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Games für Weihnachten

Spieletipps fürs Fest : Digitale Zufluchten - Eskapismus für die Feiertage

Die Spieletipps fürs Fest stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen der Schönheit - kein Geballer, keine Gewalt. Begeben Sie sich mit uns in fantastische Welten.

Wenn es an einer Sache in diesem Jahr nicht mangelt, dann an Gründen, gestresst zu sein. In grob vier Wochen soll Weihnachten stattfinden, das Fest der Besinnlichkeit. Wer in den vergangenen 18 Monaten seine innere Ruhe noch halbwegs bewahren konnte – Respekt dafür –, wird aktuell wieder hart auf die Probe gestellt. Die diesjährigen Spieletipps fürs Fest machen deshalb einen großen Bogen um all jene Call of Dutys, Battlefields und Fifas der Welt. Und sind wir mal ehrlich: Werbung brauchen diese jährlich neu aufgelegten „Action-Kracher“ ohnehin nicht. Es wird also kein bisschen geschossen, es wird nicht gerannt und es explodiert auch nichts. Willkommen zum Zen-Gaming, dem Spielen mit dem Ziel des Entspannens.

Der Begriff des Eskapismus ist historisch eher negativ belegt. Die damit gemeinte Realitätsflucht ist mehr ein Symptom aus der Psychologie als etwas, das es anzustreben gilt. Nicht so bei den Spielen auf dieser Seite. Eskapismus ist ausdrücklich erwünscht. Die hier vorgestellten Spiele vereint, dass sie alle relativ kurz sind. Die Gefahr, sich auf Tage oder gar Wochen darin zu verlieren, besteht also kaum. Die meisten von ihnen überlassen es Ihnen, wie schnell Sie voranschreiten, wie viel Zeit Sie mit dem bloßen Anschauen, dem Verweilen verbringen möchten. Fünf der sieben vorgestellten Spiele sind in diesem Jahr erschienen. Es scheint, als ob auch die Spieleentwickler da draußen vorhergesehen haben, dass wir ihre Spiele nötig haben werden. Alle vorgestellten Spiele fordern zum Rätseln auf, fast immer müssen Sie „um die Ecke denken“ und werden mit den Konventionen Ihrer Wahrnehmung konfrontiert. Und vergleichsweise günstig sind sie obendrein, aber genug der vorausgeworfenen Schatten, auf ins Unbekannte.

  Moncage
Moncage Foto: Screenshot/Moncage

Moncage Im Englischen gibt es die Redewendung „out of the box“. Gemeint ist damit das symbolische ausbrechen aus einer Kiste, in der wir gedanklich feststecken. Gesucht sind also unkonventionelle Lösungen. Entwickler Optillusion nimmt in Moncage diese Redewendung wörtlich. Als Spieler sehen Sie die Welt in einem Würfel. Doch je nachdem, wie Sie den Würfel drehen, sehen Sie eine gänzlich andere Szenerie. Der Blickwinkel ist entscheidend, um das Puzzle zu lösen. Denn nur wenn es Ihnen gelingt, die unterschiedlichen Szenen an den Schnittkanten des Würfels miteinander zu verbinden, kann sich die Geschichte in Gang setzen.

Die Szenen sind detailliert, die Lösungen ungewöhnlich: Eine Schreibtischlampe wird zum Kran, eine Luke im Boden zu einer Brücke. Wer sich die Zeit nimmt, und in aller Ruhe jeden Winkel absucht, findet weitere Hinweise auf die Geschichte, die Moncage abseits der Puzzle erzählt. Das Spiel ist 2021 für Windows, Android und iOS erschienen. Unter Windows kostet es 14,99 Euro, unter iOS 3,99 Euro. Die Spielzeit beträgt rund zwei Stunden.

 Dorfromantik
Dorfromantik Foto: Publisher
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Dorfromantik Ein Spiel so schön und schlicht wie sein Titel. Wie auf einem Spielbrett gilt es, sechseckige Landschaftskarten auszulegen. Diese können zufällig Wiesen, Wälder, Häuser und Felder beherbergen, aber auch Flüsse, Seen und Eisenbahnschienen. So simpel das klingt, so faszinierend ist es doch, wenn sich Karte für Karte eine Landschaft entwickelt. Die Herausforderung besteht darin, immer wieder bestimmte Ziele zu erreichen: ein zusammenhängender Wald mit einer bestimmten Anzahl an Bäumen etwa. Oder einen Fluss mit einer bestimmten Länge. Für jedes erreichte Ziel gibt es neue Karten. Ist der Kartenstapel aufgebraucht, endet das Spiel. Jedes Feld will also wohlüberlegt sein. Wer stattdessen lieber ohne Limit die Landschaft seiner Träume bauen möchte, für den hat Entwickler Toukana auch einen kreativen Modus implementiert.

Dorfromantik ist ebenfalls 2021 erschienen, bislang aber nur für Windows. Das Spiel kostet 8,99 Euro. Die Spielzeit wird nur durch die Motivation des Spielers begrenzt.

 Superliminal
Superliminal Foto: Screenshot/Superliminal

Superliminal „Das Spiel mit der Perspektive“ versteht es wie kaum ein anderes, Sie hinters Licht zu führen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Mond sieht zum Greifen nah aus? Vermutlich ist er es sogar. Sie finden keinen Ausgang? Versuchen Sie es mal durch die Wand. Superliminal von Entwickler Pillow Castle spielt brutal mit der Wahrnehmung und macht sich dabei die Gesetze der Optik zunutze. Ein Stück Käse etwa, das auf einem Tisch liegt, ist aus einem Meter Entfernung entsprechend klein. Aber halten Sie sich das Stück direkt vor die Augen, nimmt es Ihr ganzes Sichtfeld ein.

In Superliminal sind Gegenstände exakt so groß, wie Sie sie sehen. Die Wahrnehmung wird zur Realität. Und manchmal hilft ein hausgroßes Stück Käse, die nächste Mauer zu überwinden. Das Spiel, das bereits 2020 erschienen ist, gibt es für Linux, Windows, Mac, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Der Preis unter Windows beträgt 16,79 Euro. Die Spielzeit beträgt bei entspannter Spielweise vier Stunden.

Exo One Sie starten an Bord eines kugelrunden Raumschiffs auf einem fremden Planeten. Um Sie herum unbegrenzte, hügelige Ödnis. Es geht rasant bergab, mit viel Schwung starten Sie bergauf in luftige Höhen. Als Scheibe gleitet ihr Schiff durch den Himmel, den Wolken und der Sonne entgegen. In Exo One gilt es, sich an Land, über und unter Wasser sowie im Weltall nur mittels Schwung und Schwerkraft einen Weg zu bahnen zum nächsten Sprungpunkt, immer den Horizont im Blick. Die Effekte sind fantastisch, die Geschichte geheimnisvoll.

Exo One ist 2021 für Windows, Xbox One und Xbox Series X/S erschienen. Auf dem PC kostet es 15,99 Euro und bietet zwischen zwei und drei Stunden Spielzeit.

  Townscaper
Townscaper Foto: Screenshot/Townscaper

Townscaper „Kein Ziel. Kein wirkliches Gameplay. Nur viel Bauen und viel Schönheit. Das war‘s.“ – so beschreibt Entwickler Oskar Stålberg seine Kreation. Der Name setzt sich zusammen aus Town (englisch für Stadt) und Escape (englisch für Flucht). Jeder Mausklick lässt in einem unendlichen Meer ein Stück skandinavischer Baukunst entstehen: Torbögen, Parks, Leuchttürme und Bäume. Townscaper macht Ihnen keine Vorgaben, kein Puzzle, das es zu lösen gilt, kein Zeitlimit.

Sie können so hoch, breit und bunt bauen, wie Sie möchten. Und es lohnt sich sehr, die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten von Form und Farbe auszutesten. Townscaper ist ebenfalls 2021 erschienen, für Windows, Android, iOS und Nintendo Switch. Auf dem PC kostet es 4,99 Euro. Die Spielzeit hängt ganz von Ihnen ab.

 Cloud  
 Gardens
Cloud Gardens Foto: Screenshot/Cloud Gardens

Cloud Gardens Post-Apokalypse trifft auf Guerilla Gardening. In Cloud Gardens von Entwickler Noio werfen Sie mit Pflanzensamen auf verfallene Industriebrachen und schauen ihren Blumen, Gräsern und Ranken dabei zu, wie sie Container, Autowracks und Straßenschilder überwuchern. Man könnte auch sagen: Lost Places - The Game. Der Puzzle-Faktor macht jede neue Szene zu einer kleinen gärtnerischen Herausforderung. Platzieren und nähren Sie Ihre Pflanzen so, dass sie blühen und neue Samen abwerfen. Mit jeder weiteren Pflanze sammeln Sie Punkte und schalten so den nächsten Level frei. Aber Vorsicht: Ein falsch platziertes Stück Schrott kann ihre Pflanzen auch wieder ein- oder ganz abreißen.

Das Ergebnis sind am Ende eines jeden Levels einzigartige, gespenstisch-dystopische Stillleben. Als hätte die Natur sich das Stückchen Welt schon vor Jahrzehnten zurückgeholt. Cloud Gardens ist 2021 für Windows, Mac, Xbox One und Xbox Series X/S erschienen und kostet auf dem PC 14,99 Euro. Auch Cloud Gardens bietet ähnlich Dorfromantik einen Kreativ-Modus an, die Spielzeit ist also nach oben offen.

 Islanders
Islanders Foto: Publisher

Islanders Den Abschluss macht ein Nachzügler aus dem Jahr 2019, der jedoch nicht weniger in diese Reihe hineinpasst. Im Spiel Islanders ist es Ihre Aufgabe, Siedlungen auf Inseln zu errichten. Die Herausforderung: Jedes Gebäude erhält Boni und Mali, wenn es in der Nähe anderer bestimmter Gebäude steht. So möchten einfache Hausbewohner verständlicherweise gerne einen Marktplatz in der Nähe haben, aber auch gerne in der Nähe der schickeren Villen leben. Deren Bewohner wollen natürlich lieber unter ihresgleichen bleiben. Ein Tempel erhält Boni durch viele Wohnhäuser, will aber nicht den Trubel eines Marktplatzes mitbekommen. Und schon geht das Gedränge los, denn einmal platziert ist platziert. Und der Raum auf den Inseln ist äußerst begrenzt. Ein Städtebau-Tetris sozusagen, dass in der Summe aber wunderbar beschauliche Insellandschaften hervorbringt und ebenfalls keinerlei Hektik an den Tag legt.

Islanders gibt es für Windows und Nintendo Switch und kostet auf dem PC 4,99 Euro. Die Spielzeit im Kampagnen-Modus beträgt rund fünf Stunden. Für danach gibt es aber auch einen Kreativ-Modus ohne Beschränkungen.