche Details leider hinten über.

Für wen ist der Flight Simulator was?

Wer noch nie einen Flugsimulator geflogen ist, der sei gewarnt: Mit Maus und Tastatur steuern sich die Flugzeuge wie Murmeln auf einem Brett. Ist der Tastendruck auch nur ein klein bisschen zu lang, übersteuert das Flugzeug gnadenlos. Ist er zu kurz, passiert anscheinend gar nichts. Das ist sehr frustrierend. Ein halbwegs moderner Joystick ist daher absolute Pflicht, ein zusätzlicher Schubregler eine nützliche Kür.

Im Simulator selbst lässt sich der Realitätsgrad über diverse Optionen einstellen. Wer es einfach will, kann das auch so haben. Dann müssen sich Piloten weder um den Funkverkehr noch um die Position der Klappen oder des Fahrwerks kümmern. Einsteiger werden mit einem Lernprogramm an die Steuerung der Flugzeuge herangeführt. Profis können aber auch alle Hilfen ausschalten bis zum Frequenzwechsel an den Übergängen von einem Luftraum zu nächsten.

Wohin geht die Reise?

Das Problem mit den oft fehlerhaft dargestellten Gebäuden ist Microsoft durchaus bekannt. Hier soll die Community aushelfen und selbsterstellte Inhalte in den eingebauten Marktplatz hochladen können. Es ist also zu erwarten, dass sich im Laufe der Zeit zunehmend mehr schöne und exakte Nachbildungen bedeutender Bauwerke im Simulator finden werden. Schon jetzt haben sich einige Profi-Entwickler, die auch für andere Flugsimulationen Inhalte erstellen, gemeldet. Deren Arbeit wird aber nicht kostenlos sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Rundflug über den Niederrhein im Microsoft Flight Simulator