Kritik nach Release Microtransactions in Dragon’s Dogma 2 – wie schlimm ist es wirklich?

Düsseldorf · Capcom hat seinem neuen Vorzeigetitel kostenpflichtige Inhalte mit auf den Weg gegeben. Die Spielergemeinde schäumt über vor Wut und überzieht das Spiel mit schlechten Bewertungen. Zurecht?

Hat Capcom es nur aufs Geld abgesehen?

Hat Capcom es nur aufs Geld abgesehen?

Foto: Capcom

Dragon’s Dogma 2 ist am Freitag, 22. März 2024, um 1 Uhr deutscher Zeit offiziell erschienen und nur Stunden später schäumten Spieler in den Bewertungen auf Steam. 61 Prozent negative Bewertungen verzeichnet das Spiel von Capcom um 18 Uhr desselben Tages. Die prominenteste davon lautet „Hey Capcom, You can purchase a "good review DLC" for $1.99.“, was übersetzt heißt: „Hey Capcom, Sie können eine "gute Bewertung DLC" für 1,99 Dollar kaufen.“ Dass das Spiel direkt zum Start mit bezahlbaren Zusatzinhalten auffährt, stößt offenbar extrem sauer auf. Doch wie sehr will Capcom seinen Kunden das Geld überhaupt aus der Tasche ziehen?

Welche Inhalte bietet Capcom zum Kauf an?

Die Liste der Bezahlinhalte ist überschaubar. Neben fünf Wakestones, die es ermöglichen, eine gestorbene Spielfigur wieder zum Leben zu erwecken und verschieden großen Paketen einer Ingame-Währung, gibt es:

  • Einen Gegenstand, der Shops ein bestimmtes Camping-Kit hinzufügt
  • Extra Sound-Effekte
  • Ein Lockmittel für Harpyien
  • Ein Anhänger zum Verschenken
  • Ein Mittel, um die Charakterausrichtung des Begleiters zu ändern
  • Einen Einweg-Schlüssel für einen bestimmten Ort (Spoiler)
  • Ein Räuchermittel, um das Aussehen der Spielfigur zu verändern
  • Einen Portstein

Wie wichtig sind diese Gegenstände für das Spiel?

Um es kurz zu machen: Nicht sonderlich. Laut Capcom sind alle Gegenstände auch erspielbar. Die gekauften DLCs sorgen lediglich dafür, dass der Spieler sie zu einem früheren Zeitpunkt bereits erhalten kann. Camping-Kits gibt es zum Beispiel schon sehr früh im Spiel bei Händlern, nur eben zunächst die simpleren Varianten.

Wie wichtig ist die Ingame-Währung für das Spiel?

Auch hier gilt: Für erledigte Aufgaben und besiegte Gegner gibt es die sogenannten Rift Crystals ohnehin. Besonders ungeduldige Spieler können sie für Geld kaufen. Benötigt werden sie immer dann, wenn man Begleiter (Pawns) anheuern möchte, die über dem Level der eigenen Spielfigur sind. Wer sich also von einem sehr mächtigen Pawn den Weg freischlagen lassen möchte, muss Rift Crystals dafür ausgeben.

Zudem können Spieler mit Rift Crystals verschiedene Räuchermittel kaufen, um damit Eigenschaften ihrer Begleiter anzupassen.

Wie gerechtfertigt ist der Aufschrei also?

Das allgemeine Credo der Kritiker lautet: Ein Singleplayer-Titel, der direkt zum Start mit Bezahlinhalten daherkommt: Das geht gar nicht. Wir finden: halb so wild. Im konkreten Fall sind die angebotenen Objekte alle nicht spielentscheidend. Da es sich bei Dragon’s Dogma 2 auch nicht um ein Multiplayer-Spiel handelt, kann auch jeder Spieler selbst entscheiden, ob er sich die Balance kaputtmachen will, indem er sich einen übermächtigen Begleiter anheuert, den er mit gekauften Rift Crystals bezahlt.

Welche Kritik wird noch geäußert?

Jegliche Kritik an der Performance des Spiels ist zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen berechtigt. Selbst auf den dicksten Gaming-Maschinen stottert das Spiel in dicht bevölkerten Städten vor sich hin. Entwickler Capcom hat bereits Besserung versprochen. Das ist auch mit Blick auf die Konsolen dringend nötig. Dort schafft das Spiel oft die 30-Fps-Marke nicht.

Was PC-Spieler für eine bessere Performance tun können

Eine Mod schafft erste Abhilfe und aktiviert die Frame-Generation für Nvidia-Karten der neuesten Generation. Zu finden ist die Mod, die nur eine Nvidia-DLL austauscht, auf Nexusmods. Diese Technik kann naturgemäß nicht das Stottern abstellen, sorgt aber immerhin für deutlich höhere Bildraten (siehe Video).

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort