Gamescom 2019: Mehr als nur Computerspiele

Gamescom 2019 : Im Herzen der Spieler

Am 21. August beginnt die Computerspiel-Messe Gamescom in Köln. Hunderttausende werden wieder erwartet, auch weil die Messe in den vergangenen Jahren zu einer großen Party geworden ist.

Die Gamescom hat es geschafft: Mittlerweile ist sie unbestritten die weltweit größte Messe für Computerspiele. Zum einen, weil die Bedeutung des Konkurrenten „E3“ in Los Angeles im Juni nachgelassen hat. Zum anderen, weil die Koelnmesse GmbH umgebaut hat und jetzt noch mehr Fläche zur Verfügung stellt. Insgesamt sollen es nun 210.000 statt knapp 200.000 Quadratmeter sein. Zudem wurden die Hallenkonzepte geändert und die Gänge breiter gemacht, damit sich die erwarteten 370.000 Besucher an den vier Tagen nicht mehr dicht gedrängelt durch die Hallen bewegen müssen – um Spieleneuheiten zu sehen, anzuspielen und zu feiern.

Aber gerade da schwächelt das Programm in diesem Jahr. Der Grund liegt in der nächsten Generation der beiden Spielekonsolen Xbox und Playstation, die aber erst Ende 2020 auf den Markt kommen werden. Viele Entwickler investieren ihre Ressourcen in Titel für diese neue Generation. Das heißt aber auch: 2019 wird ein wenig spektakuläres Jahr für Gamer werden.

Es werden wie immer Fortsetzungen bekannter Reihen wie zum Beispiel der Fußballsimulation „Fifa“ oder des Militärspiels „Call of Duty“ vorgestellt. Daneben wird es ein paar Ausblicke auf das kommende Jahr geben. Kleinere oder mittelgroße Entwickler werden zudem die eine oder andere Überraschung bieten können. Aber große Höhepunkte wird man vergebens suchen.

Dafür rücken andere Themen in den Vordergrund. Hardware-Hersteller werden ihre neuesten Fortschritte bei Grafikkarten zeigen, die für noch realistischere Bilder sorgen. Die Anbieter von „Cloud Gaming“ dagegen wollen beweisen, dass ihre Vision weit mehr als nur Theorie ist: Spieler greifen dabei online auf Rechnersysteme zu, über die sie dann aktuelle und ältere Titel spielen können. Unabhängig von der technischen Ausstattung zu Hause. Ob mit einem uralten Rechner, einem Smartphone oder einem Tablet: Selbst aufwendige Spiele sollen sich so in bester Bild- und Ton-Qualität spielen lassen, vorausgesetzt man verfügt über eine schnelle Internet-Verbindung. Was in der Theorie machbar klingt, kann bislang die skeptische Mehrheit noch nicht überzeugen.

Doch das alleine zieht nicht Hunderttausende nach Köln, die auch ohne große Spiele-Highlights an den vier Tagen erwartet werden. Sie kommen, weil die Messe in den vergangenen Jahren zu weit mehr als nur einer Produktshow geworden ist. Sie ist eine große Party, ein Event und auch eine Bühne.

Cosplayer haben Monate an ihren Kostümen gearbeitet, um in Köln als ihre Helden aus Spielen, TV-Serien oder Filmen aufzutreten. Auf der Gamescom präsentieren sie ihre Kreationen, die dann vom Publikum bewertet werden. Skater dagegen können sich in der Halle 11.2 für die Deutsche Skateboard-Meisterschaft qualifizieren. Und einige Meter weiter treten Modellbauer mit ihren ferngesteuerten Rennwagen gegeneinander an. In gesonderten Bereichen können Besucher außerdem für Autogramme und Selfies mit einer Reihe von Youtube- und Online-Berühmtheiten anstehen. In der Halle 11.3 werden dafür Spieler in sogenannten eSport-Wettbewerben gegeneinander antreten. Vor den Augen der Zuschauer werden sie in dem Strategie-Spiel „League of Legends“ darum ringen, im Turnier an der Spitze zu stehen.

Aber nicht nur in den Hallen oder auf dem Messegelände wird gefeiert. Am Freitag, 23. August, beginnt das „Gamescom City Festival“ in Köln. Der Eintritt ist frei. Und bis Sonntagabend treten auf den Bühnen am Hohenzollernring und am Rudolfplatz unter anderem die deutsche Popband „OK Kid“, der Singer-Songwriter Tom Odell, die Kölner Ur-Gesteine Brings und Kasalla sowie das „Team Rythmusgymnastik“ oder die „Grüngürtelrosen“ auf.

Auch diese Straßenkonzerte machen die Gamescom mittlerweile aus und sie sind ein weiterer Grund, warum Hunderttausende aus der ganzen Welt kommen werden: Die Gamer feiern dort nicht nur Computerspiele, sondern vor allem sich selbst, ihre Gemeinschaft und ihre Kultur.

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