Serie: Wohnen heute (3) : Das Arbeitszimmer – wo man gern aktiv ist

Verbringt man viel Zeit in seinem Arbeitszimmer, ist eine vernünftige Gestaltung wichtig. Höchste Ansprüche sollte man an einen guten Schreibtischstuhl stellen.

Das eigene Arbeitszimmer ist natürlich eine Frage des Platzes. Nicht jeder braucht es, aber selbst derjenige, der nicht daheim arbeitet, schätzt einen Raum für all die Dinge, die man in anderen Zimmern nicht haben will: Aktenordner, noch nicht bearbeitete Post, den PC.

Verbringt man aber viel Zeit in diesem Raum, wie es Freiberufler tun, ist eine vernünftige Gestaltung wichtig. Schließlich legt man als Angestellter auch Wert darauf, einen ergonomisch korrekt gestalteten Arbeitsplatz zu haben. Egal, ob im Büro oder in der Produktion. Die großen Möbelanbieter haben sich längst darauf eingestellt, spezielle Möbel nur für Arbeitszimmer oder komplette Konzepte anzubieten.

Der Trend, so heißt es bei Einrichtungsexperten, geht eindeutig hin zu aufgeräumten, minimalistischen Arbeitszimmern. Jedenfalls in der Theorie. Wie lange dann dieser – eh nicht eindeutig definierte – Begriff des „aufgeräumt sein“ vorhält, hängt von der mentalen Struktur des Nutzers ab. Der wahrhaft Kreative wird immer beteuern, nur in einem gewissen Maß an vermeintlicher Unordnung arbeiten zu können. Während der überaus Korrekte schon körperliche Pein empfindet, wenn er unterschiedlich hohe Papierstapel und diverse Post-it-Zettel am Rand des PC-Bildschirms sieht. Klar ist: Den für jeden gültigen Weg gibt es nicht. Schließlich will man sich ja wohlfühlen in dem Raum, wo man womöglich – nach dem Schlafzimmer – die meiste Zeit verbringt.

Aber es gibt einige allgemeine Regeln. Darunter fällt zuallererst die Wahl des Schreibtischstuhls. Der sollte höchsten Ansprüchen genügen, auf Rollen stehen und sich in der Höhe wie im Sitzwinkel verstellen lassen. Nie vergessen: Das ist der Arbeitsplatz, der sollte Topqualität haben. Billig-Angebote sind verschwendetes Geld, besser ist das Angebot des Händlers mit guter Fachberatung. Steht der Stuhl auf Teppich- oder Echtholzboden, ist unbedingt eine Unterlage erforderlich. Die ist rund einen Quadratmeter groß, aus durchsichtigem starken Kunststoff und erleichtert nicht nur die Bewegung, sondern schont den Bodenbelag.

Kabelsalat unter oder hinter dem Schreibtisch ist zwar nicht problematisch, schafft aber durch die unordentliche Optik einen unschönen Eindruck. Es gibt inzwischen sehr praktische Rohrsysteme, in denen die Leitungen unsichtbar gemacht werden können. Schön zu haben, aber nicht unbedingt von Bedeutung.

Anders dagegen die ergonomisch vernünftige Anordnung der Dinge, die man häufig braucht. Auch wenn viele vom papierlosen Büro schwärmen – die Erfahrung zeigt, dass sich immer noch sehr viel nicht virtuell abspielt, also händisch abgelegt werden muss. Diese Ordner sollten wenn möglich so nahe am Schreibtisch stehen, dass man sie ohne viel Aufwand sofort erreichen kann. Dauerndes Aufstehen und Herumlaufen mag zwar der Beweglichkeit förderlich sein, hilft aber nicht wirklich und kostet nur Zeit. Zudem ist der zu weite Weg zur Ablage nicht selten Grund dafür, Zwischenablagen auf dem Schreibtisch zu konstruieren (Papierstapel – siehe oben), weil man die eigentliche Einordnung aus Bequemlichkeitsgründen verschiebt.

Ansonsten: Licht auf dem Schreibtisch hat perfekt die Arbeitsfläche auszuleuchten, zusätzliche Lichtquellen im Raum schaffen Behaglichkeit. Der Schreibtisch selbst muss zum Stuhl passen, nicht nur in der Höhe, und ausreichend Fläche, aber auch Unterschränke haben. Angenehm sind TV und andere Medien – sei es für die Ablenkung in einer Pause, Recherche oder Nachrichten. Moderne Geräte ermöglichen die Kombi von allem in einem, wer bei der Arbeit gern Musik hört, ist mit leistungsfähigen, tragbaren Lautsprechern gut bedient, die mit Bluetooth anzusteuern sind und das persönliche Musikprogramm spielen. Es sei denn, Kollegin Alexa steht neben dem PC – dann ist das eh alles geregelt.

Außerdem: Eine große Uhr an der Wand sieht schick aus und ist praktisch, und ein paar gute Bilder an der Wand schaffen eine angenehme Atmosphäre. Passend zur sachlichen Umgebung bieten sich großformatige Schwarz-Weiß-Fotos an. Sie helfen dabei, einen Raum zu schaffen, in dem es Spaß macht zu arbeiten.