Neuheiten auf der Gamescom: Konsolen geben Couch Potatoes keine Chance

Neuheiten auf der Gamescom : Konsolen geben Couch Potatoes keine Chance

Köln (RP). Vorbei die Zeit, als Computerspiele nur für virtuelle Bewegung auf dem Monitor sorgten – der Spieler aber träge auf der Couch abhing. Nintendo hatte es mit der Wii vorgemacht. Dabei musste man den Controller in die Hand nehmen, dann aber seinen ganzen Körper bewegen, um ins Spielgeschehen einzugreifen. Nun folgen Sony mit "Move" für die Playstation 3 und Microsoft mit "Kinect" für die Xbox 360, die einen ähnlichen Weg verfolgen.

Köln (RP). Vorbei die Zeit, als Computerspiele nur für virtuelle Bewegung auf dem Monitor sorgten — der Spieler aber träge auf der Couch abhing. Nintendo hatte es mit der Wii vorgemacht. Dabei musste man den Controller in die Hand nehmen, dann aber seinen ganzen Körper bewegen, um ins Spielgeschehen einzugreifen. Nun folgen Sony mit "Move" für die Playstation 3 und Microsoft mit "Kinect" für die Xbox 360, die einen ähnlichen Weg verfolgen.

Auf der Gamescom sieht man folgerichtig an allen Ecken, wie Menschen hüpfen, die Arme schwingen oder in die Hocke gehen — während sie spielen. Sonys Move-System sieht dabei auf den ersten Blick aus wie ein Mikrofon mit einem leuchtenden Ball. Drahtlos nimmt es Kontakt zur Playstation 3 auf, an die dann nur noch eine bereits erhältliche Kamera angeschlossen sein muss. Die verfolgt die Bewegung des leuchtenden Schaumstoff-Balles. Den Rest übernehmen mehrere Sensoren im Steuergerät. So werden Bewegungen des Controllers in allen drei Dimensionen umgewandelt — in Bewegung einer Spielfigur oder einer Aktion auf dem Bildschirm.

Bei Sportspielen klappt das sehr gut und vermittelt ein neues, direkteres Spielgefühl. Das ist zwar von der Wii so schon bekannt, funktioniert aber auf der Playstation mindestens genauso gut. Nimmt man zudem zwei Controller, für jede Hand einen, wird die Erfahrung noch direkter: Tritt man bei einem Sportspiel im Bogenschießen an, vollführt man mit der rechten Hand die gesamte Bewegung vom Ziehen des Pfeils, dem Spannen der Sehne bis zum Lösen des Pfeils. Die Linke bleibt ausgestreckt und zielt. So realistisch war virtuelles Bogenschießen noch nie. Oder die beiden Steuergeräte übertragen Tanzbewegungen auf den Bildschirm — was zumindest zum Partyspaß taugt.

Microsoft dagegen führt den Gedanken der Bewegungssteuerung noch weiter — und verzichtet völlig auf spezielle Controller. Vielmehr stecken im "Kinect"-System Kameras, die Bewegungen des Körpers "begreifen". Bei einem Rennspiel heißt das: Streckt man die Arme aus, wird man schneller. Vollführt man Lenkbewegungen mit den Händen, reagiert das Spiel. Ein Anblick, der für einen Zuschauer bisweilen kurios wirkt, einen aber fast buchstäblich in den Bildschirm hineinzieht.

Die Technik alleine bringt jedoch nichts, wenn die Spiele langweilig sind. Darum geht der Trend immer stärker hin zu filmreifen Geschichten, die man erzählen will. Die erfolgreiche Sim-Reihe beispielsweise geht im nächsten Jahr ins Mittelalter und gibt anders als bisher nun Zwischenziele vor, die man erreichen muss. Als Belohnung winken Punkte und Geld, mit denen die eigene Stadt wächst und neue Charaktere zur Verfügung stehen — die wiederum ihre eigenen Missionen verfolgen.

Wie man die Probleme seiner Stadt und Charaktere dabei löst, bleibt dem Spieler überlassen. Zumindest sollen mehrere Wege zum Ziel führen, am Ende aber steht die filmreife Geschichte eines Köngreichs. Das Spiel erscheint Ende März 2011 — und wird für Historiker ein Albtraum sein. Nach eigenen Angaben hat man sich eher an einem Märchen-Mittelalter orientiert als an der Geschichte.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Microsofts "Kinect" revolutioniert Videospiele

(RP)