Sony: "Uncharted 2: Among Thieves": Action-Blockbuster für Playstation 3

Sony: "Uncharted 2: Among Thieves" : Action-Blockbuster für Playstation 3

Düsseldorf (RPO). Es gibt so Momente, da will man eigentlich gar nichts machen. Man steht da. Und schaut. Und staunt. Klingt nach Museum. Ist es aber nicht. Was Naughty Dog auf der Playstation 3 gelang, ist ein grafischer Meilenstein, ein unglaublicher Augenschmaus: Die Weltreise durch "Uncharted 2 - Among thieves" fesselt vor den Bildschirm.

Eine Mischung aus Lara Croft, Indiana Jones und einem soliden Ballerspiel:
"Uncharted 2" ist nichts weniger als ein Kunstwerk. Warum das so ist? Ganz einfach - die Kulisse ist atemberaubend. Nepalesische Dörfer sind bis ins Detail liebevoll modelliert. Pulverschnee stäubt auf, wenn Nathan Drake, der Held des Spektakels, auftritt. Gleiches gilt für den Dschungel in Borneo, oder die unglaubliche Liebe zum Detail, oder oder oder - jedes Detail wirkt lebendig, erweckt die Spielwelt zum Leben und reizt die grafischen Möglichkeiten der Playstation 3 in einer Form aus, die es bisher schlichtweg noch nicht gab.

Genug geschmachtet - selbst die schönste Grafik nutzt nichts, wenn das Spiel an sich schlecht ist. Und genau dort setzt Entwickler "Naughty Dog" (Sony) an. Das 12- bis 14-Stunden Epos fesselt von der ersten Sekunde an. Kein Wunder, wacht Nathan Drake doch in einem Zug auf, der über einem Abgrund baumelt. Die Frage nach dem warum wird zunächst nicht beantwortet, denn die Regie springt in den Anfangssequenzen hin und her.

Auf der Suche nach den Schätzen von Marco Polo

Letztlich läuft es darauf hinaus, dass Drake und seine Mitstreiter sich auf die Fährte des legendären Marco Polo begeben. Der Venezianer segelte im 14- Jahrhundert mit einer riesigen Flotte, mehreren hundert Besatzungsmitgliedern und reichlich Schätzen in China los. In Istanbul, seinem Reiseziel, kam er jedoch nur mit einem Schiff, ein paar Leuten und einer Handvoll Kostbarkeiten an. Was war passiert? Wo sind die Schätze? Um diese spannenden Fragen dreht sich das Abenteuerspektakel.

Die Bewegungen wirken lebendig, die Steuerung ist intuitiv und die Kamera schwenkt (fast) immer richtig mit - Aussetzer sind kaum vorhanden. Es wird geschossen, geklettert und gerätselt. Auch wenn letzteres etwas häufiger - und vor allem schwieriger - hätte sein dürfen: der Mix ist gelungen. In den Action-Sequenzen stürmen keine unendlichen Gegnerhorden mehr auf Nathan ein, die Gegner sind zahlenmäßig weniger - dafür aber klüger geworden. Das macht den Schlagabtausch deutlich schwieriger.

Multitalent Nathan Drake

Dumpf hinter einer Deckung verharren und alle Feinde nacheinander ausschalten ist nicht mehr drin. Taktisches Geballer (natürlich verbessert im Vergleich zum Vorgänger) ist vonnöten, um sich den Weg freizukämpfen. Drake muss sich bewegen, schlittern und springen. Und vor allem braucht er den Nahkampf: Mit einfachen Tatsenkombinationen funktioniert der Kampfmodus, mit dem sich schleichend auch lautlos Gegner beseitigen lassen.

Das Klettern könnte etwas anspruchsvoller sein, ist dafür aber flexibler als der Vorgänger: Es gibt nicht mehr nur eine Route, der Weg an einer Wand entlang ist flexibler als noch im Vorgänger. Der Schwierigkeitsgrad ist am Anfang gering, zieht aber im weiteren Verlauf des Spiels durchaus an. An manchen Stellen sind mehrere Versuche notwendig, einen Parcour sturzfrei zu absolvieren. Und nicht nur das.

Spätestens beim Kampf auf einem fahrenden Zug weiß man die Feinheiten der Steuerung zu schätzen. Es ist eine der monumentalen Phasen im Spiel, wenn sich Drake einen Weg über die Waggons bahnen muss, gleichzeitig einer Übermacht von Gegnern ausgesetzt ist und, als wäre das nicht genug, von einem Kampfhubschrauber in schöner Regelmäßigkeit mit Raketensalven eingedeckt wird. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Stumpfes Durchballern - oder einen Gegner nach dem anderen anschleichen und ausschalten.

Diese Flexibilität fehlte im Vorgänger und macht das Spielgefühl eindeutig runder. Und weil es insgesamt fünf Schwierigkeitsstufen gibt (der letzte ist freischaltbar), ist das Abenteuer auch von jedem Spieler gut zu meistern - selbst auf "normal", der mittleren Stufe, braucht es in manchen Fällen bereits einige Anläufe.

Abenteuer "Frau"

Zurück zur Kulisse. Abgesehen von der imposanten Grafik besticht Uncharted 2 durch einen überwältigen Soundtrack und angenehmen Charakteren: Drake ist ein selbstironischer Abenteurer, auch Figuren aus dem ersten Teil, wie der sympathisch-süffisante "Sully", tauchen wieder auf. Die Frauen sind zickig und schlagfertig - aber wirken realistisch und sind angenehm attraktiv.

Dies gilt nicht für Drakes Gegenspieler, die eine herrliche Boshaftigkeit an den Tag legen. Man kann sie nicht leiden. Von der ersten Minute an. Die deutschen Synchronstimmen sind ordentlich, auch wenn der englische Originalton um Welten angenehmer zu hören ist.

Fazit: Uncharted 2 ist eine Wucht. Spielerisch intuitiv und perfekt programmiert. Grafisch eine Klasse für sich. Und der Sound ist phänomenal. Wir haben zwar erst Mitte Oktober. Aber das Spiel des Jahres 2009 steht bereits jetzt fest. Bleibt nur noch das Wieder-Abtauchen in Nathan Drakes Welt - um einfach nur die Kulisse zu genießen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Uncharted 2 - Among Thieves