Digitalisierung in Deutschland Experten sehen gravierende Mängel bei Cybersicherheit

Berlin · Kriminelle Hacker werden derzeit laut Experten nicht ausreichend verfolgt und sanktioniert. Wie eine neue nationale Cybersicherheit-Struktur aussehen könnte und welche Behörde für die Koordination geeignet wäre.

 Gegen Cyberkriminalität und Hackerangriffe, wie hier bei einer Demonstration, sei Deutschland nicht ausreichend gerüstet. (Archiv)

Gegen Cyberkriminalität und Hackerangriffe, wie hier bei einer Demonstration, sei Deutschland nicht ausreichend gerüstet. (Archiv)

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Für die Verfolgung von kriminellen Hackern sind die Behörden in Deutschland aus Sicht von Experten aktuell nicht gut aufgestellt. Ohne eine effektive Strafverfolgung sei das Problem aber nicht zu lösen, sagte Stefanie Frey von der Firma Deutor Cyber Security Solutions am Mittwoch, 25. Januar, bei einer Anhörung im Digitalausschuss des Bundestages.

Wer schon einmal die Cybercrime-Abteilung eines Landeskriminalamtes besucht habe, wisse, dass das kein attraktiver Arbeitsplatz sei für die Fachkräfte, die man für die Aufklärung solcher Straftaten dringend bräuchte. Auch die Gehälter seien da zu niedrig.

Misbah Khan, Innenpolitikerin der Grünen, sagte: „Unser Ziel ist es, die Cybersicherheitsarchitektur neu zu ordnen. Derzeit gibt es zu viele Strukturen und Akteure, die aneinander vorbei wirken.“ Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei dafür prädestiniert, um – wie von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) vorgeschlagen – die bisher fehlende Funktion als Zentralstelle einzunehmen. Um das Vertrauen in und die Glaubwürdigkeit des BSI zu erhöhen, müsse es zudem unabhängiger werden.

In einer Stellungnahme der Stiftung Neue Verantwortung hieß es: „Um den Beitrag verschiedener staatlicher Akteure genau zu definieren, sollte eine nationale Cybersicherheitsstrategie gemeinsam mit den Ländern erarbeitet werden. Darin sollten die Zuständigkeiten und Beiträge der Länder zur Erreichung der Ziele festgelegt werden.“

(akir/dpa)
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