Vorwurf der sexuellen Belästigung WDR kündigt Fernsehspielchef Gebhard Henke

Köln · Der WDR hat seinen Fernsehfilmchef und „Tatort“-Koordinator Gebhard Henke gekündigt. In den vergangenen Wochen hätten mehr als zehn Frauen über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten von Henke berichtet.

 Der „Tatort“-Koordinator und WDR-Fernsehspielchef, Gebhard Henke, wurde gekündigt (Archivbild).

Der „Tatort“-Koordinator und WDR-Fernsehspielchef, Gebhard Henke, wurde gekündigt (Archivbild).

Foto: dpa/Oliver Berg

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat seinem Fernsehfilmchef und „Tatort“-Koordinator Gebhard Henke (63) gekündigt. Der Grund dafür seien „glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs“, teilte der größte ARD-Sender am Donnerstag in Köln mit. Aus Sicht des WDR bestehe kein Vertrauensverhältnis mehr. Henke bestreitet die Vorwürfe.

In den vergangenen Wochen hätten dem WDR mehr als zehn Frauen über sexuelle Belästigung und unangemessenes Verhalten von Henke berichtet, teils in Zusammenhang mit Machtmissbrauch, teilte der WDR mit. Diese Schilderungen habe man sorgfältig überprüft und dazu auch Henke gehört. Dieser habe die Vorwürfe zurückgewiesen. „Im Ergebnis hielt der WDR die von den Frauen geschilderten Vorfälle für schwerwiegend und glaubhaft.“

Henke war seit 1984 beim WDR tätig. Er hatte bereits im vergangenen Monat über seinen Anwalt Peter Raue öffentlich gemacht, dass der WDR ihn freigestellt habe. Gegen diese Freistellung hat er eine einstweilige Verfügung beantragt. Darüber wird am Dienstag vor dem Kölner Arbeitsgericht verhandelt.

Im vergangenen Monat hatte der WDR bereits einem Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung fristlos gekündigt. Nach Informationen des Magazins „Stern“ und des Recherchebüros „Correctiv“ handelte es sich dabei um einen Fernsehkorrespondenten, dem zahlreiche Belästigungsfälle vorgeworfen werden. Die frühere Gewerkschafts-Chefin Monika Wulf-Mathies untersucht zurzeit, wie der WDR in der Vergangenheit mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen ist.

(eler/dpa)
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