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Kingdoms of Amalur: Reckoning im Test: Ein bisschen Diablo, ein wenig WoW

Kingdoms of Amalur: Reckoning im Test : Ein bisschen Diablo, ein wenig WoW

Rollenspieler sind eine besondere Spezies. Sie legen Wert auf die Story, auf die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Charaktere und die Herausforderung der Kämpfe. Damit sind sie nur schwer zufriedenzustellen. Kingdoms of Amalur: Reckoning hat das Potenzial, sie für sich zu gewinnen – wenn man kleinere Abstriche in Kauf nimmt.

Rollenspieler sind eine besondere Spezies. Sie legen Wert auf die Story, auf die Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Charaktere und die Herausforderung der Kämpfe. Damit sind sie nur schwer zufriedenzustellen. Kingdoms of Amalur: Reckoning hat das Potenzial, sie für sich zu gewinnen — wenn man kleinere Abstriche in Kauf nimmt.

Das Spiel "Kingdoms of Amalur: Reckoning" (KoA) beginnt, wie viele andere aufhören könnten. Unser Alter Ego liegt unter einem Totentuch auf einer Bahre, während zwei Gnome sich darüber Gedanken machen, wie wir gestorben sind - und wer wir eigentlich sind.

Wenig später können wir uns das Aussehen unseres Charakters aussuchen. So kann man in KoA zwischen vier verschiedenen Rassen mit jeweils unterschiedlichen Grundtalenten wählen. Danach darf der Spieler sein Äußeres verändern. Von Gesichtsbemalung bis hin zum Lidschatten kann man seinen Charakter frei gestalten.

In der darauffolgenden Videosequenz sieht man, wie unser Held auf einen Berg von gefallenen Kriegern geworfen wird. Doch mysteriöserweise erwacht unser Held daraufhin wieder zum Leben. Warum? Das erfahren wir erst im weiteren Verlauf des Spiels.

Bei KoA fällt besonders der bunte Look auf, der teilweise stark an Peter Molyneuxs Fable oder an das MMORG "World of Warcraft" erinnert. Technisch ist Kingdoms of Amalur dabei aber nicht ganz auf dem Niveau von Bethesdas Skyrim, doch der leicht comicartige Look passt sehr gut in die fabelhafte Welt von Amalur, denn viele der Schauplätze, die man im Laufe des Spiels zu Gesicht bekommt, sind mit viel Liebe zum Detail erstellt worden.

Auch sonst ist KoA technisch auf einem sehr guten Niveau, besonders die Mechanik der Kämpfe ist erfrischend action- und abwechslungsreich. Je nach dem, welche Waffe wir wählen, ändert sich auch das Verhalten unseres Helden.

So ist es möglich, als Schurke mit einem Dolch wesentlich schneller und vor allem hinterhältiger zu kämpfen, als mit einem großen Streithammer, der dafür pro Schlag wesentlich mehr Schaden anrichtet. Im Laufe des Spiels können wir unsere Talente natürlich weiter verfeinern.

Wie in anderen Rollenspielen geht es auch in Kingdoms of Amalur darum, mit der Zeit höhere Level zu erreichen. Doch genau da liegt die Besonderheit des Spiels. Im Vergleich zu anderen RPG müssen wir bei der Entwicklung unseres Charakters nicht einem bestimmten Pfad folgen.

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In Kingdoms of Amalur hat man alle Möglichkeiten: So kann man einen Streithammer schwingenden Magier kreieren oder einen Schurken, der mit dicken Plattenrüstungen geschützt ist und Schutzzauber bannen kann. Dadurch hat das Spiel eine einmalige Dynamik und macht es einfach nur Spaß, die Level aufzusteigen.

Genretypisch schafft man das am schnellsten über Aufträge. Und in der Welt von Amalur warten nahezu unendlich viele darauf, vom Spieler angenommen zu werden. Einige der Missionen sind angenehm abwechslungsreich. Hin und wieder wird man aber doch um eintönige Gefallen gebeten - wie zehn Wölfe zu töten oder eine besondere Pflanze zu sammeln.

Nicht nur bei den Aufträgen, sondern auch bei der Handlung hat Kingdoms of Amalur: Reckoning ab und zu ein paar Durchhänger. Ein Großteil der Geschichte wird ausschließlich in Dialogen erzählt. Nur selten wird ein Video geboten. In den Dialogen ist es allerdings möglich, die Antworten, die unser Held gibt, selbst zu entscheiden. Dadurch hat man das Gefühl, sein Schicksal selbst bestimmen zu können.

Mit weit über 50 Stunden Spielzeit bietet Kingdoms of Amalur deutlich mehr als viele andere Titel und bei der Menge an Nebenquests und Schätzen, kommt kaum Langeweile auf. Mit Kingdoms of Amalur: Reckoning ist die Spielewelt nicht nur um einen Titel mit einem sperrigen Namen reicher, sondern auch um einen selten gesehenen Mix aus Rollenspiel und Action Adventure.

Teilweise fühlt sich das Spiel sogar an wie eine Art Diablo. Doch durch die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten bei der Charakterentwicklung können auch eingefleischte Rollenspieler KoA genießen. Wer die leichten Abstriche beim Storytelling in Kauf und die etwas hackelige Inventarführung verzeihen kann, wird mit Kingdoms of Amalur viel Spaß haben.

Kingdoms of Amalur: Reckoning

USK: 18, PS3, Xbox 360: ca. 40 Euro, PC: ca 35 Euro

Systemvoraussetzungen

Betriebssystem Windows XP mit SP3. Windows Vista mit SP2, Win 7 mit SP1, Prozessor minimal: Intel Core2 Duo mit 2,2GHz, AMD Athlon 64 X2 5000+ mit 2,6 Ghz - empfohlen: Intel Core 2 Quad mit 2,4GHz, AMD Phenom X4 mit 2,6 Ghz

Ram: mind. 1 GB für Windows XP, 2 GB für Windows Vista und Windows 7, empfohlen: 3 GB für Windows XP, 4 GB für Windows Vista und Windows 7

Grafik: mind. NVIDIA GeForce 8800 GT 512MB, ATI Radeon HD3650 512MB, empfohlen: NVIDIA GeForce GTX260 1GB RAM, ATI Radeon HD4850 1GB RAM

Man benötigt eine Internetverbindung für die Produktaktivierung/Registrierung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Screenshots "Kingdoms of Amalur: Reckoning"

(csr)