“Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ im Test Ein Krimi zwischen den Welten

Düsseldorf · "Totgesagte leben länger" - im Fall von „Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ trifft das tatsächlich zu. Denn knapp 13 Jahre nach der Veröffentlichung des Rätsel-Abenteuers erscheint nun das Remaster. Wir haben es getestet.

 Überraschung! „Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ startet völlig unerwartet mit dem Tod des Hauptcharakters.

Überraschung! „Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ startet völlig unerwartet mit dem Tod des Hauptcharakters.

Foto: Capcom

Fast 13 Jahre ist es her, dass sich der geisterhafte Detektiv Sissel aufmachte, um die Umstände seines eigenen Todes aufzuklären. Und dabei in einen verworrenen Agenten-Krimi mit verrückten Wendungen gezogen wurde. Nun spendiert uns der japanische Publisher Capcom eine Neuauflage des kultigen Rätsel-Games. Und liefert damit einen Titel, der vor allem Fans der „Ace Attorney“ das Wasser im Mund das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen dürfte. Wir konnten das Abenteuer aus der Feder von Shu Takumi auf der Playstation 5 testen.

Willkommen in der Geisterwelt

Ohne großes Vorgeplänkel werden wir direkt ins Geschehen geworfen und treffen auf den Protagonisten Sissel, der soeben erschossen wurde. Wir schlüpfen in die Rolle seines Geistes und treffen auf eine mysteriöse Stehlampe, die uns in die Geisterwelt einführt. Und erklärt, dass wir in unserer neuen Gestalt allerhand mächtigen Fähigkeiten gewonnen haben. So können wir nicht nur mit Toten sprechen und durch Telefonleitungen reisen, sondern auch die Zeit um vier Minuten zurückdrehen. Und weil das noch nicht abgedreht genug ist, manipulieren wir als Geist allerhand Objekte und beeinflussen damit die Welt um uns herum.

In seiner geisterhaften Gestalt erhält Sissel die Möglichkeit, mit Gegenständen und Seelen in seiner Umgebung zu interagieren.

In seiner geisterhaften Gestalt erhält Sissel die Möglichkeit, mit Gegenständen und Seelen in seiner Umgebung zu interagieren.

Foto: Capcom

Was in der Theorie so einfach klingt, ist in der Umsetzung deutlich kniffliger. Sind wir in die Vergangenheit gereist, haben wir nur vier Minuten Zeit, um sie zu verändern. Und so will jeder Schachzug gut überlegt sein. Interagieren wir zuerst mit dem Ventilator, um die Fahne in Bewegung zu versetzen? Oder öffnen wir lieber den Kühlschrank? Hat sich Sissel für eine Taktik entschieden, wechseln wir zurück in die Welt der Lebenden und führen dort einen so genannten Trick aus. Erst dann zeigt sich, ob unser Plan aufgeht.

Rätselspaß mit Biss

Während die Gegenstände, mit denen wir interagieren können, im Tutorial noch übersichtlich sind, wird es danach kniffliger. Häufig müssen mehrere Gegenstände nacheinander aktiviert oder miteinander kombiniert werden, was uns anfangs etwas überrollt hat. Im Laufe der Zeit bekommt man jedoch ein gutes Gefühl für die Abläuft und manche Rätsel werden im Laufe des Spiels fast etwas zu einfach. Wer nicht mit Rätsel-Games vertraut ist, sollte sich dennoch genug Zeit nehmen und die Level gründlich untersuchen. Über die Kapitel-Auswahl kann man jederzeit dorthin zurückkehren.

Im Menü können wir zwischen den 17 Kapiteln auswählen, aber auch Illustrationen anschauen und die Soundtracks der einzelnen Level genießen.

Im Menü können wir zwischen den 17 Kapiteln auswählen, aber auch Illustrationen anschauen und die Soundtracks der einzelnen Level genießen.

Foto: Capcom

Insgesamt besitzt „Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ 17 Kapitel. Wer sich mit den Rätseln nicht zu viel Zeit lässt, kann das Spiel in knapp zehn Stunden durchspielen. Möglich ist das auch in sechs bis sieben Stunden, allerdings kommen dann die unterhaltsamen Gespräche mit den Nebencharakteren zu kurz. Wir empfehlen, sich etwas mehr Zeit zu lassen und ohne Zeitdruck in die farbenfrohe und morbide Atmosphäre einzutauchen.

Da sich die Remaster-Version stark am Original orientiert, dürfen Spieler in Sachen Grafik keine großen Sprünge erwarten. Aber „Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ kommt auch ohne optisches Feuerwerk aus. Umgebung und Charaktere sind liebevoll und farbenfroh gestaltet, ohne aufdringlich zu wirken. Und die poppige Comicgrafik passt wunderbar zur Story des Spiels. Ein weiterer Vorteil der reduzierten Grafik: Die Playstation-Version lief in unserem Test komplikationslos und ohne Fehler. Auch die Installation ging in wenigen Minuten über die Bühne.

 Als Geist ist es unsere erste Aufgabe, das tragische Schicksal der rothaarigen Lynne zu verhindern.

Als Geist ist es unsere erste Aufgabe, das tragische Schicksal der rothaarigen Lynne zu verhindern.

Foto: Capcom

Fazit

„Ghost Trick: Phantom Detektiv“ ist das perfekte Spiel für zwischendurch. Die Rätsel sind unterhaltsam, aber nicht zu schwer. Auch die Story und die charmante Grafik konnten uns überzeugen. Gegen Ende des Spiels hätten wir uns hier und da dennoch mehr Abwechslung und Überraschungen gewünscht. Trotzdem hat uns das Adventure gut gefallen und Fans von Knobel-Games à la „Ace Attorney“ dürfen guten Gewissens zugreifen.

Ghost Trick: Phantom-Detektiv“ erscheint am 30. Juni 2023 für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und PC. Hier geht es zum offiziellen Launch-Trailer.

(cwi)