Sega: Bayonetta: Mit Sexy-Hexy gegen himmlische Heerscharen

Sega: Bayonetta : Mit Sexy-Hexy gegen himmlische Heerscharen

Düsseldorf (RPO). Das schrillste Spiel des Jahres sorgt auf Xbox 360 und Playstation 3 für Furore. In der Rolle der aufreizenden Hexe Bayonetta springt der Spieler in ein verrücktes Action-Abenteuer im japanischen Stil. Zwischen chorälen Klängen und J-Pop schießt sich Bayonetta mit in ihren Stilettos verankerten Revolvern durch Horden von Engeln. Wir zeigen, warum das Spiel zu den absoluten Highlights gehört.

Gleich im Voraus eine Warnung: Wer mit vollkommen durchgeknallten, japanischen Spiele-Ideen nichts anfangen kann und bei grellen Lichtern im Millisekunden-Takt mit akuter Hornhautentzündung zu kämpfen hat, der kann sich den Ausflug in die Welt von Bayonetta sparen. Hier wird mit Spezial-Effekten und schrillen Story-Einfällen beileibe nicht gegeizt.

Seinen Anfang fand das Genre der über alle Maßen bis ins Extrem übertriebenen Action-Spiele Ende August 2001: Capcom veröffentlichte an diesem Datum den Action-Kracher "Devil may cry" für die Playstation 2. In Bayonetta findet das Genre nun seinen neuen Erben.

Fiese Hexe mit knackigem Popo

Bayonetta ist vom Typ her eine Mischung aus "strenge Lehrerin", "Emanze" und "fiese Hexe". Im Spiel verkörpert die vollbusige Dame mit dem knackigen Hinterteil eine sogenannte Umbra-Hexe, die von einer schweren Erinnerungs-Migräne geplagt wird. Im Lauf der langen und exzellent dargestellten Geschichte macht sich Bayonetta auf die Suche nach eben diesen Erinnerungen und gerät in einen Krieg zwischen Himmel und Hölle.

Nebenbei legt sich Bayonetta gerne mit Engeln an - die himmlischen Heerscharen erscheinen in Form von mutierten und grell erleuchteten Figuren und Wesen. In zahlreichen Interviews bestätigten die Entwickler des Spiels, dass es langweilig sei immer nur gegen Dämonen und Zombies zu kämpfen — Engel hingegen seien in Spielen bisher kaum vertreten.

Die Waffen im Kampf gegen die Himmelsbewohner sind vielfältig: Das Abenteuer startet mit zwei Revolvern in den Händen und zwei Schießeisen in den Stilettos von Bayonetta. Richtig gelesen: Auch aus dem Schuhwerk wird scharf geschossen!

Haarige Angelegenheit

Größter Clou der Hexe sind jedoch ihre langen, schwarzen Haare: Die Keratinhaltigen Hornfäden entwickeln im Spiel ein unheimliches Eigenleben und verwandeln sich bei Boss-Gegnern gerne mal in einen riesigen Dämon, der den Boss darauf stilecht zerfleischt - oder in eine riesige Faust, welche die Gegner quer durch das Level schleudert.

Überhaupt geht Bayonetta nicht zimperlich mit ihren himmlischen Gegnern um. Der Spieler erfährt schnell: Auch Engel können bluten! Und wenn Bayonetta die Guillotine, die Eiserne Jungfrau oder das Fallbeil auspackt, bleibt keine weiße Feder auf der anderen. Dazu kommen Verwandlungen (zum Beispiel in einen Panther!) und diverse Relikte, welche für viel Geld über den Thresen des als Bar getarnten "Gates of Hell"-Waffenlagers gehen.

Hier ersteht man diverse Waffen, welche im Spielverlauf freigeschaltet werden: Zwei Schrotflinten, ein Katana, Peitsche, Schlittschuhe und Co. wandern nach und nach in das Inventar der schlagfertigen Hexe. In Kombination mit einer Tritt und einer Schlagtaste entwickeln sich dermaßen viele Kombos, dass man als Laie schnell die Übersicht verliert. Gewitzter Einfall: Während der Ladezeiten kann man die diversen Kombinationen austesten.

Womit wir gleich zum wichtigsten Grund kommen, warum Bayonetta in vielerlei Hinsicht besser ist, als viele Action-Spiele der heutigen Zeit: Der Schwierigkeitsgrad ist beileibe kein Spaziergang! Wer nicht im Sekundenbruchteil ausweichen kann und die diversen Kombos blind beherrscht, der sieht in den späteren Level schon bald kein Land mehr.

Im Kampf gegen blitzschnelle Gegner und gigantische Endgegner müssen Taktiken zuerst erprobt werden - dies bedeutet zwangsläufig an einigen Stellen das Game Over. Dabei ist das Spiel jedoch nie unfair - eigene Versäumnisse sind stets der Grund für das virtuelle Scheitern. Eben dieser schmale Grat zwischen Können und Versagen macht den wesentlichen Reiz des Spiels aus.

Hex, hex!

Stichwort "Ausweichen": Wer im richtigen Zeitpunkt zur Seite springt, der aktiviert die "Hexenzeit". Für kurze Zeit färbt sich der Bildschirm lila und die Gegner werden deutlich langsamer - die Chance für schnelle Konter und harte Finalschläge.

Wer seinen Lebensbalken während des Kampfes aufpolieren will, greift zum schmackhaften Lolly: Bayonetta steht ganz besonders auf grüne Heil-Lollys, welche ihre Lebensgeister zurückbringen. Rote und gelbe Lollys sorgen dagegen für mehr Angriffs- und Defensivkraft.

Wer wirklich nicht mehr weiter weiß, stellt den Schwierigkeitsgrad auf "Easy" und genießt das Spiel im Schnelldurchlauf - leider wird das Spiel dadurch witzlos und weicht vom wesentlichen Kern ab. Achievement-Jäger kommen um die "Hard-Modi" sowieso nicht umher um die 1000 möglichen Punkte vollzumachen.

Ebenfalls eine Klasse für sich ist der Soundtrack: Zwischen opulenten Kirchenchorälen, entspannt-süffigem Blues und fluffigem J-Pop macht sich die heiße Action gleich doppelt so prächtig. Grafisch zeigt sich das Spiel ebenfalls von seiner besten Seite - im Gegensatz zur Xbox 360 Version müssen PS3-Besitzer leider mit einigen Unschönheiten wie Rucklern und Tearing leben. Dies wirkt sich jedoch nicht wirklich negativ auf die grandios gestalteten Kulissen und das geniale Design der Engel aus - hier waren wahre Meister am Werk.

Fazit

Unzählige Kombos, Verwandlungsmöglichkeiten, Waffen, das knackige Hinterteil von Bayonetta, atemberaubende Bosskämpfe, stilistisch genialer Soundtrack und gehörig viel Wiederspiel-Wert machen Bayonetta zum Action-Oberkracher allererster Güte.

Die kostenlose Demo zum Spiel ist im deutschen Martplatz von Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich - wer neugierig geworden ist, sollte unbedingt mal reinschauen! Einen Trailer zum Spiel findet man hinter diesem Link.

Zumindest für alle Fans des Genres eine blinde Kaufempfehlung und fünf von fünf möglichen Stilettos!

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sexy und schlagfertig: Bayonetta