Serie: Wohnen heute (2): Damit der Besuch sich wie daheim fühlt

Serie: Wohnen heute (2) : Damit der Besuch sich wie daheim fühlt

Das Gästezimmer ist leicht gestaltet, verlangt aber dennoch ein wenig Planung. Herzstück ist ein gutes Bett für den Besuch, das auch ein Schlafsofa sein kann.

Klar – wir reden hier über ein Luxusproblem. Denn es betrifft nur diejenigen, die Platz haben für einen Raum, den sie ausschließlich Gästen zur Verfügung stellen wollen. Aber die Zahl derjenigen, die sich diese Frage nach einem Gästezimmer stellen und sich Gedanken machen um dessen Einrichtung, ist wesentlich größer, als viele denken.

Nicht zuletzt der Auszug der erwachsen gewordenen Kinder schafft häufig die Möglichkeit, ein solches Zimmer zu schaffen und entsprechend einzurichten. Zumal sich viele Familien leichter mit dem Auszug des Nachwuchses anfreunden, wenn sie die Möglichkeit sehen, diesen jederzeit wieder aufnehmen zu können und passende Schlafmöglichkeiten zu haben. Und nicht wenige haben die Vorteile von Airbnb entdeckt – ein bisschen Geld verdienen mit einem Raum, der eigentlich den größten Teil des Jahres leer steht.

So oder so – das Gästezimmer ist leicht gestaltet, verlangt aber dennoch ein wenig Planung. Bevor es an das Einrichten geht, sollten grundlegende Fragen geklärt werden: Bekomme ich regelmäßig Besuch, der für längere Zeit bleibt? Dann sollte das Gästezimmer viel Komfort bieten. Oder kündigen sich Freunde und Familie eher für eine Nacht an? Dann kann das Gästezimmer auch nur aus der obligatorischen Schlafgelegenheit bestehen. Außerdem stellt sich die Frage, ob das vorhandene Zimmer ausschließlich Gästezimmer sein soll. Schließlich hat nicht jedes Zuhause unendlich viele Räume, deshalb kombiniert man das Gästezimmer häufig mit einem Arbeits- oder Hobbyzimmer. Mit multifunktionalen Möbeln wie einem Schafsofa oder -sessel, einer mobilen Garderobe oder einem Paravent kann ohne Probleme ein Raum mit zwei Funktionen geschaffen werden.

Es gilt: Ein gutes Bett ist das A und O im Gästezimmer. Denn man will ja schließlich keinem zumuten, auf einer billigen Matratze nächtigen zu müssen. Qualitativ hochwertige Schlafmöbel gibt es inzwischen aber nicht nur als Betten der üblichen Bauart, sondern auch als Schlafsofas. Diese Stücke haben den Vorteil, dass man sie – zum Beispiel in einem Arbeitszimmer – den Rest der Zeit als Sitzmöbel und nur für den temporären Gebrauch fürs Schlafen nutzen kann. Auf jeden Fall sollte man auf die Qualität achten.

Sehr wichtig außerdem: Man sollte unbedingt den Umbaumechanismus auf Praktikabilität prüfen. Wer jedes Mal die Gebrauchsanweisung studieren oder endlos herumfummeln muss, bis aus dem Sofa das Bett wird (oder umgekehrt), tut sich und den Gästen keinen Gefallen. Praktisch ist ein integrierter Bettkasten, in dem die Bettwäsche am Tage verschwinden kann. Denn nur so kann der Raum auch tagsüber genutzt werden, denn egal ob der Gast zahlt oder nicht – Privatsphäre ist wichtig und wird als angenehmer Komfort empfunden.

Klar auch, dass ein Gästezimmer ein TV-Gerät braucht und die Möglichkeit, mit einem mobilen Lautsprecher die eigene Musik vom Handy abspielen zu können. Ganz neu auf dem Markt: Mobile Beamer. An diese Geräte kann der Gast sein Handy andocken und seine eigenen Filme anschauen. Dafür braucht er nicht einmal eine Leinwand – ein Stück weiße Wand oder auch die weiße Decken reichen für den persönlichen Filmgenuss nachts im Bett bei Freunden.

Gehört zum Gästezimmer gar ein eigenes Bad, ist der Komfort kaum noch zu toppen – und man sollte sich bei der Einrichtung und Ausstattung im Grunde von nur einem Gedanken leiten lassen: Was würde mich zufriedenstellen, wenn ich woanders bei Freunden übernachten muss?