“Terra Nil“ im Test Nur mal schnell die Welt retten

Düsseldorf · Zocken und dabei die Welt retten - klingt verrückt, ist dank „Terra Nil“ aber tatsächlich möglich. Wir verraten, was das charmante Umweltstrategiespiel kann und warum die Idee dahinter aktueller denn je ist.

 Im Mittelpunkt der Aufbausimulation steht die Aufgabe, aus einem unwirtlichen Ödland wieder ein blühendes Ökosystem zu machen.

Im Mittelpunkt der Aufbausimulation steht die Aufgabe, aus einem unwirtlichen Ödland wieder ein blühendes Ökosystem zu machen.

Foto: Devolver Digital / Free Lives

Ausgetrocknete Flüsse, karge Landschaften und eine toxische Atmosphäre, die von den Nachwirkungen vergangener Nuklearkatastrophen geprägt ist - das ist die Welt von „Terra Nil“. Zumindest so, wie wir sie in den ersten Spielminuten erleben. Unsere Aufgabe ist es, aus den unwirtlichen Spielwelten wieder blühende Lebensräume machen. Und dann alles zusammenzupacken, als wären wir nie da gewesen.

Ein Spielprinzip, das in Zeiten von Klimawandel, Erderwärmung und Artensterben aktueller ist denn je. Devolver Digital und Free Lives haben mit ihrer Aufbaustrategie ein Spiel geschaffen, das nicht nur unterhaltsam ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Und das gelingt ihnen auch ohne moralischen Zeigefinger. Denn „Terra Nil“ ist nicht nur lehrreich, sondern auch unglaublich entspannend.

Damit Pflanzen und Bäume gedeihen können, müssen die klimatischen Voraussetzungen stimmen.

Damit Pflanzen und Bäume gedeihen können, müssen die klimatischen Voraussetzungen stimmen.

Foto: Devolver Digital / Free Lives

Nie war Klimaschutz entspannender

Nach dem Spielstart finden wir uns auf einer Weltkarte wieder, die in verschiedene Kontinente unterteilt ist. Einige Areale sind von Eis und Schnee durchzogen, in anderen stoßen wir auf Lava und Geröll. Eines haben jedoch alle Bereiche gemeinsam: Sie sind trist und verlassen. Unsere Aufgabe ist es nun, aus dem Ödland wieder eine blühende Landschaft zu machen. Und so platzieren wir nach unserer Landung erst mal Windräder, um unsere Geräte mit Strom zu versorgen. Darauf folgen Entgifter und Bewässerer, die schnell das erste Grün sprießen lassen und die ausgetrockneten Flüsse mit Wasser füllen.

Die verschiedenen Arbeitsschritte und Geräte werden in einem Notizbuch optisch ansprechend erklärt.

Die verschiedenen Arbeitsschritte und Geräte werden in einem Notizbuch optisch ansprechend erklärt.

Foto: Devolver Digital / Free Lives

Es macht Spaß, dabei zuzusehen, wie die dunklen Flächen der Karte allmählich Gras und Blumen weichen. Und auch wenn das Spielprinzip einfach ist, erfordert die Platzierung der Geräte strategisches Denken. So füllt eine Wasserpumpe, die auf einer erhöhten Position platziert wird, mehr Flussbetten mit Wasser. Und kontrollierte Feuer geraten schnell außer Kontrolle, wenn sie zu nah an Waldgebieten entfacht werden. Während die ersten Level noch herrlich entspannend sind, zieht der Schwierigkeitsgrad schnell an. Frust kommt jedoch zu keiner Zeit auf.

Von Bienchen und Blümchen

Was wäre ein Ökosystem ohne Bewohner? Und so bekommen wir nach Abschluss der Begrünung die Aufgabe, Insekten, Fische und Säugetiere anzusiedeln. Während Bienen noch relativ unkompliziert sind und einfach die vorhandenen Bäume beziehen, brauchen andere Lebewesen das passende Klima. So mögen Polarbären Schnee und Eis, während Korallen warme Temperaturen bevorzugen. Auch das Vorhandensein von Beutetieren und pflanzlichen Nahrungsquellen müssen wir bei der Planung der Lebensräume berücksichtigen.

In der letzten Phase der Wiederbesiedelung schaffen wir passende Lebensräume für verschiedene Tiere.

In der letzten Phase der Wiederbesiedelung schaffen wir passende Lebensräume für verschiedene Tiere.

Foto: Devolver Digital / Free Lives

Und so ist es manchmal gar nicht so einfach, alle Tierarten zu finden und anzusiedeln. Glücklicherweise müssen wir meist nur drei Tierarten entdecken, um die Mission erfolgreich abzuschließen. Wer mehr erreichen möchte, sollte von Anfang an strategisch vorgehen oder die Karte einfach neu besiedeln.

Qualität statt Quantität

Beim Blick auf die Weltkarte fällt auf, dass „Terra Nil“ kein besonders umfangreiches Spiel ist und „nur“ über vier verschiedene Karten verfügt. Diese basieren jedoch auf komplett unterschiedlichen Biomen und unterscheiden sich in Zielen und Schwierigkeitsgrad. Oft kommt man gar nicht darum herum, die Karte neu zu beginnen, weil man immer wieder von unerwarteten Ereignissen überrascht wird. Das ist motivierend, kann in späteren Leveln aber durchaus auch mal nerven. Wer gerne schnell vorankommt und keine Lust auf Wiederholungen hat, wird hier an seine Grenzen stoßen.

Die Spielwelt ist in vier Karten aufgeteilt, die über unterschiedlich Biomen verfügen. Von Lava bis Schnee ist alles dabei.

Die Spielwelt ist in vier Karten aufgeteilt, die über unterschiedlich Biomen verfügen. Von Lava bis Schnee ist alles dabei.

Foto: Devolver Digital / Free Lives

Gleichzeitig ist es ein unglaublich zufriedenstellendes Gefühl, ein kniffliges Level nach dem dritten oder vierten Versuch endlich gemeistert zu haben. Und wirklich Stress kommt bei den meisten Missionen auch gar nicht auf. Denn „Terra Nil“ gibt dem Spieler zwischen den einzelnen Aufbauphasen genug Zeit, sich gründlich mit der Umgebung vertraut zu machen.

Fazit

„Terra Nil“ ist eine leicht verständliche Aufbausimulation, die sich für Anfänger und Strategie-Fans eignet. Wer beim Spielen gerne entspannt, darf hier getrost zugreifen und bekommt für rund 25 Euro 12-14 Stunden Spielzeit geboten. Tolle Aktion: Ein Teil der Einnahmen des Spiels geht an den Endangered Wildlife Trust.

„Terra Nil“ ist am 28. März für PC, Mac OS, Netflix Games, Linux, Android und iOS erschienen. Hier geht es zum offiziellen Trailer.

(cwi)
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