CES 2018: Autos lesen Gedanken und die Dusche gehorcht - Viele neue Gadgets

Technik-Neuheiten auf der CES 2018: Wenn Autos unsere Gedanken lesen

Das sind die Neuheiten bei der CES 2018

Vieles ist noch Zukunftsmusik. Auf der Technik-Messe CES in Las Vegas zeigen die Hersteller mit spannenden Neuheiten aber bereits, was derzeit technisch alles möglich ist. Richtig schlau werden dabei nicht nur die Autos.

Was die Hersteller bei der Consumer Electronics Show den Messebesuchern präsentierten, ist teilweise atemberaubend. Samsung stellte einen Fernseher mit einer Bildschirmdiagonale von 3,71 Metern vor, VR-Brillen lernen laufen und werden kabellos, Duschbrausen gehorchen aufs Wort und das Auto der Zukunft liest die Gedanken des Fahrers. Die Messe endet am 12. Januar, wir zeigen eine Auswahl der Neuheiten im Überblick:

Die CES gewährt einen Blick in die Zukunft des Fernsehens: Hersteller wollen das TV-Gerät nicht nur zum Bildschirm mit Internetanschluss machen, sondern zum Zentrum der Unterhaltung zu Hause.

In puncto Größe macht dabei Samsung kaum einer etwas vor. Der Riesen-TV The Wall hat eine Bilddiagonale von 146 Zoll, umgerechnet sind das 3,71 Meter. The Wall besteht aus vielen Modulen von der Größe eines Smartphones und lässt sich in verschiedenen Größen zusammenbauen. Die Technik dahinter nennt sich Micro-LED: Jeder Pixel des Fernsehers ist eine einzelne Diode.

Auch die Pixelzahlen schießen weiter in die Höhe. Langsam ziehen 4K-Fernseher (3840 zu 2160 Pixel) in deutsche Wohnzimmer ein - in Las Vegas gibt es schon 8K (7680 zu 4320 Pixel) zu sehen. Die Hersteller Samsung, LG, TCL und andere haben derart hoch auflösende Bildschirme im Angebot. Zwar sind auch Inhalte in 4K immer noch Mangelware. Aber was nicht da ist, wird einfach hochgerechnet. Samsung etwa setzt auf intelligentes Upscaling, wandelt also jeden Film in die hohe Auflösung um.

Virtuelle und veränderte Realität wird mobiler. So kappt etwa HTC die Verbindungskabel und zeigt für die aktuelle HTC Vive und die bald erscheinende Vive Pro einen Drahtlos-Adapter. Per Funk überträgt er die Daten zwischen Computer und VR-Brille. Die Kabelfreiheit hat aber eine kleine Einschränkung: Neben dem Adapter, der am hinteren Bereich der Brille angesteckt wird, müssen Spieler noch ein Batteriepack tragen - das wiederum mit einem Kabel mit der Brille verbunden ist.

Ohne Computer und Smartphone gibt es VR bald mit Lenovos Mirage Solo. Die Brille arbeitet mit Googles Plattform Daydream und bietet kabellosen Zugang zu VR-Inhalten wie Spielen, Videos oder Fotos. Sie erfasst nicht nur die Bewegung des Trägers, sondern über Kameras auch die Position im Raum. Träger sollen sich so in virtuellen Welten besser bewegen können. Die Mirage Solo hat ein Sichtfeld von 110 Grad, das eingebaute Display QHD-Auflösung (2560 zu 1440 Pixel).

Auch bei der Steuerung in der virtuellen Realität tut sich etwas. Mit dem Blackhawk von 3dRudder können Spieler auch ihre Füße nutzen. Der Controller übersetzt Fußbewegungen in Kommandos. So sollen Spieler ihre Hände für andere Befehle nutzen können.

Die Messe ist eine Kampfarena digitaler Sprachassistenten. Vor allem Amazon und Google liefern sich einen Wettstreit. Amazons Assistentin Alexa setzt ihre Expansion auf Geräte aller möglichen Hersteller fort. Darunter Fernseher und Lautsprecher, Kühlschrank und Ofen, Lichtschalter und Rauchmelder sowie ein Badezimmerspiegel.

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Den Google Assistant haben etwa die OLED-Fernseher von LG an Bord. Nutzer sollen so ihre Geräte per Sprache steuern, aber auch leichteren Zugriff auf Informationen erhalten und verbundene Geräte im Heimnetzwerk steuern. Neben Fernsehern werden auch vernetzte Lautsprecher oder drahtlose Kopfhörer mit dem Sprachassistenten ausgestattet. Erste Modelle sollen noch in diesem Jahr erscheinen.

Auch Siri von Apple ist in Las Vegas präsent in den vernetzten Produkten - nicht zuletzt in einer Duschbrause, die aufs Wort hört.

Mercedes führt als erster Pkw-Hersteller einen eigenen Sprachassistenten ein. Wer den Wagen mit den Worten "Hey Mercedes" begrüßt, kann künftig nahezu alle Fahrzeugfunktionen vom Radio bis zur Sitzheizung im Dialog steuern. Erstmals eingesetzt wird die Technologie in der neuen A-Klasse, die im Sommer in den Handel kommt.

Eine immer wichtigere Rolle nehmen Autos auf der CES ein. Eine neue Vision der Autobauer: Nissan will die Gedanken der Autofahrer lesen. Dafür zapft eine Vorrichtung auf dem Fahrerkopf die Gehirnströme an. Damit soll das System etwa Bewegungen fürs Lenken und Bremsen vorhersehen und sie dann schneller umsetzen können - das soll die Reaktionszeiten verkürzen, laut Nissan um 0,2 bis 0,5 Sekunden.

Ein weiteres Beispiel für den Einzug schlauer Technik ins Auto liefert Kia, das seinen Crossover Niro als reines Elektroauto zeigt. Statt Kühlergrill hat die Studie Niro EV eine mit LEDs animierte Dialogfläche. Innen dient eine Gesichts- und Spracherkennung dazu, den Fahrer zu identifizieren und das Infotainment einzustellen.

Ähnlich smart gibt sich eine SUV-Studie des neuen chinesischen Herstellers Byton. Das Cockpit besteht aus einem 1,25 Meter breiten Bildschirm und wird von drei weiteren Displays flankiert. Die Türen öffnen sich per Gesichtserkennung. Sitze und Spiegel stellen sich nach abgespeicherten Profilen ein. Fahrer bedienen das Auto vor allem mit Gesten. Nach Europa soll die Serienversion 2020 kommen.

Wichtiges Thema sind nach wie vor selbstfahrende Autos. Toyota zeigt mit der "e-Palette" ein entsprechendes Lieferwagenkonzept, das flexibel umkonfigurierbar ist: als Transporter, Büro, Arztpraxis, Spielhalle oder Minibus. Auf die Straße kommen sollen es zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. CES-Besucher können sich außerdem mit dem Robotertaxi chauffieren lassen. Der Technologie-Zulieferer Aptiv hat dafür testweise mehrere selbstfahrende Autos auf die Plattform des Fahrdienstvermittlers Lyft gebracht.

(gaa)