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Ratchet & Clank: All 4 One: Im Bunde mit dem Bösewicht

Ratchet & Clank: All 4 One : Im Bunde mit dem Bösewicht

Das schräge Duo Ratchet und Clank ist zurück auf der Playstation und hat sich Verstärkung geholt. Denn "All 4 One" kann man zwar alleine spielen, muss man aber nicht. Denn zum ersten Mal in der mittlerweile zehnteiligen Reihe können bis zu vier Spieler kooperieren und gleichzeitig die Rätsel lösen.

Es hätte so einfach sein können. Nach den Ereignissen in "A Crack of Time" wollten sich Ratchet und Clank vom Heldendasein verabschieden und eine ruhige Kugel schieben. Captain Qwark als neuer Galaktischer Präsident in Luminopolis City, dessen Unfähigkeit mindestens so groß ist wie sein Ego, soll sich ruhig aller großen Taten rühmen. Die beiden Helden wollen einfach nur relaxen.

Während Dr. Nefarious, der chronische versagende Welteneroberer, bereits einen neuen Plan ausheckt, alle drei aus dem Weg zu räumen. Mit einem Monster, das aber dummerweise Roboter auf den Plan ruft. Solche, die Monster sammeln — und dabei Ratchet, Clank, Captain Qwark und Dr. Nefarious gleich mit entführen. Warum, wieso, weshalb? Das ist Teil des Rätsels, das gelöst werden muss.

Dr. Nefarious gehört mit zum Team

Alle vier sind nun aber Gestrandete und müssen zusammenarbeiten. Und logischerweise heißt das bei "All 4 One", dass vier Spieler jeweils eine Figur steuern können. Und ja, der Bösewicht Dr. Nefarious gehört mit zum Team. Schließlich teilt er das Schicksal von Ratchet, Clank und Captain Qwark. Man kann das Spiel aber auch alleine, zu weit oder zu dritt bewältigen. Die Kontrolle der restlichen Figuren übernimmt dann die KI. Und die tut das gar nicht mal schlecht.

Die Steuerung selbst ist dabei geblieben und wurde zum Glück nicht überarbeitet. Im Vergleich zu den Vorgängern hat sich aber die Kameraperspektive geändert. Man blickt nun mehr von oben auf das Spielfeld. Ein Tribut an den Koop-Modus, bei dem das Geschehen für alle Spieler übersichtlich bleiben soll. In der Praxis funktioniert das ziemlich gut, allerdings vor allem, wenn nur zwei zusammen antreten. Ansonsten wird das Geschehen schnell sehr chaotisch und wuselig. Da fällt es dann schwer den Überblick zu behalten.

Auf eine neue Stufe gehoben

Neu ist auch, dass man — egal, wen man spielt — nicht mehr einfach sterben kann. Zumindest nicht, solange noch einer der Helden steht. Denn dann bliebt man auf dem Spielfeld liegen. Man muss nur von einem seiner Partner aufgehoben und für ein paar Sekunden getragen werden. Dann allerdings kann keiner von beiden mehr feuern und muss sich auf die Fähigkeit verlassen, dem Beschuss auszuweichen. Eine sinnvolle Änderung mit Blick auf den Koop-Modus, der trotz aller anfänglicher Bedenken nicht wie ein Fremdkörper wirkt, sondern die Reihe tatsächlich auf eine neue Stufe hebt.

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Denn die bisweilen durchaus anspruchsvollen Rätsel erfordern das gleichzeitige Umlegen von Schaltern oder das Ausrichten von Spiegeln, die sich nur im Teamplay lösen lassen. Auch manche Feinde, vor allem aber die Boss-Gegner, kann man nur bezwingen, wenn mehrere Figuren gleichzeitig auf ihn feuern. So potenziert sich die Feuerkraft — mit bisweilen überaus witzigen Effekten. Cool ist die Slow-Motion-Szene, wenn die Gegner besiegt worden sind.

Das entschädigt dann für die bisweilen robuste Kommunikation und Gruppendynamik im Koop-Modus: "Man, achte doch auch mal auf den Robotor!" "Wieso ich? Du hast den doch die ganze Zeit beschossen." "Ich bin erledigt. Heb' mich auf! HEB' MICH AUF!" "Jetzt ist mein Ratchet deinetwegen GESTORBEN!!!"

Ansonsten aber hat sich wenig geändert. Immer noch muss man in bester Jump ‘n' Run Manier durch die Spielewelt springen oder Rätsel lösen. Und immer noch gibt es für das Erledigen von Gegnern oder das Zerstören von Kisten jede Menge Bolts, die man in bessere Waffen investiert — die wie gehabt völlig überdreht in einem Cartoon-Werbespot vorgestellt werden. Aber eben weil die Bolts so wertvoll sind, erwischt man sich im Koop-Modus auch immer wieder dabei, wie man seinem Partner versucht, eben diese Spielwährung abzuluchsen. Zumal es nach jedem Level eine Rangliste gibt: Wer hat die meisten Bolts gesammelt? Wer die meisten Gegner erledigt? Das fördert bei aller Kooperation den Wettbewerb untereinander.

Optisch wirkt die comichafte Darstellung in knalligen Bonbonfarben alles andere als schlecht und genauso gelungen wie in "Crack of Time". Allerdings wird in "All 4 One" wieder mehr Wert auf Humor gelegt, nach dem eher ernsten, bisweilen sogar tragischen Unterton des Vorgängers. Grandios ist beispielsweise eine Szene, in der eine Riesenroboter auf Seite unserer Helden die Geheimzahl für eine Tür eintippt, dann kurz stoppt, sich umschaut und dann schützend eine Hand vor dem Eingabefeld hält — es soll ja niemand den Code mitbekommen. Auch die Guten nicht.

Das Spiel kann man vorbehaltlos Familien empfehlen, in den Geschwister oder Eltern und Kinder zusammenspielen wollen. An die USK-Empfehlung von zwölf Jahren sollte man sich aber halten. Bei aller comichaften Darstellung wirken manche Monster ganz schön gruselig. Dafür ist es eine grandiose Idee Dr. Nefarious als Teil des Teams einzuführen und so auch mal eine andere Seite des ewigen Bösewichts zu zeigen, der zwar rumnörgelt, am Ende aber Captain Qwark, Ratchet und Clank dann doch in sein Herz geschlossen hat. Zumindest irgendwie.

Ratchet & Clank: All 4 One

Usk 12

PS3: ca. 60 Euro

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ratchet & Clank: All 4 One

(csr/top/das)