Spielekritik "Fight Night Champion": Der Weg zum Weltmeistergürtel

Spielekritik "Fight Night Champion" : Der Weg zum Weltmeistergürtel

Düsseldorf (RPO). In einem Punkt ist das Box-Spiel "Fight Night Champion" der Wirklichkeit voraus. Während die Klitschko-Brüder verzweifelt nach Gegnern suchen, die ihnen einen halbwegs spektakulären Kampf liefern und der einzig verbliebene Kandidat, der Brite David Haye, sich immer wieder ziert, ist das Duell in der neuen Version von "Fight Night" schon möglich. Die Klitschkos und Haye zählen nun zu den verfügbaren Boxern. Und das ist nur die zweitbeste Neuerung des Spiels.

Im Mittelpunkt des neuen "Fight Night" steht der Champion-Modus, in dem die Spieler die Geschichte von Andre Bischop miterleben und -gestalten. Bischops Geschichte beginnt am Boden. Er liegt schwer angeknockt in einem Ring im Knast, gewinnt den Kampf gegen den Mithäftling gerade noch und bezahlt dies anschließend bitter. Anlass für eine Rückblende.

Bischop gewann die Amateur-Weltmeisterschaft und startete eine vielversprechende Amateurkarriere, weigert sich dann aber, mit einem fiesen Boxpromoter zusammenzuarbeiten. Der legt ihn herein und befördert ihn für fünf Jahre in den Knast. Wieder draußen verlegt Bischop seine Rache in den Ring

Auf die Geschichte selbst hat der Spieler keinen Einfluss, er muss ausschließlich die Herausforderungen im Ring meistern: Mal sind die Ringrichter bestochen und nur ein K.o. hilft, dann wieder kann Bischop nur mit der linken Hand kämpfen oder muss sich gegen einen Puncher lange aufs Verteidigen beschränken.

Muhammad Ali und Mike Tyson

Abwechslung und Überraschungen sind dabei garantiert. Die Geschichte ist zudem richtig gut erzählt, lediglich gegen Ende scheint den Machern die Zeit ausgegangen zu sein. Da entwickelt sich das Ganze plötzlich sehr schnell, und ein paar Rocky-Klischees sind auch nicht mehr zu vermeiden.

Die Netto-Spieldauer des Champion-Modus liegt nur knapp über drei Stunden, die tatsächliche Beschäftigungszeit hängt von Schwierigkeitsgrad und Talent des Spielers ab. Daneben kann er Kämpfe mit den rund 50 Profis diverser Gewichtsklassen von Oscar de la Hoya und Roy Jones bis zu Muhammad Ali und Mike Tyson bestreiten oder eine Karriere mit einem selbst entworfenen Boxer starten.

In den Kämpfen wirkt die Simulation sehr überzeugend. Die Bewegungen sehen gut aus, die Kommentatoren klingen authentisch, und der Sieg ist nur möglich, wenn der Spieler seine Schläge gut variiert und zumindest ein bisschen auf die Deckung achtet.

Wer diesen Spaß auch online erleben möchte, stößt auf ein Problem. Die Damen und Herren Gegner, die im Netz warten, haben sich zumeist im Fight Night Store gut eingedeckt. Dort gibt es für zwei bis sieben Euro Boost-Pakete, mit denen die Boxer Tempo, Kraft oder Ausdauer verbessern.

In einem Punkt wird "Fight Nicht Champion" der Wirklichkeit immer voraus bleiben. Die Klitschkos können im Spiel gegeneinander antreten, was sie in unserer Welt wohl nie machen werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Screenshots "Fight Night Champion"