Rollenspiel-Klassiker im Test Vom Tartarus in den RPG-Olymp - “Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“

Düsseldorf · Knapp 20 Jahre nach dem ersten Release hat Sega am 19. Januar 2023 zwei der erfolgreichsten Titel der „Persona“-Reihe neu veröffentlicht. Warum „Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ auch noch heute echte Rollenspiel-Juwelen sind.

Knapp 20 Jahre nach der ersten Veröffentlichung hat Sega den Rollenspiel-Klassikern „Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ einen neuen Release spendiert.

Knapp 20 Jahre nach der ersten Veröffentlichung hat Sega den Rollenspiel-Klassikern „Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ einen neuen Release spendiert.

Foto: SEGA Europe LTD

Im Jahr 2016 veröffentlichte der japanische Publisher Atlus sein RPG „Persona 5“. Mit dem fünften Teil der Rollenspiel-Reihe gelang es dem Entwicklerstudio, erstmals auch Fans außerhalb von Japan zu erreichen. Die positive Resonanz auf das Game, das den Spieler in die Abgründe der menschlichen Seele entführt, sorgte dafür, dass nun auch die älteren Titel der Reihe einen neuen Release spendiert bekommen. Wir haben „Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ gespielt und verraten, ob der Hype um das Rollenspiel-Epos gerechtfertigt ist.

 Das 1987 erschienene „Digital Devil Story: Megami Tensei“ legte den Grundstein für die Entstehung der späteren „Persona“-Reihe.

Das 1987 erschienene „Digital Devil Story: Megami Tensei“ legte den Grundstein für die Entstehung der späteren „Persona“-Reihe.

Foto: SEGA Europe LTD / Atlus

Ein japanisches Rollenspiel-Phänomen

Seit dem Release von „Digital Devil Story: Megami Tensei“ im Jahr 1987, gehört die „Megami Tensei“-Reihe von Entwickler Atlus zu den beliebtesten Rollenspielen in Japan. Mittlerweile existieren sogar Manga- und Anime-Adaptionen, die im Universum der erfolgreichen J-RPG-Reihe spielen. Ein Erfolg, von dem auch die „Persona“-Titel profitieren. 1996 veröffentlichte Atlus, das mittlerweile zum Software-Giganten Sega gehört, den ersten Teil des Rollenspiel-Ablegers.

2006 und 2008 erschienen „Persona 3“ und „Persona 4“, denen jedoch nicht der Sprung in den Mainstream gelang. Das schaffte erst „Persona 5“, das sich 2016 innerhalb der ersten Woche bereits über 300.000 Mal verkaufte. Grund genug, „Persona 3“ und „Persona 4“ 2023 in neuem Gewand und im Doppelpack zu veröffentlichen.

 Die spannenden Interaktionen zwischen den Hauptcharakteren von „Persona 3“ verpassen der klassischen Spielereihe einen modernen Anstrich.

Die spannenden Interaktionen zwischen den Hauptcharakteren von „Persona 3“ verpassen der klassischen Spielereihe einen modernen Anstrich.

Foto: SEGA Europe LTD

Klassiker im modernen Gewand: „Persona 3 Portable“

Der dritte Teil des „Persona“-Epos gehört definitiv zu modernsten und innovativsten Teilen der Reihe. Neben nächtlichen Kämpfen gegen fiese Monster steht nun auch die Interaktion zwischen den Hauptcharakteren im Mittelpunkt. Wir können unsere Mitstreiter beschenken, mit ihnen flirten und sogar Beziehungen eingehen. Während wir nachts im Tartarus herausfinden, warum sich die Menschen in Särge verwandeln, erleben wir tagsüber den ganz normalen Schulalltag des Protagonisten Makoto Yuki. Und so nehmen wir Nebenjobs an, büffeln für die Zwischenprüfung oder verbringen unsere Freizeit in Spielhallen und Restaurants.

Immer mit dabei: die Personas, mächtige Manifestationen unserer eigenen Psyche. Sie unterstützen uns im Kampf und lassen sich als „coolere Pokémon“ beschreiben. Ob Heiler, Magier oder mächtige Nahkampfklasse - es gibt für jeden Anlass die perfekte Persona. Und wenn doch nicht das passende Exemplar dabei ist, lassen sich die mysteriösen Wesen kombinieren und weiterentwickeln.

Das Kampfsystem basiert auf dem Einsatz von „Personas“, die unsere Helden mit ihren offensiven und defensiven Fähigkeiten unterstützen.

Das Kampfsystem basiert auf dem Einsatz von „Personas“, die unsere Helden mit ihren offensiven und defensiven Fähigkeiten unterstützen.

Foto: SEGA Europe LTD

„Persona 4 Golden“ und das Drama moderner Medien

Während wir uns in „Persona 3 Portable“ noch frei entscheiden konnten, wie wir die Spielzeit verbringen, wird im vierten Teil der Reihe wieder mehr Wert auf eine lineare Story gelegt. Zwar können wir immer noch Gespräche führen, einkaufen gehen und unsere Mitstreiter kennenlernen, es gibt aber deutlich mehr Zwischensequenzen und vorgegebene Handlungsstränge.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Hauptcharakter Yu Narukami, der das Rätsel um einen mysteriösen TV-Sender lösen muss. Und so kämpfen wir uns jede Nacht durch neue Dungeons, die im Gegensatz zum Vorgänger-Spiel deutlich abwechslungsreicher sind. Auch die Charaktere wirken weniger flach und es macht Spaß, sie im Laufe der Geschichte kennenzulernen.

 Die Grafik von „Persona 4 Golden“ ist ein wenig in die Jahre gekommen. Das stört jedoch nicht wirklich, sondern trägt zum einzigartigen Charme des Spiels bei.

Die Grafik von „Persona 4 Golden“ ist ein wenig in die Jahre gekommen. Das stört jedoch nicht wirklich, sondern trägt zum einzigartigen Charme des Spiels bei.

Foto: SEGA Europe LTD

Fazit

Dungeons erkunden, Freundschaften knüpfen, Personas basteln - in „Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ gibt es immer etwas zu tun. Auch wenn die Grafik mit Next-Gen-Titeln nicht mithalten kann, überzeugen die beiden J-RPGs mit viel Liebe zum Detail.

In Kombination mit einem starken Soundtrack bieten sie Fans japanischer Rollenspiele rund 80 Stunden spannende Unterhaltung. Wer neu in die „Persona“-Reihe einsteigt, sollte jedoch unbedingt mit dem westlicheren „Persona 5“ anfangen, bevor er sich den Vorgängern widmet.

„Persona 3 Portable“ und „Persona 4 Golden“ sind am 19. Januar 2023 für Nintendo Switch, PlayStation, Xbox Series und PC erschienen. Hier geht es zum offiziellen Trailer.

(cwi)
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