Jury einigt sich in zwei Stunden Freispruch für Elon Musk in Betrugsprozess um irreführende Tesla-Tweets

San Francisco · Im Prozess gegen Elon Musk wegen irreführender Tweets zum Elektroautobauer Tesla ist der Unternehmenschef vom Vorwurf des Betrugs freigesprochen worden.So reagierte Musk.

 Der Unternehmer Elon Musk verlässt Ende Januar das Phillip Burton Federal Building mit dem United States Court House in San Francisco.

Der Unternehmer Elon Musk verlässt Ende Januar das Phillip Burton Federal Building mit dem United States Court House in San Francisco.

Foto: dpa/Benjamin Fanjoy

Der umstrittene Multi-Milliardär erklärte nach der entsprechenden Entscheidung der Jury am Freitag in San Francisco: „Gottseidank, die Weisheit des Volkes hat sich durchgesetzt.“ In dem Prozess ging es um Twitter-Äußerungen von Musk im Jahr 2018, die starke Kursschwankungen an der Börse ausgelöst hatten.

Der Prozess dauerte insgesamt drei Wochen - die Jury war sich am Ende sehr schnell einig. Nach nur zweistündiger Beratung erklärten die Geschworenen den Angeklagten für nicht schuldig. Musk lobte umgehend die „Weisheit des Volkes“ und erklärte weiter: „Ich bin der Jury zutiefst dankbar, dass sie einstimmig meine Unschuld erkannt hat.“

Musk hatte im August 2018 auf Twitter angekündigt, Tesla für einen Preis von 420 Dollar pro Aktie von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafür sei „gesichert“. Die Ankündigung sorgte für starke Kursschwankungen der Tesla-Aktie, später machte Musk aber einen Rückzieher. Es wurde deutlich, dass die Finanzierung alles andere als gesichert war.

Investoren verklagten Musk in der Folge. Sie warfen dem derzeit zweitreichsten Menschen der Welt Lügen und eine „künstliche Manipulation“ des Preises der Tesla-Aktie mit dem Ziel vor, allen Investoren zu schaden, die auf einen sinkenden Aktienkurs gewettet hatten. Einer der Kläger-Anwälte sagte während des Prozesses mit Blick auf Musk: „Wegen seiner Lügen haben normale Menschen Millionen und Millionen von Dollar verloren.“

Der Tesla-Chef hatte die Betrugsvorwürfe stets zurückgewiesen. Bei seiner persönlichen Aussage vor Gericht argumentierte er, er habe nicht geschrieben, dass die gesicherte Finanzierung „ein Fakt“ sei. Er habe nur seine persönlichen Gedanken geäußert. Und seiner Überzeugung nach sei die Finanzierung in dem Moment gesichert gewesen.

Die Tweets zu Tesla hatten Musk auch Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC eingehandelt. Er musste im Zuge einer Vereinbarung den Vorsitz über den Tesla-Verwaltungsrat abgeben, eine Strafe von 20 Millionen Dollar zahlen und sich fortan Tweets zu Tesla von einem Juristen absegnen lassen.

Der Prozess kam für Musk inmitten stürmischer Zeiten. Kritiker werfen dem streitbaren Unternehmer vor, sich zu sehr auf den Kurzbotschaftendienst Twitter zu konzentrieren, den er nach langem Übernahme-Streit Ende Oktober für 44 Milliarden Dollar gekauft hatte, und dabei Tesla zu vernachlässigen. Allerdings scheinen die Zahlen bei dem Elektroautobauer eher für Musk zu sprechen: Der Konzern vermeldete Ende Januar, dass er 2022 Rekordgewinne eingefahren habe.

(aku/AFP)