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BVB: Borussia Dortmund setzt noch nicht auf E-Sport

BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer im Interview : E-Sport-Team ist “nicht der Dortmund-Weg”

Anlässlich eines FIFA-Turniers im Signal Iduna Park spricht BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer von einem “Startschuss” im E-Sport. Warum es bei Borussia Dortmund in naher Zukunft trotzdem kein eigenes E-Sport-Team geben wird, verrät er uns im Interview.

Sechzehn FIFA-Spieler aus ganz Europa versammelten sich im Dortmunder Signal Iduna Park und spielten das Finale des “FIFA 20 Club Challenge Turniers” aus. Borussia Dortmund hat das Event in Kooperation mit PlayStation, Electronic Arts und der ESL veranstaltet. Wir haben dabei mit BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer über das virtuelle Gaming sprechen können.

Sie haben dem E-Sport lange Zeit abgesagt. Steigt der BVB jetzt doch in das Geschäft ein?

CRAMER Wenn wir von E-Sport reden, dann meinen wir Fußball-Gaming, also Spiele mit einem Bezug zum realen Fußball. Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema und möchten virtuelles Gaming nutzen, um Menschen zu erreichen, die das praktizieren. Dieses FIFA-Turnier ist für Borussia Dortmund als Startschuss in den E-Sport zu verstehen. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt eine eigene Abteilung ins Leben rufen.

Warum dann dieses Turnier?

CRAMER PlayStation kam mit der Idee eines Fan-Turniers auf uns zu. Das fanden wir cool und haben dafür gerne unser Stadion als Spielstätte für das Finale bereitgestellt. Außerdem sind wir bereits seit vielen Jahren Lizenzpartner von EA Sports und FIFA. Gaming ist für uns also nichts Neues.

Heute sind sechzehn Top-FIFA-Spieler aus Europa hier. Ist da keiner für Sie dabei?

CRAMER Wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, die heutige Veranstaltung nicht dafür zu nutzen, um Talente für Borussia Dortmund zu akquirieren. Andere Vereine machen das. Die Möglichkeit hätten wir auch gehabt. Das würde aber nicht zu uns passen. Das wäre nicht authentisch.

Die Preisgelder von E-Sport-Turnieren liegen mittlerweile im Millionenbereich. Lassen Sie sich hier etwas entgehen?

CRAMER Wir wissen natürlich um die Größe eines League of Legends, ich sehe allerdings keinen tatsächlichen Mehrwert darin, wenn Egoshooter oder Strategiespiele im schwarz-gelben Trikot gespielt werden. Wir behalten unser Kerngeschäft im Auge. In erster Linie ist uns wichtig, was draußen auf dem echten Rasen passiert. Wenn wir da nicht gut sind, dann sind wir nicht attraktiv – auch nicht für E-Sport.

Also wenn E-Sport, dann kein League of Legends oder DOTA?

CRAMER Wir verstehen uns als Smart Mover, nicht als First Mover. Wir sind in der Vergangenheit immer gut damit gefahren, nicht alles zu machen, nur weil es andere tun. Wenn der FC Schalke 04 acht Millionen Euro in E-Sport investiert, dann ist das sein Ding. Das ist aber nicht der Dortmund-Weg.

Wie sehen die nächsten Schritte im E-Sport für Borussia Dortmund aus?

CRAMER Wir haben noch nichts Konkretes geplant, sind aber dabei mit EA und Sony weitere Formate zu entwickeln. Stand heute werden wir jedenfalls nicht aktiv, sprich mit eigenem Team, am E-Sport teilnehmen. Sollten wir allerdings merken, dass die Leute Bock darauf haben, werden wir uns dem nicht verschließen.