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Serie: Wohnen mit Farben (3): Als unsere Wohnungen farbig wurden

Serie: Wohnen mit Farben (3) : Als unsere Wohnungen farbig wurden

Der Trend, unsere Wände farbig zu gestalten, ist noch nicht allzu alt. Es begann mit Tapeten, später kam der Anstrich. Nach dem gängigen Weiß wurde es ziemlich bunt. Und nun mag man als Kontrast auch Betonoptik.

Solche Kindheitserinnerungen dürften die meisten Menschen über 50 noch haben: Daheim, in den eigenen vier Wänden, bei den Eltern den Großeltern oder anderen Verwandten ging es – jedenfalls nach heutigen Maßstäben - eher trist zu. Was man damals natürlich nicht so empfand, denn es war ja überall gleich und man hatte andere Sorgen. An den Wänden Tapeten mit dezenten Mustern – Streifen, vielleicht ein paar Blumen oder abstrakte Ornamente. Rot, Grün, Blau, Gelb? Keine Spur von wirklich bunten Elementen.

Nach und nach kam dann die berühmte Rauhfaser hinzu – eine Tapete, die man anstreichen konnte, sogar mehrmals hintereinander. Das war praktisch und viel einfacher als neu zu tapezieren. Meist war sie am Ende weiß. Wer sie mit ein bisschen brauner Farbe tönte („Eierschale!) war damals fast schon Revoluzzer.

Aber wie, und vor allem: wann kam die Farbe zu uns nach Haus? Und wieso war es plötzlich schick, daheim festzustellen „Alles so schön bunt hier!“ ? Am Ende der Wirtschaftswunderzeiten begann diese Entwicklung, als der Nierentisch und die Tütenlampe der Gipfel coolen Designs waren, wurden die Muster mutiger und farbenprächtiger. Aber es ging eher zurückhaltend voran. Wirklich schrill wurde es Mitte der 1960er Jahre – Schockfarben waren angesagt, und die Menschen mochten es, wenn die Dinge schrill coloriert waren. Hemden, Socken, Krawatten – alles mit Signalwirkung. Das blieb nicht ohne Folgen für die heimischen vier Wände.

Fotos und Filme aus jenen Zeiten lassen uns heute erschauern: Plötzlich gibt es riesige Farbmuster an den Wänden, die Möbel werden bunter, rote, grüne oder gelbe Plastikstühle und Sessel oder Lampen prägen die Räume. Klare Botschaft: Die Farbe hat Einkehr gehalten in unseren Wohnungen.

Allerdings kamen dabei manchmal auch Kombinationen heraus, von denen wir uns heute eher irritiert zeigen. Stefan Kesseler (55), Experte des Düsseldorfer Fachhandels Sonnen Herzog, erinnert sich noch gut. Flaschengrün im Treppenhaus ohne Tageslicht, braune Kacheln im Bad, braune Ornamente auf der Tapete – im Laufe seines Berufslebens hat er viel gesehen. Woher diese Inspiration kam? Kesseler: „Sicher hat die damalige Hippie-Kultur einen Einfluss gehabt auf diese neue Stilrichtung.“ Dann, so der Fachmann, wurde es wieder dezenter – Cremetöne, Grau und Beige waren gewünscht.
Die letzten Jahre hat sich das völlig geändert. Ganz Wohnungen werden in kräftigen, aber naturnahen Farben gestrichen – und man findet es schick. Ein abermals neuer Trend ist aber bereits absehbar, sagt Kesseler: „Shabby Chic, Betonoptik sind derzeit angesagt.“ Alexandra Döpke (47), Leiterin visuelles Marketing beim Möbelhaus Schaffrath, bestätigt das: „Betonoptik ist jetzt beim Endverbraucher angekommen. Es gibt sie auch als Tapete oder als Bodenbelag.“ Der Kunde lege heute aber vor allem Wert auf Harmonie bei der Farbe seines Heimes, eher dunkle, natürliche Farben seien beliebt, man bewege sich gern in gut abgestimmten Farbkreisen mit hohem Wohlfühlfaktor.

So oder so – das Spiel mit der Farbe ist allgegenwärtig. Für das Deutsche Lack-Institut in Frankfurt am Main kein Wunder: „Lacke und Farben sind allgegenwärtig. Kaum ein handwerklich oder industriell gefertigter Gegenstand, der nicht zur Zierde und zum Schutz mit Lack überzogen würde“, sagt einer seiner Fachleute. Für die Menschen ist die Farbe in ihren Büros, Häusern oder Wohnungen von hoher Bedeutung, denn Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Menschen durchschnittlich zu 80 bis 90 % des Tages in Innenräumen aufhalten.