Die RP als hintergründiges Informationsmedium positionieren Gegen die Verflachung

Die verbesserte Zeitungsoptik hilft, Inhalte zu vermitteln und die Rheinische Post als hintergründiges Informationsmedium zu positionieren. Damit wird die Zeitung dem Bedürfnis anspruchsvoller Leser gerecht am Wissen der Zeit teilzuhaben.

Die Rheinische Post versteht sich als Abbild der Zeit. Insoweit dokumentiert die Zeitung - wenn sie denn gut gemacht ist - die jeweilige "Lage der Nation". Inhalt und Form der Zeitung sind damit immer auch Antworten auf sich verändernde Lebenswelten. Unsere Lage heute: Die Gesellschaft teilt sich ­in Interessierte, die mehr wissen und Zukunft gestalten wollen, in Oberflächliche, denen das Fernsehen reicht, weil sie mehr Nachricht nicht wollen oder kaum verarbeiten können. Dabei ist der Informationsgehalt einer Rheinischen Post so dicht wie noch nie, birgt eine Zeitung so viele Nachrichten, wie ein Mensch im 13. Jahrhundert in seinem ganzen Leben aufgenommen hat. Und: Die Fülle an Information und deren Qualität sind grundlegend für vielfältige Entscheidungen, die unser Leben bestimmen.

Nutzen für den Leser

Deshalb ist die Redaktion gefordert, Nachrichten nach ihrer Relevanz für die Leserschaft auszuwählen, sie so aufzubereiten, dass der Leser Inhalt und Nutzwert schnell erkennt, und im Blatt strukturiert zu platzieren, damit Wesentliches nicht überlesen wird. Die inhaltliche Herausforderung steht im Vordergrund. Die Zeitungsoptik ist dabei die Brücke, den Zugang zur Nachricht zu erleichtern und gleichzeitig die Lesefreude zu erhöhen. Damit hat das Design, wenn auch der Nachricht untergeordnet, eine wichtige, eine zielführende Funktion.

Die Redakteure beschreiben die Lebenswirklichkeit, bereiten sie als Information auf, ordnen sie ein, verhelfen damit dem Leser zu einem Überblick, der eigene Wertungen möglich macht. Der Designer setzt den Rahmen, der - wie einst die Linien auf der Schiefertafel ­ Halt gibt, Orientierung ermöglicht, die Lesbarkeit erhöht. Zukunftsgerichtetes Zeitungsdesign arbeitet mit klaren Schriften, die leicht lesbar sind, mit einer Hierarchie, die auf den ersten Blick deutlich macht, was besonders wichtig, was Nachricht oder Hintergrund ist, setzt Seitenzahlen ein, die das schnelle Auffinden der Wunschthemen erleichtern. All das sind Werkzeuge, die die Rheinische Post, teilweise zum ersten Mal, ab heute einsetzt, um unsere /Ihre Zeitung noch besser zu machen.

Die Rheinische Post bleibt wie sie ist. Sie geht mit der Zeit. Denn die veränderte Zeitungsoptik ist konsequente Fortführung einer inhaltlichen Entwicklung, die uns in den vergangenen Jahren zu mehr journalistischer Breite, zu vielfältigen zusätzlichen Leseangeboten und zu einer bis dahin unerreichten Akzeptanz im Lesermarkt verholfen hat. Mit 1,2 Millionen Lesern ist die Rheinische Post inzwischen die zweitgrößte Tageszeitung in Deutschland. Unser Bekenntnis zur Qualitätszeitung, von den Begründern der Rheinischen Post 1946 niedergelegt, ist aktueller denn je und hat sich im Wettbewerb der Medien als Alleinstellungsmerkmal erwiesen.

Je flacher andere wurden, je mehr Superstars gesucht, aber kaum gefunden wurden ­ desto stärker konnte sich die Rheinische Post mit ihrem Angebot positionieren. Zumal die Leserschaft goutierte, dass die Zeitung allen gesellschaftlichen Entwicklungen Aufmerksamkeit schenkt (auch Big Brother und anderen eher kritisch zu betrachtenden Phänomenen), dabei aber nicht voyeuristisch, sondern distanziert agiert. Die unterhaltsamen Elemente der Zeitung, die ihre Bedeutung neben Nachricht und Nutzwert haben, kommen dem Bedürfnis nach, dass Lesen auch Vergnügen sein und Zeitung solches bereiten soll.

Inhaltliche Stützpfeiler des Blattes, im neuen Auftritt auch gestalterisch hervorgehoben, sind und bleiben Politik, Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Sport und Lokales. Das Verständnis einer bürgerlichen Zeitung - parteipolitisch unabhängig, Werten verpflichtet - erfordert eine analytische, aufarbeitende Betrachtung, die in pointierter Meinungsäußerung Reibungspunkte bietet, dabei aber in erster Linie den für eine Demokratie unverzichtbaren Meinungsbildungsprozess begleiten will. In (wirtschaftlich) schwierigeren Zeiten unangenehmene Wahrheiten zu verkünden, gehört zum publizistischen Auftrag der Rheinischen Post, auch wenn wir dafür nicht immer Beifall bekommen.

In der Region verwurzelt

Zu Hause ist die Rheinische Post in Nordrhein-Westfalen, beheimatet am Niederrhein, im Bergischen, in der Landeshauptstadt Düsseldorf weiß die Zeitung, was die Menschen in Stadt und Land bewegt. In der Region tief verwurzelt, kann die Zeitung ­ wie kein anderes Medium ­ beschreiben, was sich hierzulande tut, welche Sorgen und Nöte vorherrschen, was Freudiges zu berichten ist. Die neue Zeitungsoptik veredelt das Überregionale und betont zugleich das Lokale als "Zeitung in der Zeitung”.

Das Design ist ­im Lokalen wie im überregionalen Teil ­ die Brücke zu den Inhalten, die von der anerkannten Kompetenz der Redakteure und Korrespondenten bestimmt werden. Die Zeitung ist ­ heute wie im Gründungsjahr 1946 ­ ein Abbild der Zeit. Damals, so sagten es die Gründer, ein "Bild der Kargheit und des bescheidenen Beginns”. Heute, in einer suchenden Gesellschaft, die informative Antwort auf das Bedürfnis, teilzuhaben am Wissen der Zeit.

Gottfried Arnold ist Herausgeber der Rheinischen Post.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort
An die Spitze
Für die Info-Elite ist und bleibt die Zeitung unverzichtbarAn die Spitze