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Gamescom Messe-Rundgang Teil zwei: Die wichtigsten Games angespielt

Gamescom Messe-Rundgang Teil zwei : Die wichtigsten Games angespielt

Wenn man zur Gamescom fährt mit der Absicht, alle großen Titel anzuspielen, ist man wahrscheinlich zum ersten Mal da. Selbst wenn man jeden Messetag vor Ort ist, dürfte das wegen der ewigen Wartezeiten nichts werden. Als Pressevertreter hat man es etwas leichter und so ist es unserem Mitarbeiter Ludwig Jovanovic gelungen, fast alle wichtigen Games anzuspielen. Hier Teil zwei seines Rundgangs.

XCOM: Enemy within Entwickler Firaxis und Publisher 2K entwickeln das erfolgreiche XCOM-Universum weiter. Nicht nur mit dem neuen, sehr gelungenen Takitik-Deckungs-Shooter The Bureau, der jetzt herauskommt und stimmungsvoll die XCOM-Anfänge im Jahr 1962 erzählt.

Denn mit "Enemy Within" gibt es ein neues Add-on für den rundenbasierten Erfolgstitel. 47 neue Karten sollen für mehr Abwechslung bei den Einsatzgebieten sorgen. Und zumindest in der englischen Originalfassung sprachen alle Soldaten bislang mit einem amerikanischen Akzent — egal, aus welchem Land sie stammen. Das wird sich mit "Enemy within" ändern. Das kann man noch als kosmetische Korrektur abtun.

Aber auch inhaltlich wird sich etwas ändern. Die XCOM-Einheiten werden um MECs erweitert, die kybernetische Rüstungen und verheerende Waffen tragen, mit denen sie eine Deckung in Stücke schießen, hinter der sich Außerirdischen verschanzt haben. Zudem können sie Schilde zum Schutz der eigenen Soldaten aufbauen, und wenn sie nah genug an einen Gegner herankommen, können sie ihm in Nahkampf massiv Schaden zufügen.

Ihnen zur Seite stehen die genmodifizierten Soldaten, die beispielsweise als Scharfschützen nicht mehr Gebäude hochklettern müssen, sondern einfach hochspringen. Jeder Soldat lässt sich in der Basis zu einem der beiden neuen Klassen schmerzhaft "hochzüchten" — dank erbeuteter Alien-Technologie. Daher auch der Name "Enemy within": Sie tragen den Feind quasi in ihren Körpern. Daneben gibt es auch einige neue Waffen wie den Flammenwerfer.

Das alles ist auch dringend notwendig, weil die Aliens ebenfalls aufgerüstet haben und unter anderem selbst Mecs einsetzen. "Enemy wihtin" erscheint am 15. November — als Add-on für die PC-Version von XCOM. Die Konsolen-Varianten sollen auch als eigenständige Spiele funktionieren.

>>>Hier geht's zu Teil eins des Rundgangs

Sims 4 Seit 2009 gab es keinen eigenständigen neuen Sim-Teil mehr. Nächstes Jahr hat das Warten ein Ende. Die ursprünglichen Sim-Entwickler von Maxis werden dann mit Sims 4 ein neues Kapitel in der Sozial-Simulation aufschlagen.

Und das beginnt schon beim Start: Denn seinen eigenen Sim kann man nun sehr detailliert gestalten — von der Breite der Unter- oder Oberschenkel, über den Körperbau, die Form der Nase, der Augen und den Gang. Die Bandbreite ist groß, um seinen Wunsch-Sim ins Rennen ums Glück zu schicken. Oder man entwirft ein digitales Alter Ego, das einem selbst tatsächlich ähnlich sieht. Auch der Hausbau wurde verbessert, ist flüssiger und einfacher geworden.

Bei der Inneneinrichtung muss man nun genauer abwägen, denn die Gegenstände können situationsbedingt einen starken Einfluss auf die Gefühlslage der Sims haben. Am Spielprinzip selbst scheint sich nicht viel zu verändern, allerdings wurden die Möglichkeiten zur Interaktion ausgebaut. Das führt zu skurrilen bis witzigen Situationen, bei denen vor allem die Emotionen eine tragende Rolle spielen.

In der Demo ging es beispielsweise darum, dass zwei Männer um die Gunst einer Frau konkurrieren. Und da wird der Nebenbuhler mit traurigen Geigenklängen mal eben traurig gemacht, damit der Weg für einen selbst frei ist. Doch mithilfe einer Voodoo-Puppe schlägt der geschasste Verliebte zurück und macht so den Widersacher wütend — was dessen Chancen bei der Angebeteten enorm schmälern.

Während dieses Liebes-Dreieck sich austobt, sitzen andere Sims an einem Tisch und quasseln die ganze Zeit über. Die nicht vom Spieler gesteuerten Figuren sind eigeständiger geworden und verändern dadurch das Gameplay. Sims 4 erscheint allerdings erst im kommenden Jahr.

FIFA 14 Die Fußball-Simulation von Electronic Arts geht am 26. September (Next-Gen 29. November) in die nächste Runde. Und beim Anspielen wird deutlich: Electronic Arts hat nicht gelogen. Die Stimmung der Fanlager in den Stadien kommt spürbar besser rüber.

Aber auch die Animationen und Ballkünste der digitalen Kicker sehen nun besser aus, das Spiel selbst fühlt sich direkter und realistischer an. Wer nur versucht, schnell nach vorne zu spielen, verliert sehr schnell eine Partie. Vielmehr kommt es auf die Koordination von Sprints und Dribblings an. Die Schiedsrichter dagegen agieren in den zwei gespielten Partien sehr sensibel auf Fouls.

Man kann es auch positiv sehen: Wer nur versucht, das Spiel des Gegners brutal zu zerstören, wird recht wenig Freude haben. Neues gibt es auch im Online-Modus: FIFA 14 bietet eine Koop-Option: Zwei Spieler übernehmen ein Team und treten gegen ebenfalls zwei menschliche Controller-Kicker an. Ein weiteres nettes Feature, das es aber nur für die Xbox gegen wird: die Fußball-Legenden.

Wer will, kann sein aktuelles Team mit Ikonen verstärken — beispielsweise einen Lothar Matthäus im defensiven Mittelfeld. Der Unterschied zwischen den Versionen für derzeitige Konsolen und Next-Gen-Playstation oder Xbox fällt deutlich ins Auge. Das Bild wird gestochen scharf und so klar, dass man meint, jeden Grashalm auf dem Rasen sehen zu können. Das ist natürlich übertrieben, aber bei FIFA wirkt der Generationswechsel der Konsolen tatsächlich wie ein grandios-großer Technik-Sprung.

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Battlefield 4 Wo ist denn die Wand geblieben? Oder die Decke? Oder der ganze Wolkenkratzer? Bei Battlefield 4 scheint sich wirklich alles sehr effektvoll zerstören zu lassen und so neue taktische Möglichkeiten zu bieten.

Und nicht nur das: Poller lassen sich hochfahren, um eine Straße zu blockieren. Wenn die Gegner aussteigen, um auf die andere Seite zu gelangen, laufen sie natürlich in eine Falle. An anderen Stellen lassen sich Türen schließen oder Fallgitter öffnen. Oder aber man schließt mal kurz die Stromversorgung kurz und kämpft mit Nachtsichtgeräten weiter.

Wo der Konkurrent "Call of Duty" auf das schnelle Spiel setzt, wartet Battlefield 4 mit taktischer Tiefe auf — vor allem über de Möglichkeiten die Umgebung zu verändern. Doch man sollte sich in seiner Zerstörungswut etwas bremsen. Denn mit den Folgen muss man leben: Hat man eine Wand weggesprengt, um den Gegen die Deckung zu nehmen, fehlt sie einem paar Minuten später, wenn man sich selbst zurückzieht und sich des Schutzes beraubt hat.

Doch es muss nicht immer eine menschlicher Spieler sein, der in die Map eingreift: Bei "Paracel Storms" wütet ein Sturm in einem Inselparadies, der Teile der Karte zerstört — und die Kontrollen eines Kriegsschiffes, das an einem Strand getrieben wird und dort aufläuft. Auf jeden Fall müssen sich Online-Kämpfer ab dem 30. Oktober (Next-Gen 29. November) sehr schnell auf neue Situationen einstellen.

Dark Souls II Es dauert noch bis März nächsten Jahres. Dann aber wird Namco Bandai den zweiten Teil des hammerharten Rollenspiels "Dark Souls" für PC, Xbox 360 und PS3 veröffentlichen. Und nach Aussage des Publishing Producers Tak Miyazoe wird es "definitiv nicht leichter werden".

Nach wie vor wird man sich mit seinen Helden durch eine fantastische Welt kämpfen müssen und sich nicht nur bei den Bosskämpfen die Zähne gleich mehrfach ausbeißen, bis man die richtige Taktik gefunden hat. Viele Hilfen wird es wie typisch bei Dark Souls nicht geben.

Das Spiel lebt davon, Gamer vor zunächst unlösbar erscheinenden Herausforderungen zu stellen. Die sorgen aber auch für ein tiefes Gefühl der Befriedigung, wenn man es im 134. Versuch dann doch endlich geschafft hat. Bei "Dark Souls II" wurde die Grafik verbessert. Sie ist immer noch nicht herausragend, aber bewegt sich jetzt auf Standard-Niveau derzeitiger Konsolen.

Zudem "gibt es mehr Möglichkeiten, seinen Charakter an seine Spielweise anzupassen", sagt Miyazoe. "Das Rollenspielelement wird ein stärkeres Gewicht erhalten." Einen ersten Eindruck davon erhält man ab dem 5. Oktober, wenn die Beta für die PS3 startet. Auf der Dark-Souls-Facebook-Seite werden ab September immer wieder News zur Beta und dem Spiel veröffentlicht.

The Witcher 3 Da wir schon bei Rollenspielen sind. Die polnischen Entwickler von "CD Projekt" könnten es tatsächlich schaffen, einen Rollenspiel-Meilenstein zu schaffen. Zumindest die ersten 45 Minuten sahen überragend aus: Eine große, offene, umwerfend gut aussehende Welt, in der man auch einfach mal stehen bleiben kann — und das Leben in den Burgen und Dörfern geht weiter.

Reisen bedeutet, dass man auf einem Pferd sitzt oder mit einem Boot unterwegs ist und fühlbare Strecken überwindet. Das Kampfsystem wirkt sehr dynamisch und flüssig: Keine Pausen oder Unterbrechungen, keine Quicktime-Events. Und dennoch fehlt es nicht an taktischer Tiefe. Die Level der tatsächlich kooperierenden Gegner steigen nicht mit den Helden.

Eine anfangs unüberwindbare Kreatur soll darum gegen Ende des Spiels quasi im Vorbeigehen besiegt werden können. Das alles wird gepaart mit einer dramatischen Geschichte und einem charismatischen Helden: Geralt, der eigentlich Monsterjäger ist, wird in den Strudel aus Intrigen und einer uralten Bedrohung gerissen, die ein sehr persönliches Interesse an Geralt hat.

Wie immer stellt das Rollenspiel den Spieler vor schwierige Entscheidungen, bei denen er nicht zwischen Gut und Böse wählt, sondern zwischen schlecht und etwas weniger schlecht. Und jede dieser Entscheidungen soll Folgen für den Fortgang der Geschichte haben. Das Spiel wird 2014 für PC, Xbox One und PS4 erscheinen.

Assassin's Creed 4 Auch im vierten Teil, der eigentlich das sechste Spiel der Reihe ist, bleibt Assassin's Creed sich selbst treu. Die Inselwelt der Karibik wurde zwar wunderschön umgesetzt, an Land aber bleibt AC das, wofür es bekannt ist.

Innovationen finden sich auf See, wenn man mit dem Schiff unterwegs ist. Man plündert, man jagt Meeresbewohner mit der Harpune, man erkundet neue Gebiete oder liefert sich Seeschlachten. Insbesondere die Dynamik des Meeres wurde zumindest auf den Next-Gen-Konsolen sehr gut eingefangen. Ansonsten fällt aber auf den ersten Blick nicht unbedingt auf, dass man auf einer neuen PS4 oder Xbox One spielt.

Das kann man kritisieren oder als Lob gelten lassen: Assassin's Creed sieht auf alter und neuer Technik immer gleich gut aus. Geblieben ist das Mikromanagement aus Teil 3. Mit seiner Flotte muss man Handelsrouten sichern, um so Rohstoffe zu erhalten.

Die wiederum benötigt man neben jeder Menge Geld für den Ausbau des eigenen Schiffes. Wie genau die Geschichte nach dem Opfertod Desmonds in Teil 3 fortgeführt wird, wird sich zeigen, wenn das Spiel herauskommt: am 31. Oktober (Next-Gen 29. November).

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Watch Dogs Für Ubisoft-Chef Yves Guillemot ist Watch Dogs das beste Spiel für die PS4. Und nach dem ersten Anspielen kann man verstehen, warum er dieser Meinung ist. Watch Dogs wirkt wie eine gelungene Verbindung von Grand Theft Auto mit Deus Ex. Und die Assassin's-Creed-Gene erkennt man deutlich bei den Bewegungen der Hauptfigur.

Um als Hacker Einfluss auf das Netz haben zu können, muss man unter anderem regionale Knotenpunkte unter seine digitale Kontrolle bekommen. Wie man das macht, bleibt dem Spieler überlassen. Es führen mehrere Wege zum Ziel — unter anderem auch brachiale Gewalt. Allerdings kann der Protagonist nicht viele Treffer einstecken. Es ist darum die schlechteste Wahl.

Hat man den Knotenpunkt gehackt, geht man durch die Straßen und kann ständig die Datenverbindungen anzapfen — um so mehr über die Menschen zu erfahren, denen man begegnet. Bei Bedarf kann man dann ihre Smartphones übernehmen. Oder aber man nimmt auf der Flucht Einfluss auf das Verkehrsleitsystem und lässt Polizeiwagen gegen Poller fahren, die man aus dem Boden schießen lässt. Man kann auch alle Ampeln einer Kreuzung auf Grün stellen und so für ein Verkehrschaos sorgen.

Viel Zeit dafür hat man allerdings nicht. Die Möglichkeiten bei Watch Dogs sind groß, gleichzeitig hat man es übe eine intuitive Steuerung geschafft, dass man das Spiel schnell unter Kontrolle hat. Tatsächlich scheint Watch Dogs ein komplexes, abwechslungsreiches Spiel zu sein, das in einem gut umgesetzten Chicago spielt. Wenn nun auch die Story mit der bisherigen Qualität mithalten kann, gibt es einen weiteren Anwärter auf das Spiel des Jahres ab dem 21. November.

Thief Am 28. Februar 2014 kehrt Meisterdieb Garrett für PC, Xbox 360, PS3 sowie PS4 und Xbox One zurück. Und der zynische Einzelgänger wird in einer Stadt des industriellen Umbruchs in den Konflikt zwischen den Reichen und Armen und die sozialen Unruhen hineingezogen. Wer die alten Spiele kennt, weiß, dass sich diese Entwicklung da bereits angedeutet hat.

Trotz einer mehrjährigen Pause setzen Square Enix und Publisher Eidos dort wieder an. Eine gute Idee, die jede Menge Potenzial für grandiose, bewegend, tiefsinnige Geschichten hat. Am Spielprinzip hat sich zudem recht wenig geändert: In der Ego-Perspektive versucht man an Wachen, Wachsystemen und Fallen vorbei, unentdeckt ans Ziel zu kommen.

Allerdings gibt es dabei eine Einschränkung: Garrett wird nicht immer und überall springen können, sondern nur an vorgegeben Punkten. Das schränkt die Möglichkeiten etwas ein, muss aber nicht unbedingt etwas Schlechtes sein.

Castlevania: Lords of Shadow 2 Der düstere Vampirlord Dracula kehrt zurück — am 28. Februar 2014 in der Castlevania-Fortsetzung "Lords of Shadow 2" für PC, PS3 und Xbox 360. Nun gibt es statt eines vorgeben Kamerawinkels ein frei drehbare Sicht auf die Welt. Das macht das Gameplay definitiv angenehmer und stimmiger.

Anfangs hält man sich im Schloss auf. Und das sieht mit seinem Spiel aus Licht und Schatten umwerfend gut aus. Wenn Konami diese Qualität auch in den anderen Regionen der weitläufigen Welt halten kann, kann man sich kaum daran satt. Ansonsten scheinen sich Veränderungen im Grenzen zu halten. Warum auch? Das Kampfsystem bot schon im Vorgänger kaum Anlass zur Kritik.

Der Vampirfürst wütet mit Kette, bloßen Händen oder dem neuen Void-Schwert, das ihm etwas Lebensenergie schenkt. Die Kämpfe sind überaus dynamisch, erfordern das richtige Timing von Blocken, Parieren und Kombos. Gleich zu Beginn muss man sich zudem wie im Vorgänger mit einem Titan auseinandersetzen, was durchaus etwas dauern kann. Zwischendurch sind kleinere Rätsel eingestreut, die aber nicht für sich stehen, sondern in die Welt eingebunden sind und auf deren Spielphysik beruhen.

Der Lohn der Mühe: Punkte für ein rollenspielartiges Skill-System. Der Schwierigkeitsgrad bleibt knackig, aber gerade in den Kletterpassagen gibt es nun mit roten Punkten einen Wegweiser. Die Geschichte bleibt weiterhin düster, ernst und traurig.

Wer nicht so lange auf den nächsten Teil warten kann: Am 31. Oktober kommt "Castlevania: Lords of Shadow — Mirror of Fate" in einer HD-Download-Fassung für PS3 und Xbox 360 heraus. Ebenfalls am 31. Oktober erscheint im Handel die Castelvania-Collection — inklusive "Mirror of Fate HD" sowie "Lords of Shadow" samt aller erschienenen Add-ons für PS3 und Xbox 360. PC-Spieler können bereits am 29. September zu Ultimate Edition greifen und dann zum ersten Mal "Lords of Shadow" samt aller Add-ons spielen.